Eine große Gruppe von Menschen sitzt in einem Seminarraum und hört sechs Personen aus einer Diskussionsrunde auf einer Bühne zu.

Höhepunkt des Regionalforums war der Impuls von Prof. Dr. Harald Lesch mit anschließender Diskussionsrunde.

© VG Kölleda

Im Zentrum der Veranstaltung stand eine einfache Idee: Wenn sich die Landschaft verändert, sollen auch die Menschen vor Ort profitieren. Genau hier setzt das Projekt „REES – Regionale Entwicklung durch Erneuerbare Energien in der Region Sömmerda“ an. Ziel ist es, Wertschöpfung in der Region zu halten und Bürgerinnen und Bürger aktiv zu beteiligen.

Regionale Wertschöpfung durch gemeinsames Engagement

„Stellen Sie sich vor, Bürgerinnen und Bürger können selbst entscheiden, wie teuer der Strom in ihrer Heimat ist – und jede Stromrechnung stärkt automatisch gemeinnützige Projekte und die Wirtschaft vor Ort.“, eröffnete Sebastian Goldhorn, Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Kölleda, seinen Redebeitrag, „Was jetzt vielleicht klingt wie ein schöner Traum, ist bereits Realität.“ Dass das funktionieren kann, zeigt die Praxis: Aus dem Wunsch, Einnahmen aus erneuerbaren Energien sinnvoll für die Region zu nutzen, entstand 2023 die Bürgerenergiegenossenschaft Thüringer Becken (BEG). Sie installiert Photovoltaikanlagen auf kommunalen Dächern und versorgt Kindergärten, Feuerwehren und Verwaltungsgebäude mit günstigem Solarstrom.

Darauf baut REES auf – mit einem regionalen Wertschöpfungskreislauf, von dem viele profitieren: BEG-Mitglieder erhalten einen günstigen Stromtarif, Kommunen sparen Energiekosten, lokale Handwerksbetriebe bekommen Aufträge und Investitionen ermöglichen neue Projekte – von der Sanierung von Kitas bis zur Wiederbelebung leerstehender Gebäude. Über die Verwendung der Gewinne und die Höhe der Vergünstigung des Stromtarifs entscheiden die Mitglieder selbst. Energiewende wird so zur gemeinsamen Regionalentwicklung.

Eine große Gruppe von Menschen sitzt in einem Seminarraum. Die Gruppe schaut auf eine Leinwand mit einer Präsentation und einer Person, die an einem Rednerpult steht und diese vorstellt.

Rund 150 Gäste besuchten das Regionalforum „Heimat und Energie: Gutes Leben auf dem Land“ auf Schloss Ettersburg.

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Wissenschaftlicher Impuls und neue Perspektiven für den ländlichen Raum

Ein besonderer Höhepunkt war der Impulsvortrag von Prof. Dr. Harald Lesch. Er zeigte eindrücklich, dass erneuerbare Energien nicht nur aus Klimasicht notwendig, sondern auch wirtschaftlich die beste Lösung sind. Seine Botschaft: Wind- und Solarstrom sind heute unschlagbar günstig – jetzt kommt es darauf an, die Chancen vor Ort zu nutzen. Prof. Lesch, selbst Mitglied in der Energiegenossenschaft Ilmtal, die Projektpartner ist, plädierte ebenfalls für die Bürgerbeteiligung und die Chancen die dadurch bestehen, sich unabhängig von fossiler Energie zu machen, die zum Großteil importiert werden muss, wodurch auch das Geld aus der Region abfließt.

In der anschließenden Diskussion wurde deutlich: Die Energiewende kann gerade im ländlichen Raum neue Perspektiven eröffnen – wenn die Menschen mitgestalten und die Wertschöpfung in der Region bleibt.

Das Regionalforum hat gezeigt: Eine starke Heimat und eine saubere Energiezukunft gehören zusammen.