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Die zivile Sicherheitsindustrie ist eine heterogene und überwiegend durch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) charakterisierte Branche. Sie entwickelt und verkauft Produkte, Technologien und technische Dienstleistungen, die insbesondere bei der Erfüllung ziviler Sicherheitsfunktionen Verwendung finden. Dies beinhaltet Bereiche vom Grenzschutz und der Katastrophenvorsorge über die Absicherung von öffentlichen Infrastruktureinrichtungen und den Schutz gesellschaftlicher Großereignisse bis hin zu IT-Sicherheit und der Bekämpfung von organisierter Kriminalität und Terrorismus. Die Entwicklung der zivilen Sicherheitsindustrie verläuft seit Jahren sehr positiv und ist durch gute Wachstumsraten und -perspektiven gekennzeichnet.
Die Verteidigungsindustrie ist auf Produkte, Verfahren und technische Dienstleistungen spezialisiert, die für militärische Zwecke konstruiert oder angepasst sind. Sie ist im Gegensatz zur Sicherheitsindustrie teilweise von Großunternehmen (sogenannten Systemhäusern) und teilweise von zahlreichen mittelständischen Zulieferern geprägt.
Eckdaten/ Branchenkonjunktur
Die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie stellt eine Querschnittsbranche dar. Die Produktion findet in verschiedenen Wirtschaftszweigen statt. Sehr häufig treten in diesem Bereich Unternehmen mit sowohl zivilem als auch militärischem Produktionszweig auf.
Gemäß statistischen Erhebungen und den dem BMWK vorliegenden Zahlen aus 2022 erwirtschaftet die deutsche Sicherheits- und Verteidigungsindustrie direkt einen jährlichen Umsatz von gut 47 Milliarden Euro. Davon entfallen knapp 31 Milliarden Euro auf die Teilbranche der Verteidigungsindustrie und beinahe 17 Milliarden Euro auf die Teilbranche der Sicherheitsindustrie. Unter Mitberücksichtigung der indirekten und induzierten ökonomischen Effekte beläuft sich die Gesamtbedeutung der SVI auf einen Produktionswert von 83 Milliarden Euro, das sind 1,3 Prozent des gesamten Produktionswerts in Deutschland.
Dazu tragen im direkten Effekt etwa 387.000 Beschäftigte bei, von denen rund 105.000 Beschäftigte der Verteidigungsindustrie zurechenbar sind und knapp 282.000 Beschäftigte der Sicherheitsindustrie.
Zur Sicherheits- und Verteidigungsindustrie zählen viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die insgesamt 39 Prozent zu der Wertschöpfung der Branche beitragen und gut 49 Prozent aller Erwerbstätigen in der SVI beschäftigen.
Nationale Sicherheits- und Verteidigungsindustriestrategie (SVI-Strategie)
Die Bundesregierung hat am 4. Dezember 2024 die Nationale Sicherheits- und Verteidigungsindustriestrategie beschlossen.
Sie ersetzt das Strategiepapier der Bundesregierung zur Stärkung der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie aus dem Jahr 2020 und berücksichtigt insbesondere das sich stark veränderte Sicherheitsumfeld der Bundesrepublik Deutschland und ihrer europäischen Partnernationen.
Die SVI-Strategie dient als Leitbild der Bundesregierung zur Stärkung der SVI und operationalisiert die industriepolitischen Zielsetzungen der Bundesregierung im Hinblick auf diese strategisch bedeutsame Branche. Dabei berücksichtigt die SVI-Strategie sowohl die Erforderlichkeit raschen Handelns und Skalierbarkeit der Produktion als auch die zentrale Bedeutung der europäischen und transatlantischen Zusammenarbeit. Gemeinsam mit ihren Partnern verfolgt die Bundesregierung damit das Ziel, eine robuste zukunfts- und leistungsfähige SVI in Deutschland und der EU zu erhalten und zu stärken, einen europäischen Markt für Verteidigungsgüter und –dienstleistungen zu schaffen, Produktionskapazitäten schnell zu erhöhen und grenzüberschreitende Rüstungskooperationen zu fördern.
In der SVI-Strategie werden verschiedene Technologiefelder als nationale sicherheits- und verteidigungsindustrielle Schlüsseltechnologien festgelegt und konkrete industriepolitische Maßnahmen ergriffen, um zügig die erforderlichen politischen, wirtschaftlichen, regulatorischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für eine leistungsfähige SVI zu schaffen.
Weiterführende Informationen zur Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsindustriestrategie finden Sie in dieser PDF-Datei.
Exportinitiative: Auslandsmärkte für deutsche Sicherheits- und Verteidigungsindustrie erschließen
Die Exportinitiative „Sicherheits- und Verteidigungsindustrie" (SVI) ist Bestandteil des KMU-Markterschließungsprogramms des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK). Ihr Ziel ist die Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie durch eine zielgerichtete Exportflankierung. Der Fokus liegt auf kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) mit Sitz in Deutschland.
Die Förderung durch die Exportinitiative kommt den Unternehmen indirekt zugute und richtet sich nach der Art der jeweiligen Maßnahme. So profitieren KMU von
der Vermittlung von fach- und länderbezogenen Informationen und Spezialwissen,
der Beratung auf der Grundlage von zielmarktbezogenen Branchenprofilen sowie länderspezifischen Marktinformationen und -analysen und
der Vorbereitung und Durchführung von Geschäftstreffen.
Die Exportinitiative SVI soll sich grundsätzlich auf alle relevanten Märkte beziehen. Die Auswahl der Zielmärkte erfolgt dabei in der Regel anlassbezogen. Im Fokus stehen Länder, in denen in den kommenden Jahren aus verschiedenen Gründen mit einem signifikanten Beschaffungsbedarf zu rechnen ist. Neben dem wirtschaftlichen Potenzial fließen dabei auch sicherheits- und verteidigungspolitische Überlegungen in die Entscheidung ein. Deutsche Sicherheits- und Verteidigungstechnologien und -dienstleistungen können einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der jeweiligen regionalen Sicherheitslage leisten.
Weiterführende Informationen zur Exportinitiative Sicherheits- und Verteidigungsindustrie, sowie allgemein zum KMU-Markterschließungsprogramm des BMWK, finden Sie im Artikel zur „Exportinitiative Sicherheits- und Verteidigungsindustrie“.
Alle Projekte werden auf der IX-POS Website veröffentlicht. Hier erhalten Sie eine Übersicht, die mit Hilfe bestimmter Kriterien gefiltert werden kann. Darüber hinaus können alle Zielmarktanalysen der laufenden und vergangenen Projekte auf der Website des Germany Trade & Invest (GTAI) angesehen werden.
Weiterführende Informationen
04.12.2024 - Download -
Publikation:Nationale Sicherheits- und Verteidigungsindustriestrategie