Regionenzuschnitt
in Schleswig-Holstein:
Dithmarschen, Steinburg
Beispielregion -
Region Westholstein
in Schleswig-Holstein:
Dithmarschen, Steinburg
Die Beispielregion Westholstein erstreckt sich über die beiden Kreise Dithmarschen und Steinburg, die an der Unterelbe und am Nord-Ostsee-Kanal gelegen ist. Im Zentrum dieser Region befindet sich Schleswig-Holsteins größtes Industriegebiet, der ChemCoast Park in Brunsbüttel, welcher beide Kreise zu einer gemeinsamen zukunftsweisenden Wirtschaftsregion vereint. Insbesondere Unternehmen aus der Grundstoff- und Petrochemie sowie der Energie- und Logistikwirtschaft sind hier angesiedelt. Insgesamt sind in der Region aktuell rund 10 Unternehmen mit Bezug zur industriellen Bioökonomie ansässig. Auch über die Region hinaus bildet die Kooperation dieser Unternehmen ein wirtschaftliches Schwergewicht und sorgt darüber hinaus für signifikante volkswirtschaftliche Wertschöpfungseffekte.
Im Zuge der wirtschaftlichen Transformation hin zu einer biobasierten Industrie sollen die CO2-Emissionen signifikant gesenkt und die Produktion vom Verbrauch fossiler Energieträger entkoppelt werden. Die Industriestrategie des Landes Schleswig-Holstein unterstützt die Transformation der Region hin zu einer angestrebten klimafreundlichen Circular Economy, wobei auch der Einsatz von „grünem“ Wasserstoff eine entscheidende Rolle spielen soll.
Entwicklungsgesellschaft Westholstein mbH
Dr. Jesko Dahlmann
04852-8384-12
dahlmann@eg-westholstein.de
25541 Brunsbüttel
www.eg-westholstein.de
WTSH Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH
Lorentzendamm 24
24103 Kiel
https://wtsh.de
In den sogenannten Beispielregionen der industriellen Bioökonomie gibt es bereits einige Unternehmen mit Bezug zur industriellen Bioökonomie. Diese vernetzen sich und biologisieren die Industriestruktur, sodass neue industrielle Wertschöpfungsketten mit biobasierten Produkten und Verfahren entstehen.
In dieser Beispielregion sind verschiedene Industriezweige in unterschiedlicher Ausprägung vertreten. Die folgende Abbildung gibt einen Überblick über die Industriezweige, die 1) bedeutsam für die Wirtschaftsleistung und 2) bedeutsam für die industrielle Bioökonomie in dieser Beispielregion sind.
In dieser Region sind 10 Unternehmen mit Bezug zur industriellen Bioökonomie ansässig.
Die Unternehmen sind auf unterschiedlichen Wertschöpfungsstufen der industriellen Bioökonomie aktiv. In der folgenden Tabelle wird dargestellt, welcher Anteil der Unternehmen dieser Region jeweils welcher Wertschöpfungsstufe angehört.
| Wertschöpfungsstufe | Anteil der Unternehmen |
| Rohstoffgewinnung und -aufbereitung | 25% |
| Verarbeitung von Rohstoffen zu Zwischenprodukten | 40% |
| Verarbeitung von Zwischenprodukten zu Endprodukten | 20% |
| Unternehmen, die zwei oder mehr Wertschöpfungsstufen abbilden | 15% |
Am Industriestrandort ChemCoast Park produzieren bereits zwei bioökonomische Unternehmen seit vielen Jahren nachhaltig. Mercuria Biofuels produziert Biodiesel aus Altspeiseölen, beispielsweise altes Frittieröl aus Großkantinen, welche gesammelt und zur nachhaltigen Treibstoffproduktion verwendet werden. Informationen dazu stehen auf der Webseite des ChemCoast Parks Brunsbüttel.
Bioenergie Brunsbüttel produziert Strom & Wärme aus dem Beischnitt der regionalen Landschaftspflege, also aus rein biogenem Feedstock. Informationen dazu stehen auf der Webseite von Bioenergie Brunsbüttel.
Weiterhin entsteht aktuell ein CO2-Hub im ChemCoast Park Brunsbüttel. Der Standort wird an ein bundesweites CO2-Netz angeschlossen, in das abgeschiedenes CO2 unter anderen aus der Zementproduktion von Holcim in Lägerdorf eingespeist werden soll.
Siehe unter anderen:
Perspektivisch soll CO2 von Brunsbüttel aus nicht nur unter anderem Richtung Norwegen „exportiert“, sondern auch für die Produktion von grünem Methanol als Schiffstreibstoff an unserem Standort verwendet werden. Zudem wird es mindestens eine große Biomethan-Produktion im ChemCoast Park geben (Methanisierung von biogenen Abfallstoffen zumeist aus der Land- und Viehwirtschaft).
Um das Potenzial einer Region als Beispielregion der industriellen Bioökonomie bewerten zu können, spielt unter anderem die Verfügbarkeit von Biomasse eine große Rolle, die zum Beispiel auf der Bodenfläche in der Region erzeugt wird.
Neben der Möglichkeit, Bodenfläche als Industrie- und Gewerbefläche einzusetzen, kann sie forst- oder agrarwirtschaftlich genutzt werden. In dieser Beispielregion wird die Fläche prozentual wie folgt genutzt:
Für den Übergang von überwiegend fossilen hin zu nachhaltigen Rohstoffen in der Industrieproduktion werden biobasierte Rohstoffe benötigt. In dieser Region weisen folgende Sektoren Potenzial in Hinblick auf die Rohstoffbereitstellung für die industrielle Bioökonomie auf:
| Sektor | Potenzial |
| Agrarwirtschaft | +++ |
| CO2 aus Industrie und Gewerbe | +++ |
| Industrielle Reststoffe | +++ |
| Fischerei/Aquakultur | ++ |
| Forstwirtschaft | ++ |
| Algen | ++ |
| Kommunale Reststoffe | ++ |
| Treibgut/Schwemmgut | ++ |
| Abfälle und Nebenerzeugnisse aus chemischen Erzeugnissen | ++ |
| Abfälle und sonstige Erzeugnisse aus Nahrungs- und Futtermitteln | + |
| Abfälle und sonstige Erzeugnisse aus der Zellstoff- und Papierindustrie | + |
Geringes Potenzial: +
Mittleres Potenzial: ++
Hohes Potenzial: +++
Kennzeichen für die Stärke einer Region in Forschung und Entwicklung im Bereich der industriellen Bioökonomie sind Hochschulen und Forschungsinstitute. Pilot- und Demonstrationsanlagen, wie zum Beispiel Mehrzweckanlagen, tragen außerdem dazu bei, die Verfahren der Bioökonomie zu erproben und zu skalieren.
In dieser Beispielregion sind unter anderem folgende Forschungseinrichtungen mit Bezug zur industriellen Bioökonomie vertreten.
Kooperationen bieten Akteuren aus dem Bereich der industriellen Bioökonomie die Möglichkeit, sich auszutauschen, zu vernetzen, gemeinsam Forschungs- und Entwicklungsprojekte umzusetzen sowie Synergien bei der Transformation hin zu einer biobasierten Industrie zu heben.
Unter anderem sind folgende Akteure für Austausch und Transferaktivitäten in der Region im Themengebiet der industriellen Bioökonomie zuständig:
Diese Beispielregion kooperiert außerdem mit verschiedenen Akteuren außerhalb der Region auf folgenden Ebenen: