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Der Deutschlandtourismus boomt. 2018 war mit rund 477,6 Millionen Übernachtungen das neunte Rekordjahr in Folge. Allerdings zieht es die Touristen in erster Linie in die großen Städte. Die ländlichen Regionen hinken beim Wachstum hinterher. Gerade in den häufig strukturschwachen ländlichen Räumen hat der Tourismus jedoch eine besondere Bedeutung für Arbeitsplätze und Einkommen.
Projekt: "Tourismusperspektiven in ländlichen Räumen"
Mit dem Projekt "Tourismusperspektiven in ländlichen Räumen" hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz in enger Kooperation mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft dazu beigetragen, das touristische Potenzial zu analysieren, um die ländlichen Räume als attraktives Reiseziel stärker zu bewerben. Im Ergebnis entstanden Hilfestellungen und Anregungen in Form von guten Praxisbeispielen, Schlüsselstrategien, Handlungsempfehlungen und Checklisten.
Die Ergebnisse des Projekts wurden veröffentlicht in dem Leitfaden "Tourismusperspektiven in ländlichen Räumen - Handlungsempfehlungen zur Förderung des Tourismus in ländlichen Räumen" und in zehn Kurzreports mit Checklisten zu den einzelnen Handlungsfeldern sowie in der Sonderstudie "Freizeitparks, Märkte und Volksfeste".
Im zweiten Halbjahr 2013 wurden die Projektergebnisse auf einer bundesweiten Roadshow präsentiert und diskutiert. Aufgrund des großen Interesses wurde die Roadshow 2014/15 mit zehn weiteren Veranstaltungen fortgesetzt.
Aktuelles Projekt: "Die Destination als Bühne: Wie macht Kulturtourismus ländliche Räume erfolgreich?"
Die kulturelle Vielfalt in der Fläche, nicht nur in den großen Städten, gehört zu den Markenzeichen des Reiselandes Deutschland. Aufbauend auf den guten Ergebnissen des Projekts "Tourismusperspektiven in ländlichen Räumen", setzen wir in diesem Projekt an der Schnittstelle zwischen Kultur und Tourismus an.
Bei dem Projekt geht es darum, in ländlichen Regionen die Potenziale von Kunst und Kultur im weitesten Sinne zu erschließen. Oberlausitz-Niederschlesien, Ostfriesland und die Zugspitzregion wurden im März 2016 unter bundesweit 77 Bewerbern als Modellregionen ausgewählt. Im Dezember 2016 kamen zwei weitere Regionen hinzu: Anhalt-Dessau-Wittenberg und die Mecklenburgische Seenplatte. Als sechste und bislang letzte Modellregion wurde im November 2017 die Oberschwäbische Barockstraße ausgewählt.
Ein Kernanliegen ist es, die Zusammenarbeit zwischen Touristikern und Kulturschaffenden zu stärken. Dabei geht das Projekt über bloße Handlungsempfehlungen und den Verweis auf gute Beispiele hinaus: Wir wollen ganz konkret in die Regionen gehen, Problemstellungen vor Ort analysieren und die lokalen Akteure "coachen". Die ländlichen Modellregionen sollen musterhaft in der Umsetzung von Konzepten zur Entwicklung des Kulturtourismus begleitet werden. Die beispielhaften Lösungen und Erfahrungen aus diesen Modellregionen werden dann auch anderen Regionen bundesweit zur Nachahmung zur Verfügung stehen.
Der Deutsche Tourismusverband e. V. (DTV) koordiniert das Projekt im Auftrag des BMWK. Gemeinsam mit den fünf Modellregionen wird das Projektteam individuelle Coaching-Konzepte entwickeln. Die Modellregionen weisen unterschiedliche kulturtouristische Entwicklungsstadien auf. In Oberlausitz-Niederschlesien sollen die vielfältigen Kulturangebote vernetzt werden, um so touristische Kooperationen zu initiieren und zu stärken. In der Zugspitzregion soll gezeigt werden, wie das Thema einer Landesausstellung nachhaltig und langfristig für die kulturtouristische Vermarktung genutzt und weiter entwickelt werden kann. In Ostfriesland wird es um die Frage gehen, wie man ein schon bestehendes Kulturnetzwerk unabhängig von Fördermitteln auf solide finanzielle und organisatorische Füße stellt. In der Region Anhalt-Dessau-Wittenberg sollen Kulturangebote zur Ansprache neuer, junger Zielgruppen genutzt werden. Und der Region Mecklenburgische Seenplatte geht es darum, innovative Beteiligungsformen und Qualifizierungsangebote für kulturtouristische Einzelanbieter zu entwickeln sowie Wissenstransfer, Marketingexpertise und Produktentwicklung zu stärken.
Am 15. März 2016 wurde die projektbegleitende Dialogplattform www.culturcamp.de gestartet. Sie ist die Basis für den regen Online-Austausch zwischen allen Regionen und der interessierten Öffentlichkeit. Auch andere Tourismusregionen können und sollen hier ihre Kenntnisse, Erfahrungen und Fragen einbringen.
Am 6. Juli 2017 trafen sich Tourismusexpertinnen und -experten aus Politik und Wirtschaft mit Kulturschaffenden und Touristikern aus zahlreichen Destinationen im BMWK zu einer Zwischenbilanz (PDF: 53 KB) des Vorhabens.
Das am 1. August 2015 gestartete Projekt läuft bis zum 30. Juni 2018. Auftragnehmer ist der DTV zusammen mit dem DIW Berlin, der dwif-Consulting GmbH, der KULTUREXPERTEN Dr.--Doktor Scheytt GmbH, der mediamare consulting GmbH und der Sandstein Kommunikation GmbH.
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[1] Nach Definition des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) haben ländliche Räume eine Bevölkerungsdichte unter 150 Einwohnern pro Quadratkilometer
31.07.2017 - Download -
Publikation:Papier "Kulturtourismus in ländlichen Regionen - eine Zwischenbilanz"