Gruppenfoto der Vertreter der beteiligten Unternehmen

Vertretende der beteiligten Unternehmen, der vier Landkreise und des Bayerischen und Thüringer Wirtschaftsministerium haben am 25.06.25 bei Wiegand Glas in Schleusingen das Kooperationspapier zur „Modellregion Glas“ unterzeichnet, Foto: Robin Fleck

© Robin Fleck

Die „Modellregion Glas wurde“ bereits 2023 als Reaktion auf die steigenden Energiepreise und die Gasmangellage ins Leben gerufen. Die beteiligten Glasunternehmen wandten sich proaktiv an die Politik und initiierten mit großem Engagement das Projekt, um gemeinsam Lösungen für eine nachhaltige Energiezukunft der Branche zu entwickeln. 2024 folgte die Bewerbung für den Bundeswettbewerb „Zukunft Region“. Die Modellregion konnte sich erfolgreich durchsetzen und erhielt eine Förderung in Höhe von 182.000 Euro. Einen Eigenanteil von 21.000 Euro tragen die beteiligten Unternehmen.

Zur Partnerschaft gehören die Unternehmen Wiegand-Glas, HEINZ-GLAS, Gerresheimer und Röser, die Landkreise Hildburghausen, Ilm-Kreis, Kronach und Sonneberg, die Wirtschaftsministerien von Bayern und Thüringen sowie die Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen. Die länderübergreifende Zusammenarbeit entlang des Rennsteigs unterstreicht die regionale Geschlossenheit für eine nachhaltige Zukunft. Das Vorhaben soll neben der Förderung des Klimaschutzes auch Arbeitsplätze der traditionellen und energieintensiven Branche in der Region sichern und die regionale Wertschöpfung stärken.

Nächste Schritte und Machbarkeitsstudie

Mit der Förderung wurde zum 1. Juni 2025 ein Projektmanager eingestellt: Jonas Köstner, Experte für Klimaschutz und erneuerbare Energien, koordiniert nun die Umsetzung und fungiert als Schnittstelle zu Politik und Fördermittelgebern. Eine Projektwebsite ist im Aufbau.

Die zentrale Aufgabe ist eine Machbarkeitsstudie in Zusammenarbeit mit Wissenschaft, Unternehmen, Energieversorgern, Netzbetreibern und Kommunen zu erstellen. Untersucht werden technische, infrastrukturelle und wirtschaftliche Voraussetzungen für den Umstieg auf erneuerbare Energien. Im Fokus stehen neben Wind- und Solarausbau auch Netz- und Speicherinfrastruktur, Flächenplanung sowie Kommunikation mit der Bevölkerung. Geplant sind unter anderen „Tage der gläsernen Türen“, die Einblicke in die Glasproduktion geben. Im Rahmen der Veranstaltung stellte das Projektteam ein Positionspapier der Glasindustrie vor, das Anregungen zur Ausgestaltung der energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen enthält. Thematisiert werden unter anderem die Stromsteuer und die Netzentgelte für energieintensive Unternehmen. Aus Sicht der Branche könnten entsprechende Anpassungen zur Unterstützung einer langfristig tragfähigen Transformation beitragen.

Modellcharakter für ganz Deutschland

Die „Modellregion Glas“ dient als Pilotprojekt zur Umstellung energieintensiver Industrieprozesse auf erneuerbare Energien. In der Region um den Rennsteig wird untersucht, wie die Energiewende unter Einbindung von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft praktisch umgesetzt werden kann. Ziel ist es, Ansätze zu entwickeln, die dazu beitragen, den Wirtschaftsstandort langfristig zu sichern und Perspektiven zu schaffen, um die Glasindustrie nachhaltig weiterzuentwickeln.