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Die Bahnindustrie in Deutschland deckt mit einem Umsatz von 15,6 Milliarden Euro und rund 57.700 direkt Beschäftigten (Stand 2025) das gesamte Spektrum von der Entwicklung und Fertigung von Systemen und Komponenten für Schienenfahrzeuge und Infrastruktur sowie Signaltechnik und Serviceleistungen ab. Weltweit führende Systemhäuser arbeiten dabei Hand in Hand mit einer international breit aufgestellten, mittelständisch strukturierten Zuliefer- und Systemindustrie, den "Hidden Champions" der Bahnindustrie. Die Branche leistet einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Mobilität, sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr. Innovative Technologien "Made in Germany" sorgen weltweit für exzellente Bahnsysteme, klimaschonende Mobilität und digitale Innovationen.
Die Bahnindustrie ist tief in der deutschen Industrielandschaft verwurzelt. Durch Fusionen von Unternehmen der Elektronikbranche mit Firmen des Waggon- und Lokomotivbaus haben sich Anbieter kompletter Bahnsysteme, sogenannte Systemhersteller, am Markt etabliert. Dieser Strukturwandel wird von einem weltweiten Konzentrationsprozess begleitet.
Neben den großen Systemanbietern sind zahlreiche überwiegend mittelständische Zulieferunternehmen in der Bahnindustrie in Deutschland tätig. Die Bahntechnik- und Systemhersteller in Deutschland bieten ausgereifte Produkte auf einem sehr hohen technischen Niveau an, die weltweit nachgefragt werden.
Eckdaten der deutschen Bahnindustrie (gerundet)
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
2025
Veränderung gegenüber Vorjahr
Umsatz (in Mrd. Euro)
12,0
11,7
12,5
12,9
13,9
14,4
15,0
15,6
+ 4,0 %
davon Inlandsumsatz (in Mrd. Euro)
7,6
7,6
8
8,2
10,0
9,3
9,1
9,8
+ 7,7 %
davon Auslandsumsatz (in Mrd. Euro)
4,4
4,1
4,5
4,7
3,9
5,1
5,9
5,8
- 1,7 %
Wert der Auftragseingänge (in Mrd. Euro)
14,3
14,1
14,0
16,7
13,7
21,5
18,3
21,8
+ 19 %
davon Inlandsaufträge (in Mrd. Euro)
8,3
8,5
10,5
10,7
8,2
12,8
12,9
k. A.
k. A.
davon Auslandsaufträge (in Mrd. Euro)
6,0
5,6
3,5
6
5,5
8,7
5,4
k. A.
k. A.
Beschäftigte in Tsd.
52,1
53,7
53,3
53,9
56,6
54,3
56,0
57,7
+ 3 %
Quellen: Verband der Bahnindustrie in Deutschland e.V., Statistisches Bundesamt, Statista
Branchenkonjunktur
Der Umsatz der Bahnindustrie ist im Jahr 2025 erneut gestiegen, von 15,0 Milliarden Euro (2024) auf 15,6 Milliarden Euro. Wachstumstreiber war der Heimatmarkt: Der Inlandsumsatz stieg um 7,7 Prozent auf 9,8 Milliarden Euro. Der Auslandsumsatz lag 2025 bei rund 5,8 Milliarden Euro und damit leicht unter dem Vorjahresniveau. Die positive Umsatzentwicklung wurde 2025 von einem Anstieg der Auftragseingänge begleitet. Nachdem diese 2024 auf 18,3 Milliarden Euro zurückgegangen waren, stiegen sie 2025 um 19 Prozent auf 21,8 Milliarden Euro und erreichten damit einen neuen Höchstwert. Die Fahrzeugbestellungen nahmen um 12 Prozent zu. Besonders deutlich stiegen die Auftragseingänge im Infrastrukturgeschäft mit einem Plus von 36 Prozent.
Die Beschäftigtenzahlen sind 2025 weiter gestiegen. Rund 57.700 Beschäftigte waren direkt in der Bahnindustrie tätig, nach rund 56.000 im Jahr 2024. Dies entspricht einem Anstieg von rund 3 Prozent.
Die aktuellen Zahlen spiegeln insbesondere die gestiegenen Investitionen in die Schieneninfrastruktur in Deutschland wider. Nach Angaben des Verbandes der Bahnindustrie kommen im inländischen Infrastrukturgeschäft die Bundesinvestitionen der vergangenen Jahre sowie die Korridorsanierungen zum Tragen. Zugleich werden moderne Schienenfahrzeuge und Infrastrukturtechnik „Made in Germany“ weiterhin weltweit nachgefragt.
Die Unternehmen der deutschen Bahntechnikindustrie müssen sich in einem internationalen und sehr dynamischen Wettbewerb am Markt behaupten. Entsprechend hoch sind ihre Investitionen in Zukunftstechnologien. Sowohl die Digitalisierung in Produktion und Fertigung als auch die Entwicklung neuer Antriebstechniken und autonomer Mobilitätskonzepte, einschließlich der wachsenden Bedeutung von Cybersicherheit, sind Schlüsselfaktoren für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Bahnindustrie.
Klimaneutral bis 2050 – dieses Ziel verfolgt die Europäische Union (EU) mit dem Green Deal. Dafür muss auch der Verkehr nachhaltig dekarbonisiert werden, ohne ein wachsendes Verkehrsaufkommen einzuschränken. Deshalb spielt der klimafreundliche Schienenverkehr eine tragende Rolle in der Strategie für nachhaltige und intelligente Mobilität der EU-Kommission.
Unterstützung der Bahnindustrie durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) ist Ansprechpartner für zentrale branchenpolitische Anliegen und unterstützt die Bahnindustrie unter anderem durch Fördermaßnahmen.
Mit dem Förderprogramm „DNS der zukunftsfähigen Mobilität. Digital – Nachhaltig – Systemfähig“ fördert das BMWE anwendungsorientierte Forschungs- und Entwicklungsprojekte der Fahrzeug- und Mobilitätsindustrie. Das Programm umfasst innovative Lösungen für die Mobilität auf Straße und Schiene. Im Mittelpunkt stehen die Themen Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Systemfähigkeit.
Erhalt und Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit der Bahnindustrie am Standort Deutschland
Schaffung von Investitions- und innovationsfreundlichen Rahmenbedingungen
Flankierung von Auslandsaktivitäten im Rahmen des Markterschließungsprogramms für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU)
Unterstützung für Existenzgründungen und mittelständische Unternehmen
Unterstützung bei der Digitalisierung
Zusammenarbeit mit anderen Ministerien und der EU-Kommission zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Bahnindustrie.
Europäische Bahnindustrie
Das BMWE vertritt die Bundesregierung in der Expertengruppe der Europäischen Kommission zur Wettbewerbsfähigkeit der Bahnindustrie. Deren Aufgaben umfassen unter anderem:
Bewertung der Herausforderungen, denen sich die europäische Bahnindustrie auf internationaler Ebene gegenübersieht,
Diskussion von Maßnahmen, um die globale Führungsposition der europäischen Bahnindustrie aufrechtzuerhalten,
sowie Analyse der Bereiche Forschung und Innovation, Digitalisierung, Investitionen, Zugang zu Finanzmitteln und Qualifikation.
Die europäische Bahnindustrie befindet sich in einer digitalen und nachhaltigen Transformation. Die Europäische Kommission hat die hierfür relevanten Herausforderungen und Handlungsfelder im „Transition Pathway for the EU Mobility Industrial Ecosystem“ aufgezeigt. Der Aktionsplan aus dem Jahr 2024 umfasst rund 112 konkrete Maßnahmen zur Unterstützung der grünen und digitalen Transformation sowie der langfristigen Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Mobilitätsökosystems. Dabei betrachtet die Kommission neben der Bahnindustrie auch die Automobilindustrie, die Schifffahrt und die Fahrradwirtschaft.