Der steigende Bedarf an Gebäuden und Infrastruktur durch das globale Bevölkerungswachstum wird die Bautätigkeit weltweit weiter vorantreiben. Angesichts der Klimakrise ist jedoch ein tiefgreifender Wandel der Bauwirtschaft erforderlich, um ihren hohen Ressourcenverbrauch und die CO₂-Emissionen drastisch zu reduzieren. Die Bauindustrie muss in der Lage sein, den wachsenden Bedarf mit weniger Ressourcen und geringeren Emissionen zu decken, was erheblichen Forschungsbedarf mit sich bringt.

Ein wegweisendes Projekt in diesem Kontext ist „Die digitale Baustelle – Bauindustrie 4.0 als Schlüssel für eine digitale und nachhaltige Bauwirtschaft“. Ziel ist der Aufbau einer innovativen digitalen Großgeräteinfrastruktur, die es ermöglicht, digitale Technologien unter realen Baustellenbedingungen zu erforschen. Dabei wird die Baustelle als vernetztes System betrachtet, das neue Planungs- und Produktionsprozesse ermöglicht. Additive Fertigungstechnologien wie der 3D-Betondruck spielen hierbei eine zentrale Rolle, da sie Ökonomie und Ökologie vereinen. Über den DFG-Sonderforschungsbereich TRR 277 wurden bereits wesentliche Grundlagen geschaffen, die nun in anwendungsorientierte Forschungen und den Praxiseinsatz im Maßstab 1:1 überführt werden sollen.

Das Projekt, das interdisziplinäre Forschung und Qualifizierung neuer Fachprofile fördert, wird durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) unterstützt. Der Start der Forschung ist für das zweite Quartal 2024 geplant.

Projektlaufzeit: 04.03.2022 bis 31.12.2023

Förderung: 3.375.999,91 Euro EFRE-Mittel (REACT-EU)

Schaubild zur digitalen Baustelle - Bauindustrie 4.0. Bild vergrößern: Schaubild zur digitalen Baustelle - Bauindustrie 4.0.

Aspekte der digitalen Baustelle (Bauindustrie 4.0).

© Harald Kloft