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Beraterkreis für den Hochlauf der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie
Einleitung
Angesichts der aktuellen sicherheitspolitischen Bedrohungslage kommt dem raschen Hochlauf der deutschen und europäischen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (SVI) eine herausragende Bedeutung zu. Vor diesem Hintergrund hat Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche einen Beraterkreis von vier Experten einberufen, die vielfältige Erfahrungen und Expertise in der Wirtschafts- und Verteidigungspolitik vereinen.
Das ehrenamtliche Beratungsgremiums unterstützt Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche und das Bundeswirtschaftsministerium dabei, die Wiederherstellung der Verteidigungsfähigkeit in Deutschland und Europa in der Weise zu organisieren. Ziel ist es, die großen Potentiale der deutschen und europäischen Industrie bestmöglich zu heben. So kann die SVI Impulse für Wachstum und Innovation auch in zivilen Wirtschaftsbereichen geben.
In einer Welt wachsender geopolitischer Spannungen sind Sicherheitspolitik und Wirtschaftspolitik untrennbar miteinander verwoben. Sicherheitspolitik beginnt längst nicht mehr an den Grenzen eines Landes, sondern in seinen Werkhallen, Laboren und Rechenzentren. Resiliente Lieferketten, verlässliche Märkte und innovationsfähige Unternehmen sind heute die Grundlage strategischer Handlungsfähigkeit. In der Ukraine sehen wir, dass Energieversorgung und kritische Infrastrukturen heute genauso sicherheitsrelevant sind wie militärische Fähigkeiten. Energie, Daten, Rohstoffe und Technologie sind zu strategischen Hebeln geworden. Gerade in Schlüsselbereichen wie Künstlicher Intelligenz, Drohnen, Robotik, Raumfahrt und Satellitenkommunikation müssen wir europäische technologische Souveränität, Verteidigungswirtschaft und Wirtschaftswachstum zusammendenken. Hierfür liefert das Strategiepapier meines Beraterkreises wichtige Impulse. Gerade beim technologischen Hochlauf dürfen sich Deutschland und Europa nicht abhängen lassen. Hier können wir viel von der Ukraine lernen, die unter schlimmsten Bedingungen eine beeindruckend resiliente Sicherheitsindustrie besonders im Drohnenbereich aufgebaut hat. Es geht um Joint Ventures, um gemeinsame Fertigungsanlagen, um Technologiekooperation und die Skalierung der Produktion. Wirtschaftliche Stärke entscheidet auch über sicherheitspolitische Stärke - und damit über die Fähigkeit, Freiheit und Souveränität zu verteidigen.
Veröffentlichungen
05. November 2025
Eine neue Strategie für Verteidigungswirtschaft, Technologieführerschaft und Wachstum
In dem Papier werden anhand eines Arbeitsplans 10 Punkte einer Neuausrichtung der deutschen Verteidigungswirtschaftspolitik aufgeführt. Sie ist eine generationenübergreifende Chance, technologische Souveränität, wirtschaftliche Stärke und strategische Handlungsfähigkeit für Deutschland und Europa neu zu definieren. Verteidigungsausgaben werden so zu Investitionen, die militärische Effektivität mit wirtschaftlicher Vernunft verbinden.
Jürgen-Joachim von Sandrart ist Generalleutnant außer Dienst des Heeres der Bundeswehr. In seiner letzten Verwendung war er Kommandierender General des Multinationalen Korps Nord-Ost. In weiteren Verwendungen leitete er unter anderem die 1. Panzerdivision in Oldenburg oder die Panzergrenadierbrigade 41. Ebenfalls leitete er von 2017 bis 2018 das Büro des Generalinspekteurs der Bundeswehr.
Prof. Dr. Moritz Schularick ist seit Juni 2023 Präsident des Kiel Instituts für Weltwirtschaft und Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Sciences Po (Paris). In seiner Forschung beschäftigt er sich unter anderem mit Geoökonomie, Finanzmärkten und Vermögenspreisen, den Ursachen von Finanzkrisen und ökonomischer Ungleichheit. Vor seiner Berufung nach Kiel war Moritz Schularick unter anderem Professor für Makroökonomie an der Universität Bonn und Direktor des dortigen MacroFinance Labs.
Nico Lange ist Senior Fellow bei der Münchner Sicherheitskonferenz. Er ist außerdem Senior Fellow, Transatlantic Defense and Security beim Center for European Policy Analysis (CEPA) in Washington D.C. und Senior Advisor bei GLOBSEC. Lange hat Lehraufträge am Lehrstuhl für Militärgeschichte der Universität Potsdam und an der Hertie School of Governance in Berlin. Er diente von 2019 bis 2022 als Leiter des Leitungsstabes im Bundesministerium der Verteidigung. Ebenfalls leitete er für die Konrad-Adenauer-Stiftung mehrere Auslandsbüros, u.a. in den USA und der Ukraine.
René Obermann ist seit 2020 Vorsitzender des Verwaltungsrates der Airbus SE, sowie Chairman Europa bei Warburg Pincus und stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der IONOS SE. Zuvor war er bereits Manager oder Aufsichtsratsmitglied bei zahlreichen deutschen und europäischen Unternehmen wie E.ON, Spotify, Allianz oder der Telekom, die er von 2006 bis 2013 als Vorstandsvorsitzender verantwortete.
Pressemitteilungen
02.12.2025 - Pressemitteilung -
Industriepolitik
Pressemitteilung:Start der Matchmaking-Plattform „SVI Connect“ zur Vernetzung von militärischer und ziviler Industrie
Pressemitteilung:Bundesregierung und Industrie beraten zu Sicherheits- und Verteidigungsfragen Auftaktveranstaltung „Industrie im Dialog für Sicherheit“
Pressemitteilung:Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche tauscht sich mit Beraterkreis für den Hochlauf der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie aus