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Die Bahnindustrie in Deutschland deckt mit einem Umsatz von 14,4 Mrd. Euro und ca. 54.300 direkt Beschäftigten (Stand 2023) das gesamte Spektrum von der Entwicklung und Fertigung von Systemen und Komponenten für Schienenfahrzeuge und Infrastruktur sowie Signaltechnik und Serviceleistungen ab. Weltweit führende Systemhäuser arbeiten dabei Hand in Hand mit einer international breit aufgestellten, mittelständisch strukturierten Zuliefer- und Systemindustrie, den "hidden champions" der Bahnindustrie. Die Branche leistet einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Mobilität, sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr. Innovative Technologien "Made in Germany" sorgen weltweit für exzellente Bahnsysteme, klimaschonende Mobilität und digitale Innovationen.
Die Bahnindustrie ist tief in der deutschen Industrielandschaft verwurzelt. Durch Fusionen von Unternehmen der Elektronikbranche mit Firmen des Waggon- und Lokomotivbaus haben sich Anbieter kompletter Bahnsysteme, sogenannte Systemhersteller, am Markt etabliert. Dieser Strukturwandel wird von einem weltweiten Konzentrationsprozess begleitet.
Neben den großen Systemanbietern sind mehr als 150 überwiegend mittelständische Zulieferunternehmen in der Bahnindustrie in Deutschland tätig. Die Bahntechnik- und Systemhersteller in Deutschland bieten ausgereifte Produkte auf einem sehr hohen technischen Niveau an, die weltweit nachgefragt werden.
Eckdaten der deutschen Bahnindustrie (gerundet)
2018
2019
2020
2021
2022
2023
Veränderung gegenüber Vorjahr
Umsatz (in Mrd. Euro)
12,0
11,7
12,5
12,9
13,9
14,4
+ 3,6 %
davon Inlandsumsatz (in Mrd. Euro)
7,6
7,6
8
8,2
10,0
9,3
- 7 %
davon Auslandsumsatz (in Mrd. Euro)
4,4
4,1
4,5
4,7
3,9
5,1
+ 30,8 %
Wert der Auftragseingang (in Mrd. Euro)
14,3
14,1
14,0
16,7
13,7
21,5
+ 56,9 %
davon Inlandsaufträge (in Mrd. Euro)
8,3
8,5
10,5
10,7
8,2
12,8
+ 56,1 %
davon Auslandsaufträge (in Mrd. Euro)
6,0
5,6
3,5
6
5,5
8,7
+ 58,2 %
Beschäftigte in Tsd.
52,1
53,7
53,3
53,9
56,6
54,3
- 4,2 %
Quelle: Statistisches Bundesamt, Statista, Verband der Bahnindustrie in Deutschland e.V.
Branchenkonjunktur
Der Umsatz der Bahnindustrie ist in 2023 erneut gestiegen von 13,9 Mrd. Euro (2022) auf 14,4 Mrd. Euro. Dies ist insbesondere auf die Umsatzsteigerung von knapp 31 % im Ausland zurückzuführen. Der Umsatz im Ausland lag 2023 mit 5,1 Mrd. Euro über dem Niveau der letzten 5 Jahre. Die positive Umsatzentwicklung wurde in 2023 von einer positiven Entwicklung bei den Auftragseingängen begleitet. Die Auftragseingänge sind 2023 nach dem Einbruch in 2022 (13,7 Mrd. Euro) auf 21,5 Mrd. Euro gestiegen und bewegen sich damit deutlich über dem Niveau der vergangenen fünf Jahre. Dabei haben sich die Inlands- wie Auslandsauftragseingänge gleichermaßen positiv entwickelt und tragen mit deutlichem Wachstum zur positiven Gesamtentwicklung bei den Auftragseingängen bei.
Die Beschäftigtenzahlen sind 2023 um 4,2 % gesunken. 2022 waren 54.300 Beschäftigte direkt in der Bahnindustrie tätig. Der Rückgang ist dabei vor dem starken Beschäftigungswachstum von 2022 (+5 %) sehen. Insgesamt befindet sich die Beschäftigungsentwicklung in 2023 im Mittel der vergangenen Jahre.
Die aktuellen Zahlen spiegeln einerseits die Modernisierungspläne für die Schiene in Deutschland und zeigen, dass moderne Schienenfahrzeuge und Infrastrukturtechnik „made in Germany“ weltweit nachgefragt sind.
Dennoch müssen sich die deutschen Bahntechnikhersteller in einem internationalen und sehr dynamischen Wettbewerb am Markt behaupten. Entsprechend hoch sind ihre Investitionen in Zukunftstechnologien. Sowohl die Digitalisierung in Produktion und Fertigung als auch die Entwicklung neuer Antriebstechniken und autonomer Mobilitätskonzepte, einschließlich der wachsenden Bedeutung von Cyber-Sicherheit, sind Schlüsselfaktoren für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Bahnindustrie.
Klimaneutral bis 2050 – dieses Ziel verfolgt die EU mit dem Green Deal. Dafür muss auch Mobilität nachhaltig dekarbonisiert werden, ohne ein wachsendes Verkehrsaufkommen einzuschränken. Deshalb spielt der klimafreundliche Schienenverkehr eine tragende Rolle in der Strategie für nachhaltige und intelligente Mobilität der EU-Kommission.
Unterstützung der Bahnindustrie durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz unterstützt und ist Ansprechpartner bei:
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz fördert Zukunftsinvestitionen in der Fahrzeugindustrie, die auch der Bahnindustrie zu Gute kommen sollen. Mit diesen Mitteln soll eine nachhaltige, schnelle und technologieoffene Transformation der Fahrzeugbranche unterstützt werden.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz ist außerdem Ansprechpartner bei:
Erhalt und Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit der Bahnindustrie am Standort Deutschland
Schaffung von Investitions- und innovationsfreundlichen Rahmenbedingungen
Flankieren von Auslandsaktivitäten im Rahmen des Markterschließungsprogramms für KMU
Unterstützung für mittelständische Unternehmen und Existenzgründer
Unterstützung bei der Digitalisierung
Zusammenarbeit mit anderen Ministerien und der EU-Kommission zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Bahnindustrie.
Europäische Bahnindustrie
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz vertritt die Bundesregierung in der Expertengruppe der Europäischen Kommission zur Wettbewerbsfähigkeit der Bahnindustrie. Deren Aufgaben umfassen unter anderem:
Bewertung der Herausforderungen, denen sich die europäische Bahnindustrie auf internationaler Ebene gegenübersieht,
Diskussion von Maßnahmen, um die globale Führungsposition der europäischen Bahnindustrie aufrechtzuerhalten,
sowie Analyse der Bereiche Forschung und Innovation, Digitalisierung, Investitionen, Zugang zu Finanzmitteln und Qualifikation.
Die europäische Bahnindustrie befindet sich ebenso wie andere Mobilitätsindustrien in einer digitalen und nachhaltigen Transformation. Die Herausforderungen und Handlungsfelder für die europäische Mobilitätsindustrie hat die Europäische Kommission in Ihrem Bericht „The transition pathway for the EU Mobility Industrial Ecosystem“ erörtert. Dabei betrachtet Sie neben der Bahnindustrie auch Schifffahrt, Automobilindustrie und Fahrradwirtschaft.
Weitere Information und den Bericht finden Sie hier.
Ihr Kontakt im BMWK
Referat IV A 4 (Mobilitätskonzepte, Verkehrspolitik)