Welche Rolle spielen Reserven, Flexibilitätsoptionen und Speicher?
Deutschland verfügt über ein Sicherheitsnetz an Reserven: die Kapazitätsreserve, die Netzreserve sowie besondere netztechnische Betriebsmittel. Sie alle dienen dazu, die Versorgung von Haushalten, Institutionen und Unternehmen mit Elektrizität jederzeit sicherzustellen.
Weil Strom in Netzen nicht gespeichert werden kann, müssen Erzeugung und Bedarf ausbalanciert sein. Um die kostengünstige Einspeisung aus erneuerbaren Energien zu integrieren, wird das Stromsystem deshalb flexibler werden. Flexibilität bedeutet die flexible Anpassung von Verbrauch und Erzeugung. Vor allem Verbraucherinnen und Verbraucher erhalten neue Möglichkeiten, die Systemsicherheit kostengünstig zu wahren. Verbraucherinnen und Verbraucher können zum Beispiel über intelligente Messsysteme, sogenannte Smart-Meter, flexibel auf Preissignale reagieren und haben einen Anreiz, ihren Stromverbrauch in kostengünstigere Zeiten mit hoher Erzeugung, insbesondere aus erneuerbaren Energien, zu verlagern. Aber auch Unternehmen können ihre Produktion oder Lagerung (Kühlhäuser) so optimieren, dass sie von günstigen Strompreisen stärker als bisher profitieren. Um dies weiter zu vereinfachen, erarbeiten die Bundesnetzagentur (BNetzA) und entsprechende Regelungen.
Ergänzend leisten Speicher, zum Beispiel Pumpspeicher oder Batteriespeicher, einen Beitrag zur Versorgungssicherheit, indem sie in nachfrageschwachen oder erzeugungsstarken Stunden Energie speichern und diese in Stunden mit hoher Nachfrage, beispielsweise . in der Abendspitze, zur Verfügung stellen. Batterie- und Pumpspeicher sind jedoch auf Einspeisedauern von wenigen Stunden ausgelegt und gleichen daher nur stündliche oder tägliche Schwankungen von Angebot und Nachfrage aus. Für längere Schwankungen der Erzeugung und Last werden zukünftig elektrochemische Speicher genutzt, das heißt die Umwandlung von Strom zu Wasserstoff, die Speicherung des Wasserstoffs in unterirdischen Kavernen und die Wiederverstromung in Wasserstoffkraftwerken.