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Damit vielversprechende Gründungsvorhaben nicht durch die Corona-bedingten Einschränkungen scheitern, können Ausgründungsvorhaben, die am Ende ihrer Förderlaufzeit stehen und deren Gründung durch die aktuellen Kontaktbeschränkungen gefährdet ist, mit einer unbürokratischen Verlängerung der Förderlaufzeit um drei Monate rechnen. Aktuell kommen für einen solchen Antrag alle Projekte in Frage, die zum 30. April 2020 und 31. Mai 2020 enden würden.
Eine der wichtigsten Quellen für neue Technologien sowie für innovative Produkte und Dienstleistungen sind Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Seit 1998 fördert die Bundesregierung mit dem Programm EXIST - Existenzgründungen aus der Wissenschaft Maßnahmen zur Verankerung einer Kultur der unternehmerischen Selbständigkeit und zur Stärkung des Unternehmergeistes an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Studierende, Absolventen und Wissenschaftler sollen für Gründungen sensibilisiert, motiviert und qualifiziert werden. Auch eine erste Finanzierung für die Seed- oder Gründungsphase wird bereitgestellt.
Das EXIST-Programm ist Bestandteil der Hightech-Strategie des BMWK und besteht aus den drei Programmsäulen "EXIST-Gründungskultur", "EXIST-Forschungstransfer" und "EXIST-Gründerstipendium".
EXIST-Gründungskultur
Seit 2011 unterstützt das Bundeswirtschaftsministerium 22 Hochschulen im Rahmen des Wettbewerb "EXIST-Gründungskultur - Die Gründerhochschule" bei der Bildung einer umfassenden Strategie für mehr Gründungskultur und Unternehmergeist. Das Potenzial technologieorientierter und wissensbasierter Gründungen soll nachhaltig erschlossen und unternehmerisches Denken und Handeln unter Studierenden und wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gestärkt werden. Darüber hinaus wurden bis zu drei Hochschulen mit den überzeugendsten Konzepten in jeder Wettbewerbsrunde zusätzlich mit dem Prädikat "EXIST - Gründerhochschule" ausgezeichnet.
Im Wettbewerb "EXIST-Gründerhochschule" wurden in den Jahren 2011 und 2013 zwei Wettbewerbsrunden durchgeführt. Eine mit unabhängigen Experten besetzte Jury hat alle Strategiekonzepte bewertet und die besten Konzepte ermittelt. In den beiden Wettbewerbsrunden wurden insgesamt 22 Strategiekonzepte für eine drei- bis fünfjährige Förderung ausgewählt.
EXIST-Forschungstransfer
Das Programm "EXIST-Forschungstransfer" richtet sich in zwei Förderphasen an technisch besonders anspruchsvolle Gründungsvorhaben aus Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen mit relativ langen Entwicklungszeiten, wie z. B. aus der Energie-, Umwelt-, Bio- und optischen Technologie, aus der Material-, Mikrosystem- und Medizintechnik sowie aus Teilen der Informations- und Kommunikationstechnologien.
Förderung in zwei Phasen stellt passgenaue Unterstützung sicher
In Förderphase I (Vorgründungsphase) soll die Grundlage einer potentiellen Gründungsidee weiterentwickelt und dabei der Nachweis der technischen Machbarkeit einer technisch besonders anspruchsvollen Produktidee sichergestellt. Auch die Gründung des Unternehmens wird in dieser Phase vorbereitet. Forscherteams an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen können Anträge über die jeweilige Hochschule oder Forschungseinrichtung stellen, Stichtag ist jeweils der 31. Januar und der 31. Juli. Zur Verfügung stehen bis zu 250.000 Euro an Sachmitteln für die Vorbereitung der Gründung zur Verfügung, beispielsweise Gebrauchsgegenstände, Verbrauchsmaterial, Investitionsgüter, Schutzrechte, Marktrecherchen und Coachingmaßnahmen.
Die zweite Förderphase richtet sich an in Phase I gegründete Unternehmen, greift aber nach der Unternehmensgründung. Gefördert werden die Entwicklung bis zur Marktreife und erste Schritte zum Unternehmensaufbau mit bis zu 180.000 Euro für eine Dauer von bis zu 18 Monaten. Voraussetzungen dafür sind ein Unternehmenssitz in Deutschland und eine technologieorientierte Ausrichtung. Auch die Hochschule hat die Möglichkeit, für bewilligte Gründungsvorhaben im EXIST-Forschungstransfer 20.000 Euro Förderung zu erhalten.
EXIST-Gründerstipendium
Das "EXIST-Gründerstipendium" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) unterstützt Studierende, Absolventinnen und Absolventen dabei, einen Businessplan zu erstellen und marktfähige Produkte zu entwickeln. Im Fokus stehen dabei innovative technologieorientierte oder wissensbasierte Projekte mit guten wirtschaftlichen Erfolgsaussichten.
Das Gründerstipendium richtet sich an Studierende, die mindestens die Hälfte ihres Studiums absolviert haben, an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie an Hochschulabsolventinnen und -absolventen jeder Nationalität, deren Abschluss nicht mehr als fünf Jahre zurückliegt und die ihr Vorhaben mit einer deutschen Hochschule realisieren wollen. Auch die Förderung von Gründerteams bis maximal drei Personen ist möglich. Die Förderung von ausschließlich aus Studierenden bestehenden Teams ist nur im Einzelfall möglich.
Die Förderung erfolgt in Stipendien zur Sicherung des Lebensunterhaltes sowie über Sach- und Coachingmittel für Gründerinnen und Gründer an Hochschulen und Forschungseinrichtungen für eine Dauer von bis zu 12 Monaten. Für bewilligte Gründungsvorhaben im EXIST-Gründerstipendium kann auch die Hochschule mit 10.000 Euro gefördert zu werden. Antragsteller ist die Hochschule oder Forschungseinrichtung. Der Antrag kann jederzeit gestellt werden.
EXIST Startup Germany - Israel
Seit Juni 2015 kooperiert das EXIST-Programm aktiv mit israelischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Israel ist damit das erste offizielle Partnerland des Programms. Dort ansässige Unternehmen werden nach erfolgreicher Bewerbung in die bestehenden Netzwerkstrukturen der Region Berlin/Brandenburg aufgenommen und durch das EXIST-Programm bestmöglich unterstützt. Berlin und Tel Aviv gelten derzeit als wichtige Zentren der Gründerszene. Das EXIST Startup Germany - Israel soll Austausch und Synergien zwischen beiden verstärken
EXIST-Gründungskultur, EXIST-Gründungsstipendium und EXIST-Forschungstransfer werden mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) kofinanziert.