Die Problematik von Munitionsaltlasten in küstennahen Seegebieten stellt eine Gefahr für die Allgemeinheit durch Umweltbelastungen und speziell für den Ausbau von mariner Infrastruktur, z.B. Offshore-Windparks, dar. Die bereits im Meer lagernde Munition verfällt zunehmend. Die derzeit verfügbaren Verfahren zur Auffindung und Entsorgung von Munition für den punktuellen Einsatz können das Problem nicht in angemessener Zeit lösen und sind zudem nur auf freiliegende Munition am Meeresboden ausgerichtet.
Das Verbundprojekt IRAV wird die effiziente und sichere Räumung von Altlasten im Meer beschleunigen und Systemlücken schließen. In dem Projekt werden Systemlücken im Prozess der marinen Munitionsräumung, z. B. sedimentierte Munition oder nicht-magnetische Materialien, identifizieret sowie technologische und experimentelle Lösungen entwickelt. Das Projekt beschäftigt sich mit der Erstellung bzw. Vervollständigung von Detektions-, Klassifizierungs- und Räumungsmethodiken, um eine Entsorgung dieser Altlasten zu ermöglichen. Dazu werden Systeme entwickelt, mit denen abschließend die Einzeltechnologien konzeptionell nachgewiesen und deren Anwendbarkeit und Wirtschaftlichkeit bewertet werden können. Im Verbund wird ein Demonstrator entwickelt, welcher bei Vermessungen in der Ostsee getestet wird. Das Ziel des Verbundprojektes ist es, die Zeit zur Aufklärung und Befundung eines Quadranten mindestens zu halbieren. Aus diesen neuen Kennzahlen sollen valide Durchlaufzeiten für die Räumung großer Seegebiete generiert werden.

Partner: ATLAS ELEKTRONIK GmbH, Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung eingetragener Verein, ThyssenKrupp Marine Systems GmbH, Stascheit Kampfmittelräumung GmbH

Laufzeit: 06.2023 - 05.2025

Fördervolumen: 3 Mio. €