Regionenzuschnitt
in Baden-Württemberg:
Stuttgart, Böblingen, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg, Rems-Murr-Kreis
Beispielregion -
Region Stuttgart
in Baden-Württemberg:
Stuttgart, Böblingen, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg, Rems-Murr-Kreis
Die Region Stuttgart betrachtet die nachhaltige industrielle Transformation als Grundlage einer zukunfts- und wettbewerbsfähigen Region. Die Bioökonomie wird dabei sowohl von der Region Stuttgart als auch dem Land Baden-Württemberg als Innovationsraum für eine umweltkompatible Wirtschaft bewertet. Es existieren bereits zahlreiche Netzwerke innerhalb der Region und darüber hinaus, die sich stetig weiterentwickeln. Die Region ist daher sowohl auf Bundesebene als auch auf europäischer Ebene vernetzt.
In der Region Stuttgart hat sich ein industrielles Cluster bestehend aus einer Vielzahl von Unternehmen (inkl. Original Equipment Manufacturer) gebildet. Die Unternehmen sind im Automotive-Bereich und im Maschinenbau, aber auch in weiteren Wirtschaftszweigen wie der Kreativ- und Pharmawirtschaft angesiedelt. Aufgrund des regionalen Materialbedarfs ist dort einerseits die potentielle Anwender-/Abnehmerseite bioökonomischer Ansätze und Lösungen stark vertreten, aber gleichzeitig auch die industrielle Basis und Kompetenz, um bioökonomische Lösungen zu entwickeln und zu skalieren. Dadurch hat die Transformation der fossilbasierten Industrie hin zu einer biobasierten Industrie in der Region bereits begonnen. Dabei lässt sich einiges an Gründungsaktivität im Bereich Bioökonomie über verschiedene Branchen hinweg beobachten. Als nachhaltige Rohstoffquellen stehen insbesondere kommunale und industrielle Reststoffe und Abwasser sowie CO2 aus Industrie- und Gewerbe zur Verfügung, deren Einsatz zur Entwicklung einer regionalen Kreislaufwirtschaft beiträgt.
Auf der Seite der Wissensgewinnung und -vermittlung zeigt sich die Region Stuttgart sehr gut aufgestellt. Von der Primärproduktion über die (Prozesse bei der) Verarbeitung von Biomasse bis hin zu den angrenzenden Querschnittstechnologien werden alle Bereiche, die in der Bioökonomie relevant sind, abgedeckt. Forschungsseitig ist mit der Universität Hohenheim, der Universität Stuttgart, dem Fraunhofer IPA und IGB vielseitige und erstklassige wissenschaftliche Kompetenz aus dem Bereich Bioökonomie vorhanden. Diese Forschungseinrichtungen sind mit regionalen Akteuren verschiedener Branchen vernetzt und ermöglichen so einen interdisziplinären Wissensaustausch.
Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS)
Robin Schmücker
Friedrichstraße 10
70174 Stuttgart
https://wrs.region-stuttgart.de
BioRegio STERN Management GmbH
Friedrichstraße 10
70174 Stuttgart
https://www.bioregio-stern.de/de
In den sogenannten Beispielregionen der industriellen Bioökonomie gibt es bereits einige Unternehmen mit Bezug zur industriellen Bioökonomie. Diese vernetzen sich und biologisieren die Industriestruktur, sodass neue industrielle Wertschöpfungsketten mit biobasierten Produkten und Verfahren entstehen.
In dieser Beispielregion sind verschiedene Industriezweige in unterschiedlicher Ausprägung vertreten. Die folgende Abbildung gibt einen Überblick über die Industriezweige, die 1) bedeutsam für die Wirtschaftsleistung und 2) bedeutsam für die industrielle Bioökonomie in dieser Beispielregion sind.
In dieser Region sind mehr als 40 Unternehmen mit Bezug zur industriellen Bioökonomie ansässig. Die Unternehmen sind auf unterschiedlichen Wertschöpfungsstufen der industriellen Bioökonomie aktiv.
Um das Potential einer Region als Beispielregion der industriellen Bioökonomie bewerten zu können, spielt unter anderem die Verfügbarkeit von Biomasse eine große Rolle, die zum Beispiel auf der Bodenfläche in der Region erzeugt wird.
Neben der Möglichkeit, Bodenfläche als Industrie- und Gewerbefläche einzusetzen, kann sie forst- oder agrarwirtschaftlich genutzt werden. In dieser Beispielregion wird die Fläche prozentual wie folgt genutzt:
Für den Übergang von überwiegend fossilen hin zu nachhaltigen Rohstoffen in der Industrieproduktion werden biobasierte Rohstoffe benötigt. In dieser Region weisen folgende Sektoren Potential in Hinblick auf die Rohstoffbereitstellung für die industrielle Bioökonomie auf:
| Sektor | Potential |
| Industrielles Abwasser | +++ |
| Industrielle Reststoffe | +++ |
| CO2 aus Industrie- und Gewerbe | +++ |
| Abfälle und Nebenerzeugnisse aus der Zellstoff- und Papierindustrie | ++ |
| Abfälle und Nebenerzeugnisse aus chemischen Erzeugnissen | ++ |
| Agrarwirtschaft | ++ |
| Forstwirtschaft | ++ |
| Kommunales Abwasser | ++ |
| Kommunale Reststoffe | ++ |
Geringes Potential: +
Mittleres Potential: ++
Hohes Potential: +++
Kennzeichen für die Stärke einer Region in Forschung und Entwicklung im Bereich der industriellen Bioökonomie sind Hochschulen und Forschungsinstitute. Pilot- und Demonstrationsanlagen, wie z. B. Mehrzweckanlagen, tragen außerdem dazu bei, die Verfahren der Bioökonomie zu erproben und zu skalieren.
In dieser Beispielregion sind unter anderem folgende Forschungseinrichtungen mit Bezug zur industriellen Bioökonomie vertreten.
Kooperationen bieten Akteuren aus dem Bereich der industriellen Bioökonomie die Möglichkeit, sich auszutauschen, zu vernetzen, gemeinsam Forschungs- und Entwicklungsprojekte umzusetzen sowie Synergien bei der Transformation hin zu einer biobasierten Industrie zu heben.
Unter anderem sind folgende Akteure für Austausch und Transferaktivitäten in der Region im Themengebiet der industriellen Bioökonomie zuständig:
Diese Beispielregion kooperiert außerdem mit verschiedenen Akteuren außerhalb der Region auf folgenden Ebenen: