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Energiewende und Dekarbonisierung des Wärme- und Verkehrssektors bedeutet nicht nur die Errichtung Millionen dezentraler EE-Anlagen und Sektorkopplungstechnologien wie Ladesäulen und Wärmepumpen. Sie bedeuten auch: Jede Menge Arbeit für die Betreiber der Stromverteilnetze, die diese Anlagen anschließen und in ihre Systeme integrieren müssen. Neben dem Netzausbau sind der zügige Netzanschluss und die Systemintegration von Erzeugungsanlagen, Speichern und Verbrauchsanlagen entscheidend für das Gelingen der Energiewende.
Das BMWK hat den Branchendialog „Beschleunigung von Netzanschlüssen“ von Erneuerbaren Energien-Anlagen, Stromspeichern, Ladeinfrastruktur und Wärmepumpen initiiert. Ziel ist es, praktische Herausforderungen beim Netzanschluss zu identifizieren, praxistaugliche Lösungsansätze zu entwickeln und umzusetzen. Der regulatorische Rahmen als auch die Netzanschlussprozesse der über 850 Verteilnetzbetreiber in Deutschland müssen mit der rasanten Entwicklung der Energiewende und der Dekarbonisierung Schritt halten.
Wer ist davon betroffen?
Der Netzanschluss betrifft alle, die eine Solaranlage, Ladesäule oder Wärmepumpe installieren wollen. Das sind nicht nur die Privathaushalte, sondern auch Gewerbe, Handel und Unternehmen, die zum Beispiel Ladesäulen auf Parkplätzen oder PV-Anlagen auf Dächern anschließen wollen.
Was soll konkret beim Netzanschluss verbessert werden?
Für die Anschlussnehmer soll der Anschluss beim Netzbetreiber möglichst komfortabel ablaufen, das heißt digital, einfach, einheitlich, schnell und transparent. Dies ist besonders wichtig für deutschlandweit tätige Unternehmen, die bei vielen verschiedenen Netzbetreibern Anlagen anschließen wollen. Aber auch Privathaushalte profitieren davon, wenn sie nicht zu lange auf den Anschluss ihrer privaten Wallbox, Wärmepumpe oder PV-Anlage warten müssen und der Anschluss einfach und digital realisiert werden kann. Netzbetreiber profitieren ebenfalls, weil sie ihre Prozesse „energiewendetauglich“ und damit effizienter machen.
BMWK-Branchendialog und Fokus-Agenda
Die im BMWK-Branchendialog „Beschleunigung von Netzanschlüssen“ entwickelte Fokus-Agenda ist der Arbeitsplan, um den Netzanschluss fit für die Energiewende zu machen. Er wurde mit Vertretern von Verbänden abgestimmt, um sicherzustellen, dass sie die Bedürfnisse und Prioritäten der Marktakteure widerspiegelt. Die sechs zentralen Themen sind:
Anschlussbedingungen vereinheitlichen
Anschlussverfahren vereinfachen
Netzkapazitäten besser nutzbar machen
Kosten harmonisieren und reduzieren
Zertifizierung vereinfachen
Inbetriebnahme erleichtern
Die Fokus-Agenda verfolgt folgende Ziele:
Fokussierung auf effektive Maßnahmen, mit denen die Herausforderungen beim Netzanschluss der Energiewende-Technologien bewältigt werden können.
Nutzen für alle beteiligten Akteure mit klarer Strukturierung der wirksamen Maßnahmen und zeitlicher Einordnung.
Aktive Mitwirkung aller Beteiligten an der Umsetzung der Maßnahmen, um praxistaugliche Lösungen sicherzustellen und ihre Akzeptanz zu steigern.
Umsetzung der Lösungsansätze
Die Fokus-Agenda wird durch Maßnahmen zur Umsetzung konkretisiert. Zudem sind stets anlagen- und netzspezifische Aspekte zu berücksichtigen. Im Branchendialog wird die Branche unter anderem durch schriftliche Rückmeldungen, Workshops sowie durch Arbeitsgruppen einbezogen. In solchen Arbeitsgruppen sollen Fachexpertinnen und Fachexperten an der Entwicklung zusammenarbeiten.
Überschrift der Abbildung: „Fokus-Agenda zur Beschleunigung von Netzanschlüssen“. In der linken Spalte werden die zentralen Themen der Fokus-Agenda aufgeführt. In der ersten Zeile werden unter dem zentralen Thema 1 „Anschlussbedingungen vereinheitlichen“ folgende „kurzfristig umsetzbare Maßnahmen“ aufgeführt: 1. „Leitfäden für Anschlussnutzer zum Netzanschluss erstellen“ und 2. „Musterwortlaut für Anschlussbedingungen bereitstellen“. Zu den „umfassenden Weiterentwicklungen“ sind aufgeführt: 1. „Anschlussbedingungen im einheitlichen digitalen Format auf Internetplattform darstellen“ und 2. „Prozess zur kontinuierlichen Verbesserung der technischen Normen (VDE/FNN) als Grundlage für harmonisierte Anschlussbedingungen initiieren“. In der zweiten Zeile werden unter dem zentralen Thema 2: „Anschlussverfahren vereinfachen“ folgende „kurzfristig umsetzbare Maßnahmen“ aufgeführt: 1. „Digitale Beauftragung von Niederspannungsanschlüssen mit einheitlichem Prozess einführen“ und 2. „Verbindliche Rückmeldefristen für Anschlussbegehren einführen“. Zu den „umfassenden Weiterentwicklungen“ sind aufgeführt: 1. „Digitale Beauftragung von Mittelspannungsanschlüssen mit einheitlichem Prozess einführen“, 2. „Vollständig digitale Abwicklung sämtlicher Netzanschlussprozesse als Standard einführen“ und 3. „Sicherstellung angemessener Personalausstattung für beschleunigte Netzanschlussverfahren“. In der dritten Zeile werden unter dem zentralen Thema 3 „Netzkapazitäten für Anschluss besser nutzbar machen“ folgende „Kurzfristig umsetzbare Maßnahmen“ aufgeführt: 1. „Transparenz über Netzkapazitäten für Netzanschluss (unverbindliche Netzanschlussprüfung) schaffen“ und 2. „Vorhandene Netzkapazitäten durch Reservierungsfristen effizienter nutzbar machen“. Zu den „umfassenden Weiterentwicklungen“ sind aufgeführt: 1. „Genehmigungsverfahren beschleunigen für Baumaßnahmen zur Herstellung des Netzanschlusses“, 2. „Innovative Konzepte für Netzanschluss gesetzlich und regulatorisch ermöglichen (z.B. Einspeisesteckdose)“. In der vierten Zeile wird unter dem zentralen Thema 4 „Kosten harmonisieren und reduzieren“ folgende „Kurzfristig umsetzbare Maßnahmen“ aufgeführt: „Berechnungsmethodik für Anschlusskosten vereinfachen und harmonisieren“. Zu den „umfassenden Weiterentwicklungen“ ist aufgeführt: „Anschlusskosten verringern durch koordinierte Planung und gemeinsamen Bau (z.B. Quartiersebene)“. In der fünften Zeile werden unter dem zentralen Thema 5 „Zertifizierung vereinfachen“ folgende „Kurzfristig umsetzbare Maßnahmen“ aufgeführt: 1. „Verfahren für Anlagenzertifizierung vereinfachen“ und 2. „Zentrales Register für Einheitenzertifikate errichten und nutzbar machen“. In der sechsten Zeile wird unter dem zentralen Thema 6 „Inbetriebnahme erleichtern“ folgende „Kurzfristig umsetzbare Maßnahmen“ aufgeführt: „Bundesweite Anerkennung eingetragener Installateure sicherstellen“. Zu den „umfassenden Weiterentwicklungen“ sind aufgeführt: 1. „Anmeldeprozesse vereinfachen und Datenbedarfe synchronisieren (z.B. zwischen Inbetriebnahmeprotokoll und Marktstammdatenregister)“ und 2. „Bedarfsangepasste Aus- und Weiterbildungen von Fachkräften einrichten“