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Beispielregion -

Cross-sektorale Wertschöpfungsnetze der Chemie-, Lebensmittel- und Agrarindustrie auf Basis von Agrarwirtschaft und industriellen Reststoffen in Mitteldeutschland

Einleitung

Agrarregion Karte

Agrar-, Lebensmittel- und Chemieregion Mitteldeutschland

Regionenzuschnitt

In Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen:

Burgenlandkreis, Saalekreis, Salzlandkreis, Wittenberg, Börde, Anhalt-Bitterfeld, Halle (Saale), Magdeburg, Ilm-Kreis, Unstrut-Hainich-Kreis, Saalfeld-Rudolstadt, Saale-Holzlandkreis, Jena, Leipzig (Landkreis), Nordsachsen, Mittelsachsen, Leipzig (Stadt)

Kurzbeschreibung

Im Länderdreieck Sachsen – Sachsen-Anhalt – Thüringen spannt sich das cross-sektorale Innovationsökosystem BioZ auf. Die Region ist Schwerpunkt großer Bioraffinerien mit vorwiegend agrarischen Feedstocks (Zuckerrübe, Getreide, Ölsaaten). Die Chemie- und Lebensmittelindustrie spielen in dieser Region traditionell eine starke Rolle. Sie verarbeitet die Rohstoffe der leistungsstarken Agrarwirtschaft auf besten Böden mit weit überdurchschnittlichen Betriebsgrößen. Auch die industriellen Reststoffe aus der Lebens- und Futtermittelindustrie stellen eine wichtige Rohstoffquelle für die biobasierte Produkte dar. Die Region weist somit ein sehr hohes Potenzial bei der Transformation von einer auf linear-fossilen hin zu einer zirkulär-biobasierten Industrie auf.

Das Innovationsbündnis BioZ ist ein branchenübergreifendes, in der Region verankertes Innovationssystem, in dem bereits heute über 90 Partner vernetzt sind. Es umfasst Akteure aus der Agrar-, Lebensmittel- und Chemieindustrie sowie aus Forschung und Gesellschaft. Darüber hinaus sind die Akteure auf nationaler Ebene im TransBIB-Projekt mit ähnlichen Innovationsnetzwerken der Bioökonomie vernetzt.

Die Innovationsprojekte befassen sich mit der Herstellung von Fein- und Spezialchemikalien, biobasierten Materialien, pflanzlichen Proteinen für Lebensmittel sowie der Kreislaufführung von Prozesswasser in der Bioökonomie. Produkte in Entwicklung sind:

  • Bio-basierte Lösungsmittel für Druckfarben aus Reststoffen der Milch- und Biokraftstoffverarbeitung
  • Wachs- und fettbasierte Weichmacher und Modifikatoren für Kunststoffe
  • Chitin-basierte Werkstoffe und Komplexbildner
  • Nicht-ionische Tenside für Reinigungsmittel
  • Biologisch abbaubare Stärkeester für Schmelzkleber oder Spritzguss
  • weitere Entwicklungsprojekte auf der Webseite von BioZ

In dieser Beispielregion sind verschiedene Industriezweige in unterschiedlicher Ausprägung vertreten. Die folgende Abbildung gibt einen Überblick über die Industriezweige, die 1) bedeutsam für die Wirtschaftsleistung und 2) bedeutsam für die industrielle Bioökonomie in dieser Beispielregion sind.

Unternehmen und Infrastruktur

In den sogenannten Beispielregionen der industriellen Bioökonomie gibt es bereits einige Unternehmen mit Bezug zur industriellen Bioökonomie. Diese vernetzen sich und biologisieren die Industriestruktur, sodass neue industrielle Wertschöpfungsketten mit biobasierten Produkten und Verfahren entstehen.

In dieser Beispielregion sind verschiedene Industriezweige in unterschiedlicher Ausprägung vertreten. Die folgende Abbildung gibt einen Überblick über die Industriezweige, die 1) bedeutsam für die Wirtschaftsleistung und 2) bedeutsam für die industrielle Bioökonomie in dieser Beispielregion sind.

Bedeutsame Industriezweige in der Region

Unternehmen und Infrastruktur Agraregion Mitteldeutschland

Unternehmen mit Bezug zur industriellen Bioökonomie

In dieser Region sind mehr als 40 Unternehmen mit Bezug zur industriellen Bioökonomie ansässig.

Die Unternehmen sind auf unterschiedlichen Wertschöpfungsstufen der industriellen Bioökonomie aktiv. In der folgenden Tabelle wird dargestellt, welcher Anteil der Unternehmen dieser Region jeweils welcher Wertschöpfungsstufe angehört.

WertschöpfungsstufeAnteil der Unternehmen
Rohstoffgewinnung und -aufbereitung10%
Verarbeitung von Rohstoffen zu Zwischenprodukten30%
Apparate- und Anlagenbau, Verfahrenstechnik20%
Verarbeitung von Zwischenprodukten zu Endprodukten30%
Das Unternehmen bildet zwei oder mehr Wertschöpfungsstufen ab10%

Flächennutzung und Rohstoffverfügbarkeit in der Region

Um das Potenzial einer Region als Beispielregion der industriellen Bioökonomie bewerten zu können, spielt unter anderem die Verfügbarkeit von Biomasse eine große Rolle, die zum Beispiel auf der Bodenfläche in der Region erzeugt wird.

Neben der Möglichkeit, Bodenfläche als Industrie- und Gewerbefläche einzusetzen, kann sie forst- oder agrarwirtschaftlich genutzt werden. In dieser Beispielregion wird die Fläche prozentual wie folgt genutzt:

Flächennutzung und Rohstoffverfügbarkeit in der Region

Potenzialeinschätzung nach Sektoren

Für den Übergang von überwiegend fossilen hin zu nachhaltigen Rohstoffen in der Industrieproduktion werden biobasierte Rohstoffe benötigt. In dieser Region weisen folgende Sektoren Potenzial in Hinblick auf die Rohstoffbereitstellung für die industrielle Bioökonomie auf:

SektorPotenzial
Agrarwirtschaft+++
Industrielle Reststoffe+++
CO2 aus Industrie- und Gewerbe+++
Abfälle und Nebenerzeugnisse aus der Herstellung von Nahrungsmitteln und Futtermitteln+++
Industrielles Abwasser+++

Geringes Potenzial: +
Mittleres Potenzial: ++
Hohes Potenzial: +++

Forschungs- und Innovationslandschaft

Kennzeichen für die Stärke einer Region in Forschung und Entwicklung im Bereich der industriellen Bioökonomie sind Hochschulen und Forschungsinstitute. Pilot- und Demonstrationsanlagen, wie zum Beispiel Mehrzweckanlagen, tragen außerdem dazu bei, die Verfahren der Bioökonomie zu erproben und zu skalieren.

In dieser Beispielregion sind unter anderem folgende Forschungseinrichtungen mit Bezug zur industriellen Bioökonomie vertreten.

10 Forschungsinstitute: >10

Pilot- und Demonstrationsanlagen: 6-10

Kooperationen und Vernetzungsinitiativen

Kooperationen bieten Akteuren aus dem Bereich der industriellen Bioökonomie die Möglichkeit, sich auszutauschen, zu vernetzen, gemeinsam Forschungs- und Entwicklungsprojekte umzusetzen sowie Synergien bei der Transformation hin zu einer biobasierten Industrie zu heben.

Akteure in der Region

Unter anderem sind folgende Akteure für Austausch und Transferaktivitäten in der Region im Themengebiet der industriellen Bioökonomie zuständig:

Kooperationen und Vernetzungsinitiativen intern Agrarregion Mitteldeutschland

Forschungseinrichtungen

  • Fraunhofer CBP  
  • Pilot Pflanzenöl Magdeburg e.V. 
  • Fraunhofer IMWS  
  • ifn-FTZ GmbH  

Cluster/Netzwerkinitiativen

  • BioZ
    www.Bio-Z.de 
  • PIC - Pi Innovation Culture GmbH 
  • WissenschaftsCampus Pflanzenbasierte Bioökonomie Halle  

Vernetzung außerhalb der Region

Vernetzung außerhalb der Region

Diese Beispielregion kooperiert außerdem mit verschiedenen Akteuren außerhalb der Region auf folgenden Ebenen:

Kooperationen und Vernetzungsinitiativen extern Agraregion Mitteldeutschland

Beispiele für die Vernetzung außerhalb der Region

  • Branchenübergreifende Verknüpfung von über 70 Akteuren aus Industrie, Forschung und Gesellschaft in dem Bündnis „BioZ – Biobasierte Innovationen aus Zeitz und Mitteldeutschland”

Strategie und Besonderheiten der Region

  • Strategiepapier zur Bioökonomie in Sachsen-Anhalt
  • Regionale Innovationsstrategie mit Bezug zur Bioökonomie (jeweils in Sachsen-Anhalt und Sachsen)
  • Regionale Forschungs- und Innovationsstrategie für intelligente Spezialisierung für Thüringen (RIS3 Thüringen)

Industrielle Bioökonomie in Deutschland

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