Regionenzuschnitt
in Bayern:
Straubing, Straubing-Bogen
Beispielregion -
Region Straubing
in Bayern:
Straubing, Straubing-Bogen
Die Region der Nachwachsenden Rohstoffe in Straubing und Straubing-Bogen gilt als Zentrum der Bioökonomie in Bayern. Über 50 Akteure aus Land- und Forstwirtschaft, Industrie, öffentlicher Hand und Wissenschaft und Forschung entlang bioökonomischer Wertschöpfungsketten sind hier aktiv. Wichtige Unternehmen, die der Bioökonomie zuzuordnen sind, sind in den Bereichen industrielle Biotechnologie, Lebens- und Futtermittelindustrie sowie den Primärsektoren Land- und Forstwirtschaft verortet. Die Region ist nicht nur agrar- und forstwirtschaftlich geprägt, sondern profitiert ebenso von einem starken industriellen Mittelstand, insbesondere in den Bereichen Maschinenbau und Werkstoff-/Verpackungstechnik, der sich zunehmend für bioökonomische Lösungen interessiert und als Enabler und Nutzer Teil der Transformation sein möchte. Die Biomasse-Basis für neue bioökonomische Applikationen speist sich vorwiegend aus organischen Reststoffen aus der regionalen Forst-/Holz-, Agrar-, Lebens-, und Futtermittelindustrie sowie aus der Abfallwirtschaft. Ein Schwerpunkt liegt deshalb auf Lignozellulose als Feedstock-Plattform. Auch die gezielte Zucht und Veredelung von pflanzlicher non-food Biomasse für innovative stoffliche und energetische Anwendungen findet in der Region statt. Im Hafen als zentralem Standort für industrielle Ansiedlungen aus der Bioökonomie in der Region sind bereits Leuchtturm-Unternehmen aus dem Bereich der Biofuels (1G & 2G) sowie zahlreiche Bioökonomie-Start-ups und Akteure aus Agrarhandel und Verarbeitung angesiedelt. Auch viele zentrale Forschungs- und Beratungseinrichtungen im Bioökonomiebereich des Freistaats Bayern sind in Straubing gebündelt.
Diese treiben zusammen mit den kommunalen Akteuren die Transformation der Region hin zu einer auf nachwachsenden Rohstoffen basierenden Wirtschaft weiter voran. In der Region entwickelte, marktreife Technologien beispielsweise für biogene, nachhaltigere Treibstoffe sind erste Erfolge dieser Transformation mit Bedeutung weit über die Region hinaus. Wichtige zukünftige Bausteine, die die Transformation weiter vorantreiben sollen, sind außerdem die Investition in diskriminierungsfrei zugängliche Skalierungs- und Demonstrationsinfrastruktur sowie die Fokussierung auf Start-ups und Ausgründungen, beispielsweise durch den Ausbau des Technologie- und Gründerzentrums vor Ort und den Start-up Wettbewerb „PlanB – Biobasiert.Business.Bayern.“. Die sowohl durch Industrieunternehmen als auch durch Akademia und öffentliche Hand betriebenen bzw. geplanten Demonstrationsanlagen vor Ort dienen der Skalierung innovativer Produkte und Verfahren aus der Bioökonomie mit einem Fokus auf lignocellulosehaltige Feedstocks und Produkte aus den Bereichen Kraftstoffe, Biopolymere/Werkstoffe, Enzyme und weitere aus dieser Plattform biotechnologisch herstellbare Produkte. Die direkte Nähe zu Forschungs- und Beratungseinrichtungen mit Kompetenzen im Bereich des Lifecycle-Assessments und der CO2-Bilanzierung stellt die wissenschaftliche Begleitung dieser Transformation mit Blick auf den Beitrag einzelner Produkte und Prozesse zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit sicher.
An der Donau gelegen, bietet Straubing eine gute logistische Anbindung durch den trimodalen Hafen, der mit dem BioCampus eine ca. 10 ha große Fläche für weitere Ansiedlungen aus der industriellen Bioökonomie reserviert hält. Wasserstraße und Schiene eröffnen dabei CO2-Einsparungspotential für den nachhaltigen Transport von biobasierten Feedstocks, Intermediaten und Produkten. Als Universitätsstandort (seit 2017 Standort der Technischen Universität München) legt Straubing einen Schwerpunkt auf die Nutzung nachwachsender Rohstoffe, Nachhaltigkeit und industrielle Biotechnologie - dazu wurden 2016 Grundsatzbeschlüsse in Stadtrat und Kreistag verabschiedet, die dieses Profil auch in politische, wirtschaftliche und verwaltungsseitige Aktivitäten einbeziehen. Das strategische Dach für die Aktivitäten in Straubing bildet die 2020 verabschiedete Bayerische Bioökonomiestrategie.
Aufgrund diverser landes-, bundes- und EU-weiter sowie internationaler Forschungs- und Kooperationsprojekte ist Straubing im Bereich der industriellen Bioökonomie gut vernetzt. Das Netzwerk „Straubing – Region der Nachwachsenden Rohstoffe“ koordiniert schon seit 2009 gemeinsame Aktivitäten in der Region.
BioCampus Straubing GmbH
Ann-Kathrin Wagner, Leiterin Biobasierte Wirtschaft
ann-kathrin.wagner@biocampus-straubing.de
94315 Straubing
info@biocampus-straubing.de
KoNaRo - Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe Straubing
info@konaro.bayern.de
TUM Campus Straubing für Biotechnologie und Nachhaltigkeit (TUMCS)
Dr.-Ing. Norbert Fröhlich, Geschäftsführer
nf@tum.de
Technologie- und Förderzentrum (TFZ)
Christina Renner, Assistentin des Leiters
christina.renner@tfz.bayern.de
C.A.R.M.E.N. e.V.
Alexander Schulze, Bioökonomische Impulse mit Holz
Alexander.Schulze@carmen-ev.bayern.de
Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB
Bio-, Chemo- und Elektrokatalyse BioCat, Institutsteil Straubing
Dr. Michael Hofer, Standortleiter
michael.hofer@igb.fraunhofer.de
94315 Straubing
https://www.igb.fraunhofer.de/de/ueber-uns/standorte/biocat.html
Stadt Straubing
94315 Straubing
Daniela Bachmeier, Leiterin Wirtschaftsförderung, Daniela.Bachmeier@straubing.de
http://www.straubing.de/de/wirtschaft-und-wissenschaft/wissenschaftsstadt/
Landkreis Straubing-Bogen
Josefine Hilmer, Regionalentwicklungsverein
94315 Straubing
https://www.landkreis-straubing-bogen.de/wirtschaft-kreisentwicklung/regionalentwicklungsverein/projektmanagement-energiewende/
Zweckverband Abfallwirtschaft Straubing Stadt und Land (ZAW)
Gangolf Wasmeier, Geschäftsführer
g.wasmeier@zaw-sr.de
https://www.zaw-sr.de
In den sogenannten Beispielregionen der industriellen Bioökonomie gibt es bereits einige Unternehmen mit Bezug zur industriellen Bioökonomie. Diese vernetzen sich und biologisieren die Industriestruktur, sodass neue industrielle Wertschöpfungsketten mit biobasierten Produkten und Verfahren entstehen.
In dieser Beispielregion sind verschiedene Industriezweige in unterschiedlicher Ausprägung vertreten. Die folgende Abbildung gibt einen Überblick über die Industriezweige, die 1) bedeutsam für die Wirtschaftsleistung und 2) bedeutsam für die industrielle Bioökonomie in dieser Beispielregion sind.
In dieser Region sind mehr als 40 Unternehmen mit Bezug zur industriellen Bioökonomie ansässig.
Um das Potential einer Region als Beispielregion der industriellen Bioökonomie bewerten zu können, spielt unter anderem die Verfügbarkeit von Biomasse eine große Rolle, die zum Beispiel auf der Bodenfläche in der Region erzeugt wird.
Neben der Möglichkeit, Bodenfläche als Industrie- und Gewerbefläche einzusetzen, kann sie forst- oder agrarwirtschaftlich genutzt werden. In dieser Beispielregion wird die Fläche prozentual wie folgt genutzt:
Für den Übergang von überwiegend fossilen hin zu nachhaltigen Rohstoffen in der Industrieproduktion werden biobasierte Rohstoffe benötigt. In dieser Region weisen folgende Sektoren Potential in Hinblick auf die Rohstoffbereitstellung für die industrielle Bioökonomie auf:
| Sektor | Potential |
| Agrarwirtschaft | +++ |
| Forstwirtschaft | +++ |
| Kommunale Reststoffe | +++ |
| Organische Abfälle | +++ |
| Holzverarbeitende Industrie | +++ |
| Kommunales Abwasser | ++ |
| Industrielles Abwasser | ++ |
| Industrielle Reststoffe | ++ |
| Co2 aus Industrie und Gewerbe | ++ |
| Abfälle und sonstige Erzeugnisse aus Nahrungs- und Futtermitteln | ++ |
| Abfälle und Nebenerzeugnisse aus chemischen Erzeugnissen | ++ |
Geringes Potential: +
Mittleres Potential: ++
Hohes Potential: +++
Kennzeichen für die Stärke einer Region in Forschung und Entwicklung im Bereich der industriellen Bioökonomie sind Hochschulen und Forschungsinstitute. Pilot- und Demonstrationsanlagen, wie z. B. Mehrzweckanlagen, tragen außerdem dazu bei, die Verfahren der Bioökonomie zu erproben und zu skalieren.
In dieser Beispielregion sind unter anderem folgende Forschungseinrichtungen mit Bezug zur industriellen Bioökonomie vertreten.
Kooperationen bieten Akteuren aus dem Bereich der industriellen Bioökonomie die Möglichkeit, sich auszutauschen, zu vernetzen, gemeinsam Forschungs- und Entwicklungsprojekte umzusetzen sowie Synergien bei der Transformation hin zu einer biobasierten Industrie zu heben.
Unter anderem sind folgende Akteure für Austausch und Transferaktivitäten in der Region im Themengebiet der industriellen Bioökonomie zuständig:
Diese Beispielregion kooperiert außerdem mit verschiedenen Akteuren außerhalb der Region auf folgenden Ebenen: