Welche Rolle spielen Importe, Speicher und Netze für die Erdgasversorgung?
Für die Versorgungssicherheit bei Erdgas ist die hohe Importabhängigkeit von Bedeutung. Die heimische Erdgasförderung in Deutschland deckte 2024 mit 36 TWh nur vier Prozent des Bedarfs.
Gas muss also über Pipelines nach Deutschland strömen beziehungsweise an Flüssigerdgas-(LNG)-Terminals angelandet werden. Die Gaslieferverträge werden von den Gasversorgungsunternehmen geschlossen. Die Bundesregierung führt mit diesen einen engen Dialog, um Diversifizierungsmaßnahmen zu unterstützen. 2024 stammte der Großteil der Gasimporte aus Norwegen (48 Prozent) sowie aus LNG-Importen in die EU, welche über die Niederlande (25 Prozent) und Belgien (18 Prozent) nach Deutschland kamen (vorläufige Zahlen). Diese Zahlen zeigen den Erfolg der umfassenden Diversifizierungsmaßnahmen der Bundesregierung: Die Loslösung von russischem Pipelinegas, dessen Importanteil 2021 noch bei über 50 Prozent lag, ist gelungen. Die Diversifizierung der Gasversorgung dauerhaft sicherzustellen, hat weiterhin hohe Priorität.
Als Reserve spielen Erdgasspeicher eine wichtige Rolle. Deutschland verfügt über die größte Speicherkapazität in der Europäischen Union (EU). Die Speicherfüllstände waren zu Beginn des russischen Angriffskrieges ungewöhnlich niedrig.
Das BMWE hat mit dem Gasspeichergesetz dafür gesorgt, dass die Energieversorgung durch volle Gasspeicher gewährleistet bleibt. Derzeit werden 34 unterirdische Speicher betrieben. Die Speicher sind fast über ganz Deutschland verteilt, wobei es aus geologischen Gründen einen regionalen Schwerpunkt im Nordwesten gibt. In Abhängigkeit des Gasverbrauchs, zum Beispiel in der Heizperiode, reicht das Arbeitsgasvolumen für eine Nachfrage von zwei bis drei Monaten.
Das deutsche Erdgasfernleitungsnetz hat eine Länge von 43.300 Kilometern und wird von 16 Fernleitungsnetzbetreibern betrieben (Stand 2023). Es wird auch genutzt, um erhebliche Gasmengen in andere EU-Staaten zu transportieren. Hinzu kommt ein engmaschiges Gasverteilnetz von 527.000 Kilometern, welches das Gas bis zum Endverbraucher transportiert.