Regionenzuschnitt
in Bayern:
Augsburg (Stadt)Augsburg (Kreis), Aichach-Friedberg und umliegende Unternehmen aus Schwaben
Beispielregion -
Region Wirtschaftsraum Augsburg
in Bayern:
Augsburg (Stadt)Augsburg (Kreis), Aichach-Friedberg und umliegende Unternehmen aus Schwaben
Der Wirtschaftsraum Augsburg zeichnet sich durch Koexistenz einer traditionellen Landwirtschaft im ländlichen Raum und einer ausgeprägten Industrielandschaft mit zahlreichen produzierenden Unternehmen verschiedener Industrien (z.B. Maschinenbau, Luft- und Raumfahrt, Kunststoff, Automobilzulieferer, Textilindustrie, Druckindustrie, Papierindustrie, Baustoffhersteller) sowie zwei große Chemieparks in Stadtnähe aus. Auch die Bauwirtschaft spielt eine große Rolle. Der Wirtschaftsraum verfügt auf Forschungs- und Unternehmensseite über zahlreiche Kompetenzen im Bereich Materialentwicklung und Faserverbundwerkstoffe von den chemischen Grundstoffen bis zu innovativen Verbundmaterialien und konkreten Produktentwicklungen für zahlreiche Branchen. Hierbei spielen biogene Rohstoffe in allen Verarbeitungsstufen eine zunehmende Rolle – sowohl bei etablierten Unternehmen wie auch zunehmend bei neuen Start-Ups im Materialbereich. Die Region Augsburg ist Ökomodellregion und hat durch die damit verbundene Vernetzung einiger Produzenten prinzipiell einen guten Zugang zu biogenen Rohstoffen und möglichen Erzeugern (zumindest aus dem Biobereich). Die Region gehört außerdem zu den waldreichsten Regionen Deutschlands mit großen nutzbaren Holzvorräten und ist nicht zuletzt deswegen Standort zahlreicher großer Sägewerke der Papierindustrie und weiterer Holzverarbeiter. Eine regionale Studie des Instituts für Materials Resource Management der Universität Augsburg mit Prognosen bis 2030 bescheinigt der Region auch langfristig vielfältige Potenziale biogener Rohstoffe. Bislang sind bis zu 20 Unternehmen mit Bezug zur industriellen Bioökonomie in der Region aktiv. Die Schwerpunkte liegen sowohl auf Forschungsseite als auch auf Anwenderseite in den Bereichen Chemie, Materialentwicklung, Faserverbundwerkstoffe, biogene Kunststoffe, Textil und innovative Baumaterialien.
Mit der Plattform Ressourceneffizienz gibt es in der Region Augsburg ein Netzwerk mit rund 20 Akteuren aus Kammern, Unternehmensnetzwerken, Forschung und Institutionen, die Expertise in diesem Bereich bündeln und weitergeben können. In Augsburg sind zwei Umwelttechnologie-Unternehmensnetzwerke und das bayerische Zentrum für Ressourceneffizienz sowie das Institut für Materials Resource Management der Universität mit Kompetenzen im Bereich Bioökonomie ansässig. Enge Kooperationen bestehen zudem mit der regionalen Baubranche. Hier haben sich Netzwerke zum Thema Holzbau und Erfahrungsaustausche zu innovativen biogenen Baumaterialien gebildet und die Hochschule Augsburg treibt die Forschung zu innovativen Baumaterialien in vielfältiger Weise voran.
Der Transformationsprozess ist in der Startphase, eine erste Bestandsaufnahme der regionalen Bioökonomiekompetenzen wurde erarbeitet und erste Vernetzungsaktivitäten mit Unternehmen begonnen. Derzeit wird geprüft, inwieweit Innovations- und Wirtschaftsstrategien mit Bezug zur Bioökonomie für die Region und die betroffenen Unternehmen interessant sein könnten. Das Thema Bioökonomie bietet hohe Potenziale für Innovationen für Unternehmen aller Größen und aus verschiedenen Branchen. Die Wertschöpfungsketten der Unternehmen im Bereich Bioökonomie sind bislang allerdings deutlich überregional geprägt. Ziel der Unternehmen und der Region ist es, die innovativen neuen Materialien in möglichen Anwendungsbranchen bekannter zu machen und die Cross-Industry-Vernetzung voranzutreiben.
Regio Augsburg Wirtschaft GmbH
Martina Medrano
Martina.medrano@region-A3.com
Karlstraße 2
86150 Augsburg
https://www.region-a3.com/fact/biooekonomie
Plattform Ressourceneffizienz
86150 Augsburg
www.plattform-ressourceneffizienz.de
In den sogenannten Beispielregionen der industriellen Bioökonomie gibt es bereits einige Unternehmen mit Bezug zur industriellen Bioökonomie. Diese vernetzen sich und biologisieren die Industriestruktur, sodass neue industrielle Wertschöpfungsketten mit biobasierten Produkten und Verfahren entstehen.
In dieser Beispielregion sind verschiedene Industriezweige in unterschiedlicher Ausprägung vertreten. Die folgende Abbildung gibt einen Überblick über die Industriezweige, die 1) bedeutsam für die Wirtschaftsleistung und 2) bedeutsam für die industrielle Bioökonomie in dieser Beispielregion sind.
In dieser Region sind mehr als 20 Unternehmen mit Bezug zur industriellen Bioökonomie ansässig.
Die Unternehmen sind auf unterschiedlichen Wertschöpfungsstufen der industriellen Bioökonomie aktiv. In der folgenden Tabelle wird dargestellt, welcher Anteil der Unternehmen dieser Region jeweils welcher Wertschöpfungsstufe angehört.
| Wertschöpfungsstufe | Anteil der Unternehmen |
| Verarbeitung von Rohstoffen zu Zwischenprodukten | 70% |
| Apparate- und Anlagenbau, Verfahrenstechnik (Enabler) | 6% |
| Verarbeitung von Zwischenprodukten zu Endprodukten | 24% |
Um das Potential einer Region als Beispielregion der industriellen Bioökonomie bewerten zu können, spielt unter anderem die Verfügbarkeit von Biomasse eine große Rolle, die zum Beispiel auf der Bodenfläche in der Region erzeugt wird.
Neben der Möglichkeit, Bodenfläche als Industrie- und Gewerbefläche einzusetzen, kann sie forst- oder agrarwirtschaftlich genutzt werden. In dieser Beispielregion wird die Fläche prozentual wie folgt genutzt:
Für den Übergang von überwiegend fossilen hin zu nachhaltigen Rohstoffen in der Industrieproduktion werden biobasierte Rohstoffe benötigt. In dieser Region weisen folgende Sektoren Potential in Hinblick auf die Rohstoffbereitstellung für die industrielle Bioökonomie auf:
| Sektor | Potential |
| Agrarwirtschaft | +++ |
| Papierindustrie | +++ |
| Abfälle und Nebenerzeugnisse aus chemischen Erzeugnissen | +++ |
| Forstwirtschaft | +++ |
| Kommunale Reststoffe | +++ |
| Industrielle Reststoffe | +++ |
| Co2 aus Industrie und Gewerbe | +++ |
| Abfälle und sonstige Erzeugnisse aus Nahrungs- und Futtermitteln | ++ |
| Kommunales Abwasser | ++ |
| Industrielles Abwasser | ++ |
| Abfälle und sonstige Erzeugnisse aus der Zellstoff- und Zuckerrüben-Zellstoff | + |
Geringes Potential: +
Mittleres Potential: ++
Hohes Potential: +++
Kennzeichen für die Stärke einer Region in Forschung und Entwicklung im Bereich der industriellen Bioökonomie sind Hochschulen und Forschungsinstitute. Pilot- und Demonstrationsanlagen, wie z. B. Mehrzweckanlagen, tragen außerdem dazu bei, die Verfahren der Bioökonomie zu erproben und zu skalieren.
In dieser Beispielregion sind unter anderem folgende Forschungseinrichtungen mit Bezug zur industriellen Bioökonomie vertreten.
Kooperationen bieten Akteuren aus dem Bereich der industriellen Bioökonomie die Möglichkeit, sich auszutauschen, zu vernetzen, gemeinsam Forschungs- und Entwicklungsprojekte umzusetzen sowie Synergien bei der Transformation hin zu einer biobasierten Industrie zu heben.
Unter anderem sind folgende Akteure für Austausch und Transferaktivitäten in der Region im Themengebiet der industriellen Bioökonomie zuständig:
Diese Beispielregion kooperiert außerdem mit verschiedenen Akteuren außerhalb der Region auf folgenden Ebenen: