Rohöl wird nach Deutschland über grenzüberschreitende Rohölpipelines sowie über die Häfen Wilhelmshaven, Brunsbüttel, Hamburg und Rostock eingeführt. Von den Häfen Wilhelmshaven, Brunsbüttel und Rostock führen Pipelines zu einer oder mehreren Raffinerien. Die Pipelineinfrastruktur befindet sich im Eigentum der mineralölverarbeitenden Industrie; sie wird zumeist durch gemeinschaftliche Unternehmen mehrerer Mineralölgesellschaften betrieben.

Übersichtskarte der Untertagespeicher für Erdgas, Rohöl, Mineralölprodukte und Flüssiggas; Quelle: LBEG Hannover

Übersichtskarte der Untertagespeicher für Erdgas, Rohöl, Mineralölprodukte und Flüssiggas

© LBEG Hannover

Die Lagerung von Rohöl, Zwischen- und Fertigprodukten erfolgt sowohl unterirdisch in Kavernen als auch oberirdisch in Tanklagern. Insgesamt betragen die Tanklagerkapazitäten in Deutschland rund 62 Millionen Kubikmeter (Stand 2021). Die Mineralölverarbeitungskapazität in Deutschland beträgt 2025 knapp 89 Millionen Tonnen in zwölf Raffinerien. Damit ist Deutschland der größte Raffineriestandort in der Europäischen Union (EU). Eigner der Raffinerien sind zumeist international tätige ausländische Energiekonzerne. Zusätzlich zur Verarbeitung des überwiegend importierten Rohöls zu Erdölerzeugnissen werden auch Fertigerzeugnisse international gehandelt. Im Jahr 2024 wurden 33,6 Millionen Tonnen nach Deutschland eingeführt und 29,2 Millionen Tonnen exportiert. Ein erheblicher Anteil dieses internationalen Handels erfolgt durch Energiehändler, die nicht über eigene Verarbeitungskapazitäten verfügen. Der Handel dient auch dazu, die Unterschiede zwischen der Verbrauchs- und Produktionsstruktur bei den Mineralölprodukten auszugleichen. So werden mehr Ottokraftstoffe und Benzinkomponenten ausgeführt als eingeführt, während der Außenhandelssaldo bei sogenannten Mitteldestillaten (Diesel, leichtes Heizöl und -komponenten) negativ ist.