Regionenzuschnitt
in Baden-Württemberg:
Konstanz, Ravensburg, Sigmaringen, Bodenseekreis
Beispielregion -
Region Bodensee-Oberschwaben
in Baden-Württemberg:
Konstanz, Ravensburg, Sigmaringen, Bodenseekreis
In dieser Beispielregion haben sich bereits mehrere Keimzellen für bioökonomisches Ressourcenmanagement etabliert. Die Region ist geprägt von mittelständischen Unternehmen sowie einer nachhaltigen Landwirtschaft. Es sind rund 40 Unternehmen mit Bezug zur industriellen Bioökonomie in der Bodenseeregion ansässig. Die meist mittelständischen Betriebe bilden den wirtschaftlichen Kern für die weitere Entwicklung der Region und sind das Zugpferd für Innovationskraft und die in der Region stark ausgeprägte Exportorientierung. Transformationsprojekte von einer fossilbasierten zu einer nachhaltigen, biobasierten Wirtschaft wurden in der Bodenseeregion bereits eingeleitet. Die Transformation wird durch die Landesstrategie Nachhaltige Bioökonomie unterstützt. Zu den wichtigsten Quellen nachhaltig genutzter Rohstoffe zählen die Agrar- und Forstwirtschaft sowie kommunales und industrielles Abwasser.
Maschinen- und Fahrzeugbau sowie Luft- und Raumfahrttechnik bilden den Schwerpunkt der Industrie, ergänzt durch Elektronik- und Pharma-Unternehmen. Damit verbunden ist ein starkes Netzwerk mit den regionalen Lieferketten und den besonders für die Bioökonomie bedeutsamen Branchen wie der Textil-, Kunststoff-, Baustoff-, und Verpackungsindustrie.
Im Fokus der Region stehen auch wichtige Themenfelder wie Energie, Mobilität, Gesundheit und Biotechnologie sowie Transformationsmanagement. Die Bodenseeregion ist zudem mit zwei Universitäten, drei Hochschulen für Angewandte Wissenschaften, einer Pädagogischen Hochschule, einem DHBW-Standort, einer Naturwissenschaftlich-Technischen Akademie sowie zahlreichen berufsorientierten Bildungsträgern ein bedeutender Forschungs- und Bildungsstandort. In der Region sitzen zudem herausragende Forschungseinrichtungen wie zum Beispiel das Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie oder das International Solar Research Center Konstanz.
IHK Bodensee-Oberschwaben
Stefan Kesenheimer (Referent für Umwelt und Energie)
Tel.: 0751-409-140
innovationumwelt@weingarten.ihk.de
Lindenstraße 2
88250 Weingarten
https://www.weingarten.ihk.de
In den sogenannten Beispielregionen der industriellen Bioökonomie gibt es bereits einige Unternehmen mit Bezug zur industriellen Bioökonomie. Diese vernetzen sich und biologisieren die Industriestruktur, sodass neue industrielle Wertschöpfungsketten mit biobasierten Produkten und Verfahren entstehen.
In dieser Beispielregion sind verschiedene Industriezweige in unterschiedlicher Ausprägung vertreten. Die folgende Abbildung gibt einen Überblick über die Industriezweige, die 1) bedeutsam für die Wirtschaftsleistung und 2) bedeutsam für die industrielle Bioökonomie in dieser Beispielregion sind.
In dieser Region sind mehr als 40 Unternehmen mit Bezug zur industriellen Bioökonomie ansässig.
Um das Potential einer Region als Beispielregion der industriellen Bioökonomie bewerten zu können, spielt unter anderem die Verfügbarkeit von Biomasse eine große Rolle, die zum Beispiel auf der Bodenfläche in der Region erzeugt wird.
Neben der Möglichkeit, Bodenfläche als Industrie- und Gewerbefläche einzusetzen, kann sie forst- oder agrarwirtschaftlich genutzt werden. In dieser Beispielregion wird die Fläche prozentual wie folgt genutzt:
Für den Übergang von überwiegend fossilen hin zu nachhaltigen Rohstoffen in der Industrieproduktion werden biobasierte Rohstoffe benötigt. In dieser Region weisen folgende Sektoren Potential in Hinblick auf die Rohstoffbereitstellung für die industrielle Bioökonomie auf:
| Sektor | Potential |
| Agrarwirtschaft | +++ |
| Forstwirtschaft | +++ |
| Kommunales Abwasser | +++ |
| Industrielles Abwasser | ++ |
| Anbau von Energiepflanze Miscanthus | ++ |
| Abfälle und Nebenerzeugnisse aus Nahrungsmitteln und Futtermitteln | ++ |
| Industrielle Reststoffe | + |
| Abfälle und Nebenerzeugnisse aus pharmazeutischen und ähnlichen Erzeugnissen | + |
Geringes Potential: +
Mittleres Potential: ++
Hohes Potential: +++
Kennzeichen für die Stärke einer Region in Forschung und Entwicklung im Bereich der industriellen Bioökonomie sind Hochschulen und Forschungsinstitute. Pilot- und Demonstrationsanlagen, wie z. B. Mehrzweckanlagen, tragen außerdem dazu bei, die Verfahren der Bioökonomie zu erproben und zu skalieren.
In dieser Beispielregion sind unter anderem folgende Forschungseinrichtungen mit Bezug zur industriellen Bioökonomie vertreten.
Kooperationen bieten Akteuren aus dem Bereich der industriellen Bioökonomie die Möglichkeit, sich auszutauschen, zu vernetzen, gemeinsam Forschungs- und Entwicklungsprojekte umzusetzen sowie Synergien bei der Transformation hin zu einer biobasierten Industrie zu heben.
Unter anderem sind folgende Akteure für Austausch und Transferaktivitäten in der Region im Themengebiet der industriellen Bioökonomie zuständig:
Diese Beispielregion kooperiert außerdem mit verschiedenen Akteuren außerhalb der Region auf folgenden Ebenen:
Die Internationale Bodensee-Hochschule fördert und organisiert die Zusammenarbeit der Hochschulen in der Vierländerregion Bodensee (Deutschland, Österreich, Lichtenstein und Schweiz). Mit 29 Hochschulstandorten ist es der größte hochschulartenübergreifende Verbund Europas. Aus der Praxis arbeiten sie gemeinsam und grenzübergreifend an innovativen Lösungen für die Region. In den Labs ist der Themenschwerpunkt „nachhaltige Bodenseeregion“ platziert. Das Team „Wissenstransfer“ ist eine kostenlose Schnittstelle und Anlaufstelle zwischen Wirtschaft und Wissenschaft bei der Suche nach Kooperationspartnern an 29 Hochschulstandorten mit mehr als 3.000 Professoren und etwa 100.000 Studenten.