Fotografie vom Braunkohlekraftwerk Neurath mit Kühltürmen und Schornsteinen, aus der Entfernung aufgenommen

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Ausstieg als Chance: im Dialog mit den Regionen

Am 14. August 2020 ist das Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen in Kraft getreten. Die Braunkohleregionen erhalten vom Bund bis zum Jahr 2038 Finanzhilfen von bis zu 14 Milliarden Euro für besonders bedeutsame Investitionen. Ziel ist es den Menschen in den deutschen Kohleregionen realistische und greifbare Zukunftsperspektiven zu geben. Investitionen müssen mobilisiert werden, um vor Ort Arbeit, Einkommen und Wohlstand zu sichern. Die Fachkonferenz zur Nachnutzung von Kraftwerksstandorten soll ein Format des Austauschs bieten, um den Kohleregionen mittel- und langfristig neue Chancen zu eröffnen. 

1. Fachkonferenz in Cottbus setzt wichtige Impulse

Rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunen kamen zu einer Fachkonferenz des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) am 22. Januar 2026 in Cottbus zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam über neue Perspektiven zu diskutieren. Die Veranstaltung stieß auf durchweg positives Feedback – insbesondere der offene Austausch und die Praxisnähe wurden von vielen Teilnehmenden hervorgehoben.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie aus Kraftwerksstandorten dauerhaft nutzbare Orte für neue wirtschaftliche Aktivitäten werden können. In den Diskussionen zeigte sich deutlich: Erfolgreiche Folgenutzung braucht vor allem wirtschaftlich tragfähige Konzepte, muss nachhaltig ausgestaltet sein und vor Ort Akzeptanz finden. Diese drei Aspekte wurden von vielen Teilnehmenden im Laufe der Konferenz immer wieder hervorgehoben.

Ein weiterer zentraler Punkt war der Blick auf den richtigen Zeitpunkt der Nachnutzung. Deutlich wurde, dass es im Idealfall gar nicht zu einem vollständigen Stillstand der Standorte kommt. Vielmehr sollten neue Nutzungen bereits während der Stilllegungsphase vorbereitet und umgesetzt werden. So können vorhandene Infrastrukturen weiter genutzt, Brüche vermieden und Beschäftigungsperspektiven frühzeitig geschaffen werden.

In den Diskussionen wurde deutlich, dass Kraftwerksstandorte viele Chancen bieten: große Flächen, vorhandene Infrastruktur und eine hohe regionale Bedeutung. Gleichzeitig bestehen Herausforderungen, etwa bei Genehmigungen, Altlasten oder der Finanzierung neuer Nutzungen. Entscheidend ist, diese Fragen frühzeitig mitzudenken und Akteure vor Ort einzubinden.

Anhand von Praxisbeispielen, Fachimpulsen und Paneldiskussionen wurde diskutiert, welche Rahmenbedingungen dafür notwendig sind und welche Rolle Förderinstrumente dabei spielen können. Die Veranstaltung machte deutlich: Die Nachnutzung von Kraftwerksstandorten ist ein wichtiger Baustein für den Strukturwandel – insbesondere in den Kohleregionen – und bietet große Chancen, wenn sie frühzeitig, koordiniert und gemeinsam mit den Akteuren vor Ort gestaltet wird.

Die Fachkonferenz hat wichtige Impulse geliefert, wie die Nachnutzung von Kraftwerksstandorten künftig noch besser gelingen kann. Die Ergebnisse fließen nun in die weiteren Arbeiten des Bundeswirtschaftsministeriums zur Ausgestaltung und Evaluierung der bestehenden Förderinstrumente ein, um Regionen im Strukturwandel gezielt zu unterstützen und nachhaltige Perspektiven zu schaffen.