Mit einem Anteil von rund 34 Prozent im Jahr 2016 am Primärenergieverbrauch, d. h. der Energiemenge, die in einem Land jährlich insgesamt genutzt wird, ist Mineralöl nach wie vor der größte Primärenergieträger. Während in den siebziger Jahren noch für mehr als die Hälfte (1970: 53,1 Prozent, 1975: 52,1 Prozent) des Primärenergieverbrauchs auf Mineralöl entfiel, sank sein Anteil in den achtziger Jahren vor allem wegen des stärkeren Einsatzes von Erdgas im Wärmebereich (1980: 40,6 Prozent, 1985: 33,9 Prozent). Anschließend haben vor allem wachsende Verkehrsleistungen zu einem vorübergehenden neuerlichen Anstieg des Primärenergieanteils geführt (1990: 35,0 Prozent, 1995: 39,9 Prozent, 2000: 38,2 Prozent, 2005: 35,5 Prozent, 2010: 32,9 Prozent).

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, dass der Primärenergieverbrauch gegenüber 2008 bis 2020 um 20 Prozent und bis 2050 um 50 Prozent reduziert werden soll. Dafür ist nötig, Mineralölprodukte und andere Energieträger deutlich effizienter zu nutzen. Der Inlandsabsatz an Mineralölprodukten betrug im Jahr 2016 rund 104 Millionen Tonnen. Die gemessen an der Verbrauchsmenge wichtigsten Mineralölprodukte waren Dieselkraftstoff (38,4 Millionen Tonnen), Ottokraftstoff (18,3 Millionen Tonnen), Rohbenzin (16,5 Millionen Tonnen), das in der Petrochemie eingesetzt wird sowie leichtes Heizöl (15,8 Millionen Tonnen). Weitere Mineralölprodukte sind u. a. Flugturbinenkraftstoff (9,2 Millionen Tonnen) und schweres Heizöl (4,5 Millionen Tonnen), das in der Industrie eingesetzt wird.

Nach Angaben der AG Energiebilanzen e.V. entfielen im Jahr 2015 94 Prozent des Endenergieverbrauchs im Verkehrssektor auf Mineralöl. In absoluten Größen entsprach der Mineralölverbrauch des Verkehrs im vergangenen Jahr damit dem im Jahr 2005. Für den Verkehrsbereich verfolgt die Bundesregierung das Ziel, den Endenergieverbrauch gegenüber 2005 um 10 Prozent bis 2020 und um 40 Prozent bis 2050 zu senken. Der Verkehrsbereich soll damit auch zur Einsparung von Treibhausgasemissionen beitragen. Hierfür werden vielfältige Maßnahmen nötig sein, angefangen vom vermehrten Einsatz biogener und alternativer Kraftstoffe wie Erdgas und Flüssiggas, über die Verringerung des Kraftstoffverbrauchs von Fahrzeugen bis hin zum Ausbau der Elektromobilität. In 2015 lag der Endenergieverbrauch im Verkehr 1,3 Prozent über dem im Jahr 2005.

Bezogen auf die Verkehrsleistung im Personen- und Güterverkehr ist der spezifische Energieverbrauch (in Megajoule/100 Personenkilometer) zwischen 2005 und 2014 um rund zehn Prozent, im Zeitraum 1990 bis 2014 um knapp 38 Prozent zurückgegangen (durchschnittlich 1,97 Prozent pro Jahr).

Um die Energiewende in der Mobilität voranzubringen, nutzt die Bundesregierung derzeit eine breit angelegte und technologieoffene Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie (MKS), die alle alternativen Technologien und Energieträger berücksichtigt. Die Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie wird fortentwickelt.

Die Marktentwicklung von Elektro-, Wasserstoff- oder Erdgasfahrzeugen gelingt nur, wenn es genügend Ladepunkte bzw. Tankstellen gibt. Daher arbeitet die Bundesregierung an der Umsetzung der EU-Richtlinie für den Aufbau der Infrastruktur für Alternative Kraftstoffe. In einem Nationalen Strategierahmen wird festgelegt, wie das Tank- und Ladestellennetz für Alternative Antriebe im Straßen- und Schiffsverkehr entwickelt werden soll.