Mit seinem Energieforschungsprogramm (EFP) legt das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz die aktuellen Grundlinien und Schwerpunkte der Förderpolitik im Bereich innovativer Energietechnologien fest. Mit dem neuen Programm verfolgt das BMWE erstmals eine missionsorientierte Innovationspolitik für die Energiewende. Dahinter verbirgt sich eine sektor- und fachthemenübergreifende Forschungsförderung, die an konkreten, ambitionierten Zielen für jede Mission ausgerichtet ist. Immer mit dem Fokus, Forschungsergebnisse, die zum Aufbau einer klimaneutralen, sicheren Energieversorgung beitragen, schnell in die Praxis zu bringen.

Da es sich bei der Energiewende um einen dynamischen Prozess handelt, der von äußeren, geopolitischen Entwicklungen ebenso geprägt ist, wie von allen Akteuren, die Energie bereitstellen oder nutzen, hat das BMWE das neue Energieforschungsprogramm ganz bewusst als lernendes Programm gestaltet. Das heißt, die verschiedenen Förderformate und Programmziele der Missionen können an neue Erfordernisse angepasst werden. So stellt die Politik sicher, dass die Förderpolitik zum Innovationsbedarf der Energiewende passt. Hierzu sieht das Programm auch ein Monitoring vor, das frühzeitig anzeigt, wenn Ziele oder Maßnahmen angepasst werden müssen.

Der Fortschreibung des Energieforschungsprogramms ging ein breiter Konsultationsprozess mit Akteurinnen und Akteuren aus Wirtschaft und Industrie, Wissenschaft, Gesellschaft und den Ländern voraus. Dieser wurde wissenschaftlich durch das Förderprojekt „Missionsorientiertes Politiklernen für ein agiles Energieforschungsprogramm (M-EFP)“ begleitet und durch den Projektträger Jülich im Auftrag des BMWE koordiniert.

Es gibt auch andere Forschungsprogramme, die Aspekte von zukunftsweisenden Energietechnologien enthalten. Dabei geht es vor allem um Programme, in denen die energiepolitischen Aspekte nicht im Vordergrund stehen. Dazu gehören unter anderem die Luftfahrtforschung sowie die Technologieförderung für den Mittelstand des BMWE.

Forschungsförderung bis zur Marktreife

Das Technology Readiness Level (TRL) gibt auf einer Skala von 1 bis 9 den wissenschaftlich-technischen Status einer Technologie an (Technologiereifegrad). Das BMWE fördert anwendungsnahe Forschungsarbeiten ab TRL 3. Dem Instrument der Reallabore der Energiewende, mit dem marktnahe Entwicklungen gefördert werden, liegen die TRLs von 7 bis 9 zugrunde.

Mikroprojekte: Innovatives Format für schnellere Umsetzung

Ein besonderes Format im Energieforschungsprogramm sind die sogenannten Mikroprojekte. Mikroprojekte grenzen sich von den bestehenden Formaten durch den Fokus auf eine schnelle Verwertung der Projektergebnisse und kurze Projektlaufzeiten ab. Schnellere Antragsprozesse, kleinformatige, kurzlaufende Projekte und eine intensivere, zielgerichtete Evaluation laufender Projekte sollen Lernschleifen beschleunigen. So sollen vor allem drängende Forschungsfragen und Förderbedarfe fokussiert in einem „Trial & Error“-Ansatz geklärt werden. Mit dem Energieforschungsprogramm des BMWE wird das Förderformat der Mikroprojekte auf alle Forschungsthemen ausgeweitet und gestärkt.

Innovationen für die Standorterneuerung in Deutschland und den Technologieexport

Energieinnovationen haben einen bedeutenden Anteil an der Sicherung von Wertschöpfung, Arbeitsplätzen und Wohlstand in Deutschland. Auch die Beiträge zur Technologiesouveränität und Diversifizierung stärken den Wirtschaftsstandort.

Durch die Forschungsförderung werden zudem deutsche Unternehmen dabei unterstützt, ihre Position auf dem Gebiet klimafreundlicher Energietechnologien auszubauen. Klimaschutz und CO₂-Emissionen enden nicht an Staatsgrenzen. Neue Energietechnologien werden nicht nur in Deutschland eingesetzt, sondern auch weltweit genutzt. Wer innovative und wirtschaftliche Lösungen anbieten kann – und die deutschen Unternehmen und Forschungseinrichtungen besetzen auch Dank kontinuierlicher Forschungsförderung in vielen Energietechnologien eine sehr gute Ausgangsposition – hat einen Wettbewerbsvorteil auf den internationalen Märkten. Das sichert Wachstum und Beschäftigung in Deutschland. Zugleich leistet Deutschland so einen wichtigen Beitrag zum internationalen Klimaschutz.

Forschungsvorhaben sind zeitlich befristet und inhaltlich klar definiert. Die Projekte werden von Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Hochschulen umgesetzt. Durch die begrenzten Projektlaufzeiten ist es möglich, Förderschwerpunkte und -prioritäten zielgerichtet weiterzuentwickeln und an neue Erkenntnisse bzw. Rahmenbedingungen anzupassen. Das erhöht die Effizienz des Fördereuros. Wichtig für den Erfolg der Energieforschung des BMWE ist zudem der Transfer der Forschungsergebnisse in marktfähige Anwendungen.

Förderberatung

Mit der Förderberatung „Forschung und Innovation“ bietet der Bund eine erste Anlaufstelle für alle Fragen zur Forschungs- und Innovationsförderung. Sie informiert potenzielle Antragstellerinnen und Antragsteller über aktuelle Förderprogramme und -initiativen sowie zu zuständigen Ansprechpersonen. Zu ihrem Serviceangebot gehört auch ein Lotsendienst für Unternehmen. Dieser richtet sich insbesondere an kleine und mittlere Betriebe.

Informationen zur Antragstellung im 8. Energieforschungsprogramm finden Sie unter www.energieforschung.de.