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Die Handwerksförderung der Bundesregierung unterstützt Investitionen in Neugründungen, Umstrukturierungen, Unternehmensnachfolgen und Erweiterungen von Handwerksbetrieben, die berufliche Aus- und Fortbildung sowie die Fachkräftegewinnung und den Technologietransfer.
Beratungsnetzwerk im Handwerk
Um die Handwerksbetriebe bei der Bewältigung immer größer werdenden Herausforderungen zu unterstützen, fördert das Bundeswirtschaftsministerium anteilig Beratungs-, Informations- und Technologietransferstellen der Handwerksorganisationen zur Information und qualifizierten, neutralen Beratung aller Handwerksbetriebe. Die Förderung dient dabei die Innovationskraft der Handwerksbetriebe sowie ihrer Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Eine Beratung ist dabei jeweils speziell auf die Anforderungen der Handwerksbetriebe ausgelegt. Bundesweit werden bis zu 620 Beratungsstellen in den Handwerksorganisationen gefördert. Die geförderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Handwerksorganisationen sollen den Betrieben dadurch eine schnell erreichbare, kostenfreie, betriebsnahe, neutrale und unabhängige Beratung zur Verfügung stellen.
Die geförderten Beratungsstellen weisen jeweils unterschiedliche Spezialisierungsfelder auf. Daher fördert das Bundeswirtschaftsministerium drei verschiedene Module.
Zum einen werden Betriebsberaterinnen und -berater (BB) gefördert. Der Aufgabenschwerpunkt der BB liegt in der Beratung von Handwerksbetrieben und Existenzgründerinnen und -gründern in allen Fragen der Unternehmensführung, der strategischen Weiterentwicklung und von Innovationen zur Anpassung an sich verändernde Wettbewerbs- und Rahmenbedingungen sowie an sonstige Einflussfaktoren wie Umwelt- und Klimawandel, Energie-, Rohstoff- und Ressourcenknappheiten.
Darüber hinaus werden Beratungsstellen für Innovation und Technologie (BIT) gefördert. Die BIT haben die Aufgabe, die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit des Handwerks zu erhöhen, beispielsweise durch systematisch gesteigerte Innovationsbereitschaft und -fähigkeit sowie verbesserten Wissens- und Technologietransfers ins Handwerk . Dies erfolgt durch kostenfreie sowie zielgruppenspezifische Beratungs- und Transferangebote im Kontext zukunftsorientierter Technologien. Auch die Unterstützung der immer weiter voranschreitenden Digitalisierung in den Handwerksbetrieben zählt zu den Aufgaben der BIT.
Das dritte Modul stellen die Fachberatungs- und Informationsstellen (FIS) dar. Die FIS unterstützen mit Spezialwissen aus ihren Branchen die gewerkeübergreifend tätigen BB- und BIT-Stellen. Sie erarbeiten dazu ökonomische und technische Informationen, erheben Branchendaten, erstellen Analysen und Prognosen über die wirtschaftlichen und technologischen Entwicklungen. Zudem stehen sie den Betrieben und dem Beratungsnetzwerk als direkter Ansprechperson bei gewerkspezifischen Fachfragen zur Verfügung.
Weitere Informationen zur Arbeit des Netzwerks bietet die Homepage des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Ergänzend stellt die Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZLS) praxisnahe Inhalte wie Best-Practice-Beispiele zur Verfügung.
Bei Beratungsbedarf im Handwerk stehen die Handwerkskammern oder Fachverbände als kompetente Ansprechpartner zur Verfügung.
Überbetriebliche Berufsbildungsstätten
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stehen oftmals vor der Herausforderung, das vorhandene Fachwissen der Mitarbeitenden sowie ihre Anlagen und Maschinen stetig auf dem aktuellsten technischen Stand zu halten.
Überbetriebliche Berufsbildungsstätten (ÜBS) liefern hier einen wichtigen Beitrag zur hochwertigen Fort- und Weiterbildung im gesamten Bundesgebiet. Um die Weiterbildung im Mittelstand auf dem neuesten technologischen Stand anbieten zu können, fördert das Bundeswirtschaftsministerium mit jährlich rund 38 Millionen Euro die Investitionen für Bau, Ausstattungen und Modernisierungen der ÜBS.
Antragsberechtigt sind jeweils juristische Personen des öffentlichen Rechts oder im Sinne der Abgabenordnung gemeinnützige juristische Personen des privaten Rechts, die Träger von ÜBS sind.
Das Deutsche Handwerksinstitut (DHI) ist eine zentrale Forschungs- und Dienstleistungseinrichtung des Handwerks. Es wird vom Bundeswirtschaftsministerium aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages mit jährlich über 1,3 Million Euro gefördert. Die Arbeit des DHI wird zudem durch die Bundesländer als auch durch das Handwerk unterstützt.
Das DHI bildet die Dachorganisation von fünf verschiedenen Forschungsinstituten, die ein breites Spektrum an Themen bearbeiten, unter anderem Technologietransfer, betriebs- und volkswirtschaftliche Fragen, Recht, Berufsausbildung. Die konkreten Themen und Projekte beruhen auf Vorschlägen von Handwerkskammern, handwerklichen Fachverbänden, dem Deutschen Handwerkskammertag (DHKT) sowie den Wirtschaftsministerien von Bund und Ländern. Die Aufgaben werden jeweils für zwei Jahre zu einem Forschungs- und Arbeitsprogramm (FuA) zusammengefasst.
Beispiele für die Forschungsarbeit der Institute lassen sich in den umfangreichen Publikationen wiedererkennen. Auf der Website des DHI finden sich institutsübergreifend Publikationen zu verschiedenen Themen, die für das Handwerk von besonderem Interesse sind.
Die Internationale Handwerksmesse
Das Bundeswirtschaftsministerium beteiligt sich an der Internationalen Handwerksmesse (IHM) in München und präsentiert dort ein umfangreiches Informations- und Serviceangebot zu aktuellen Themen der deutschen Wirtschaftspolitik mit Schwerpunkt Handwerk. Außerdem fördert das Bundeswirtschaftsministerium die Sonderschauen Exempla und Innovation gewinnt!. Auf der Exempla werden spannende Handwerkstechnologien der Zukunft sowie besondere Handwerkskunst präsentiert. Auf dem Firmengemeinschaftsstand stellen besonders ausgewählte innovative Unternehmen neuste Innovationen für das Handwerk aus.
Aufgabe der Exempla ist es, besondere Spitzenleistungen und qualitätsvolle Arbeiten im Rahmen der Handwerksmesse in einer Ausstellung zu zeigen. Im Exempla-Archiv finden Sie Exponate vergangener Exempla-Ausstellungen sowie Informationen zur langjährigen Geschichte der Sonderschau.
Auf der Sonderschau Innovation gewinnt! präsentieren zwölf erfindungsreiche Unternehmer aus Mittelstand und Handwerk seit über 25 Jahren ihre Innovationsfähigkeit dem Publikum der Handwerksmesse.
Bundesinnovationspreis im Handwerk
Jedes Jahr wird auf der Internationalen Handwerksmesse (IHM) der Bundespreis für hervorragende innovatorische Leistungen für das Handwerk vergeben. Eine unabhängige Jury unter Vorsitz des Bundeswirtschaftsministeriums wählt bis zu zehn Preisträgerinnen und Preisträger aus, die innovative
Produkte,
Produktionsverfahren oder
Dienstleistungen für das Handwerk
ausstellen. Die Preisträgerinnen und Preitsträger erhalten einen kostenlosen Werbeclip, den diese auch sehr gut im Nachmessegeschäft für Marketingzwecke nutzen können, einen Geldpreis über 5.000 Euro und eine Urkunde mit der Unterschrift der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie (BMWE). Die Kriterien für die Vergabe des Preises sind insbesondere
der Neuigkeits- und Schwierigkeitsgrad einer Entwicklung und
ihr praktischer Nutzen für das Handwerk.
Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz
Die 2013 als gemeinsame Initiative von BMWi (jetzt BMWE), BMU (jetzt BMUV), DIHK und ZDH ins Leben gerufene Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz (MIE) verfolgt das Ziel, den Dialog zwischen Politik und den mittelständischen Unternehmen in Industrie, Handel und Handwerk zu stärken und KMU bei der Steigerung der Energieeffizienz zu unterstützen.
Das Handwerk soll analog zur Industrie Unterstützung bei der Umsetzung von Energieeinspar- und Klimaschutzmaßnahmen erhalten. Die eine Million Handwerksbetriebe mit ihren 5,62 Millionen Mitarbeitenden, sowie die 363.000 Auszubildenden sind umfassend von dem Transformationsprozess im Rahmen der Energie- und Klimapolitik betroffen. Die MIE bietet den Unternehmen einen passfähigen, maßgeschneiderten Instrumentenmix und zielgruppengemäße Unterstützung. Die Instrumente werden über ein Partnernetzwerk in die Breite getragen: sieben Umweltzentren des Handwerks sowie 55 Transferpartner aus Handwerkskammern, Verbände, Innungen und Energieagenturen.
Dazu gehören neben der Durchführung von sogenannten Energieeffizienzdialogen, also Einstiegs-Energieberatungen, in den Betrieben auch eine Energieeffizienz-Toolbox, bestehend aus einem umfassenden Online-Leitfaden Energieeffizienz, Modellbetrieben und dem sogenannten E-Tool (digitales Energiebuch). Darüber hinaus adressiert die MIE die Integration der Themen Energieeffizienz und Klimaschutz in Fort- und Weiterbildungsangebote, beispielsweise Meisterkurse ebenso wie das immer wichtiger werdende Thema Mobilität.
Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk
Unterstützung bei der Digitalisierung erhält das Handwerk durch das vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Netzwerk der Mittelstand-Digital Zentren, insbesondere das Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk. Dieses hilft Unternehmen bei der Erschließung technischer und wirtschaftlicher Potenziale, die sich aus der digitalen Transformation für das Handwerk ergeben. Im Zuge der zweijährigen Verlängerung des Zentrums bis Juni 2026) liegt der Fokus insbesondere auf die Vorbereitung und Nutzung von KI-Technologien im Handwerk. Unternehmen erhalten Informations-, Qualifizierungs-, Umsetzungs- und Vernetzungsangebote, die in regionalen „Schaufenstern“ entwickelt werden. Das Zentrum bietet bundesweit an acht Standorten Expertenwissen, Informationen, Schulungen, Demonstrationen und Hilfestellungen für den handwerklichen Mittelstand.
Zudem unterstützt das BMWK mit der Initiative “IT-Sicherheit in der Wirtschaft” Unternehmen darin, ihre IT-Sicherheit zu verbessern. Alle kostenfreien Angebote der Initiative und des Netzwerks der Mittelstand-Digital Zentren zur IT- und Cybersicherheit – speziell auch für das Handwerk – finden Sie hier im „Werkzeugkasten der Cybersicherheit““.