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Neben seiner unbestrittenen pädagogischen und sozialen Bedeutung verfügt der Kinder- und Jugendtourismus in Deutschland über ein oft unterschätztes wirtschaftliches Potenzial. Die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) geförderte Studie "Kinder- und Jugendtourismus in Deutschland 2013" belegt, dass Reisen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor im Tourismus darstellen.
Nach Ergebnissen der am 4. März 2014 im Rahmen der Internationalen Tourismusbörse in Berlin vorgestellten Studie belief sich das Bruttoumsatzvolumen im Jahr 2013 auf ca. 38,2 Milliarden Euro. Die Zahl der Übernachtungsreisen lag bei ca. 62 Millionen, die der Tagesausflüge bei etwa 670 Millionen. Dabei unternahmen die 3- bis 13-Jährigen insgesamt 188 Millionen Tagesausflüge. Bei den 14- bis 26-Jährigen waren es sogar 467,5 Millionen. Zwei Drittel der Übernachtungsreisen fanden im Inland statt.
Bei der repräsentativen Studie wurde erstmals bundesweit das Reiseverhalten von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen detailliert erfasst und analysiert. 10.040 Kinder und Jugendliche im Alter von 3 bis 26 Jahren aus allen Regionen Deutschlands nahmen daran teil.
Die Daten und Erkenntnisse der Studie bilden die Basis für die Weiterentwicklung und Stärkung des Kinder- und Jugendtourismus in Deutschland. Dazu gehören unter anderem die Stärkung des Images und der Bedeutung des Kinder- und Jugendtourismus in Deutschland, die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Leistungsträgern und die Förderung des Kinder- und Jugendtourismus "aus einer Hand".
"Zukunftsprojekt Kinder- und Jugendtourismus"
Die Studie ist Bestandteil des von September 2012 bis Dezember 2014 durchgeführten "Zukunftsprojekts Kinder- und Jugendtourismus", das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gefördert wurde. Mit diesem Projekt wurden tourismuspolitische Aspekte eines Beschlusses des Deutschen Bundestages zur Förderung und Unterstützung des Kinder- und Jugendtourismus in Deutschland umgesetzt. Träger war das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH-Hauptverband).
Darüber hinaus wurden bundesweit sechs thematische "Zukunftskonferenzen" zur Vorstellung von guten Praxisbeispielen und besseren Vernetzung und Kooperation der Anbieter jugendtouristischer Programme durchgeführt. Im Mittelpunkt zweier im Herbst 2014 durchgeführten Themenkonferenzen zum ländlichen Raum und zum Reformationsjubiläum standen die Verbreitung der Studienergebnisse sowie das Ausloten des touristischen Potenzials. Die Durchführung aller Konferenzen hatte das BundesForum Kinder- und Jugendreisen übernommen.
Einen wichtigen Platz nimmt das Thema Kinder- und Jugendtourismus auch bei der Arbeit der Deutschen Zentrale für Tourismus e. V. (DZT) ein. Die DZT vermarktet das Reiseland Deutschland im Ausland. Kinder- und Jugendreisen vermarktet sie insbesondere über die HotSpot-Seite, mit dem Fokus auf User-generated content, die im Rahmen des Themenjahres "Junges Reiseland Deutschland" entstanden ist.
Auf ihrer Homepage hat die DZT zusätzlich weltweit eine eigene Rubrik mit dem Titel "Deutschland für Jugendliche" erstellt. Darüber hinaus steht die DZT in einem aktiven Dialog mit den Organisationen zum Kinder- und Jugendtourismus wie dem "BundesForum Kinder- und Jugendreisen e. V.", "Youth Incoming Germany" (YIG) und dem Deutschen Jugendherbergswerk (DJH). Dabei hilft die DZT, das Angebot international zu vermarkten und die laufenden Projekte durch ihr internationales Marketing zu unterstützen.