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Die Digitalisierung bietet Unternehmen große Chancen und ist Herausforderung zugleich. Denn mit der Digitalisierung von Geschäftsprozessen oder der Produktion erhöht sich die potenzielle Angriffsfläche für Cyberkriminelle. Bedrohungen aus dem Cyberraum nehmen zu und richten sich nicht nur gegen Konzerne, sondern verstärkt auch gegen mittelständische Unternehmen. Denn sie verfügen häufig über Know-how, das es zu schützen gilt, und zählen in ihren Branchen zu den Hidden Champions.
Trotzdem sind die Investitionen mittelständischer Unternehmen in IT- und Cybersicherheit überwiegend zu gering und das Schutzniveau damit nach wie vor zu niedrig. Angesichts der gewachsenen Bedrohungslage und der Vermehrung der Einfallstore beispielweise durch eine stetig wachsende digitale Vernetzung, das Auslagern von Daten in die Cloud oder auch zunehmende Nutzung künstlicher Intelligenz müssen kleine und mittlere Unternehmen (KMU) intensiver in den Schutz ihrer Produkte, ihres geistigen Eigentums, ihrer Kunden und Lieferketten investieren.
Deshalb unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) mit dem Förderschwerpunkt Mittelstand-Digital auch die Erhöhung der Cybersicherheit im Mittelstand.
Die Initiative IT-Sicherheit in der Wirtschaft ist seit 2017 eine wesentliche Säule von Mittelstand-Digital. Sie unterstützt KMU, Start-ups und das Handwerk mit konkreten Hilfsangeboten dabei, ihre IT- und Cybersicherheit zu verbessern, und bietet erste Hilfe im Falle eines Cyberangriffs. Sie wird durch einen Steuerkreis begleitet, dem unter anderem Vertreterinnen und Vertreter des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sowie zentraler Branchenverbände und wissenschaftlicher Institutionen angehören.
Die Transferstelle Cybersicherheit im Mittelstand ist das zentrale Projekt der Initiative. Als erste bundesweite Anlaufstelle für Fragen der IT- und Cybersicherheit verfügt sie über ein weit verzweigtes Partnernetzwerk, zu dem auch die Mittelstand-Digital Zentren gehören. Mit praxisnahen Informations- und Unterstützungsangeboten hilft die Transferstelle Unternehmen dabei, Cyberbedrohungen wirksam zu begegnen und ihre IT- und Cybersicherheit nachhaltig zu stärken. Kostenfreie Tools, Schulungen und Lernangebote ermöglichen eine ganzheitliche Unterstützung – von der Prävention über die Erarbeitung einer Schutzstrategie und die Mitarbeiterschulung bis hin zur Reaktion auf Cyberattacken mit der CYBERsicher Notfallhilfe.
Weiterhin werden im Rahmen sog. Fokusprojekte verschiedene Angebote gefördert, die Unternehmen dabei helfen, ihre Cybersicherheit zu stärken sowie regulatorische Anforderungen zu verstehen und zu erfüllen, um sich gegen die Risiken der digitalen Welt zu schützen.
Ab 2027 werden die neuen Mittelstand-Digital Zentren mit sog. Cybersicher-Trainern bundesweit Unternehmen dabei unterstützen, ihr Cybersicherheitsniveau zu erhöhen. Dabei werden die neuen Zentren eng mit der Transferstelle Cybersicherheit im Mittelstand zusammenarbeiten.
Alle Angebote können von KMU kostenfrei in Anspruch genommen werden.
Externes Angebot:Executive Summary zum 2. Zwischenbericht - Evaluation des Förderschwerpunkts Mittelstand-Digital mit dem Fokus auf Fokus auf „IT-Sicherheit in der Wirtschaft“
Das CYBERsicher Lagebild - Die aktuelle Bedrohungslage für kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) werden auf verschiedenen Wegen von Cyberkriminellen bedroht und können so Opfer von Cyberkriminalität werden. Dabei ist der Mensch nach wie vor das bevorzugte Einfallstor für Cyberkriminelle. Phishing-Attacken, bei denen sich Angreifer als vertrauenswürdige Personen oder Institutionen ausgeben, bleiben die häufigste Angriffsform. Täter nutzen geschickt menschliche Schwächen aus, um sensible Daten abzugreifen.
Das Phänomen Ransomware erreicht durch die Professionalisierung von Ransomware-Gruppen eine weitere, ganz neue Dimension.
Das jährlich im Oktober erscheinende Lagebild der Transferstelle Cybersicherheit im Mittelstand wirft einen Blick auf die aktuelle Bedrohungslage mit Fokus auf KMU in Deutschland.
Hackerangriffe
Hackerangriffe und Notfallhilfe
Wenn versucht wird, Rechner, Smartphones, Tablets oder gar ein ganzes Netzwerk zu attackieren, dann können die verschiedensten Absichten dahinterstecken. Finanzieller Gewinn, Spionage oder Rufschädigung sind hier nur einige Beispiele. In jedem Fall erleiden betroffene Personen oder Unternehmen Schaden, der vom Reputationsverlust bis zur Existenzbedrohung reichen kann. Dies betrifft sehr häufig gezielt auch kleine und mittlere Unternehmen und insbesondere auch schwache Schutzniveaus, die möglicherweise Zugang zu den digitalen Lieferketten öffnen. Auch Angriffe ohne bestimmtes Ziel stellen eine Gefahr dar. Zunehmend können Kriminelle mit weniger technischen Kenntnissen zur Gefahr werden. Hacker-Software wird mittlerweile auf illegalen Webseiten fertig einsetzbar zum Verkauf angeboten. Dabei werden die Angriffe immer ausgeklügelter und sind in vielen Fällen von ungeschulten Laien gar nicht als solche zu erkennen. Ein widerstandsfähiges IT-System und sensibilisierte Mitarbeitende und Geschäftsführende können das Schlimmste verhindern. Im Notfall unterstützt die CYBERsicher Notfallhilfe dabei, den Schaden zu erkennen, den richtigen Dienstleister zu finden und Anzeige bei der zuständigen Zentralen Ansprechstelle Cybercrime der Polizeien im jeweiligen Bundesland zu stellen.
Daten werden verschlüsselt, das Arbeiten wird dadurch unmöglich und für die Entschlüsselung soll an anonyme Empfangende gezahlt werden. Spätestens jetzt ist klar: es handelt sich um einen sogenannten Ransomware-Angriff (Ransom, englisch für Lösegeld). Dafür werden Computerprogramme verwendet, die Daten verschlüsseln und dadurch den Zugriff auf Dateien oder Software einschränken. Die Wirtschaftsschutz-Studie des IT-Branchenverbands Bitkom hat festgestellt, dass sich der im Jahr 2025 entstandene Gesamtschaden in Unternehmen durch Cyberattacken auf über 200 Milliarden Euro beläuft. Für die Studie wurden über 1.000 deutsche Unternehmen mit zehn oder mehr Mitarbeitenden befragt. Die meisten Schäden wurden bei den befragten Unternehmen durch Ransomware verursacht.
Ransomware wird häufig über E-Mail-Anhänge oder infizierte Webseiten in ein Computersystem eingeschleust. Aber auch das Aufspielen über (lokale) Netzwerke ist möglich. Vermeintlich harmlose E-Mails oder Webseiten werden oftmals täuschend echt personalisiert und mit einer infizierten Datei versehen. Die unbedarften Mitarbeitenden, die zum Beispiel den darin enthaltenen Link anklicken, ermöglichen so unfreiwillig die Schädigung des unternehmenseigenen Computersystems und möglicherweise weiterer Netzwerke. Entscheidend bleibt daher weiterhin, die Gefahr zu erkennen und sowohl die Systeme als auch die Mitarbeitenden cybersicher aufzustellen.
Bin ich Herr über meine Daten und sind diese sicher?
Ob es um die persönlichen Daten und deren Erhebung bzw. Übermittlung oder die Unternehmensdaten geht: der richtige Umgang und Schutz sollte im ureigenen Interesse eines jeden Einzelnen liegen. Es geht zum einen um Persönlichkeits- und Grundrechte, zum anderen um Manipulation, Verlust oder unberechtigte Kenntnisnahme mit schwerwiegenden Folgen. Daher ist es insbesondere hier wichtig, die Geschäftsführungen gleichermaßen wie Mitarbeitende fortlaufend zu sensibilisieren und zum notwendigen Handeln zu befähigen. Mit durchdachten Schutzkonzepten und -maßnahmen gelingt es, eine der wichtigsten Ressourcen im Betrieb zu sichern: Daten. In einer zunehmend vernetzten Geschäftswelt spielt dies nicht nur zur Aufrechterhaltung des eigenen Geschäftsbetriebes eine entscheidende Rolle. Auch das Vertrauen von Geschäftspartnern, Kunden und Auftraggebenden kann nur gewahrt werden, wenn diese sicher sind, dass ihre Daten bestmöglich geschützt werden.
Für KMU gewinnt zudem das Thema der digitalen Souveränität immer mehr an Bedeutung. Viele der Unternehmen sind noch nicht in der Lage, digitale Technologien selbstbestimmt auszuwählen, sicher einzusetzen und Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern bewusst zu steuern. Dabei erhöhen aktuelle geopolitische Entwicklungen, neue EU-Regulierung in den Bereichen Daten, Plattformen, Cybersicherheit und künstliche Intelligenz den Handlungsdruck. Eine Studie der Begleitforschung von Mittelstand-Digital beschäftigte sich erst jüngst mit dem Thema digitale Souveränität.
Die schnell voranschreitende Vernetzung von Systemen im Zuge der Digitalisierung und dem steigenden Digitalisierungsgrad lässt Handwerksunternehmen zu einem immer begehrteren Ziel von Hackerangriffen, Schadsoftware, Phishing und anderen Cyber-Attacken werden. Auch der Zentralverband des Deutschen Handwerks e. V. (ZDH) stellt fest, dass die Cybersicherheit immer noch eines der größten Hemmnisse für Handwerksbetriebe darstellt, den Schritt in die Digitalisierung zu wagen. Wer sein Unternehmen digitalisiert und damit zukunftssicher aufstellt, sollte aber wissen, was Attacken anrichten können – und wie man sich ihnen erfolgreich entgegenstellen kann. In vielen Handwerksbetrieben existiert leider noch immer der Irrglaube, dass sie viel zu klein seien, um das Interesse von Cyber-Kriminellen zu wecken. Doch gerade das ist ein Trugschluss. Oft versuchen Hacker gerade kleine Unternehmen anzugreifen, da sie von diesen erwarten, dass kaum Schutzmaßnahmen vorhanden sind. Der Grund für die Angriffe muss dabei nicht unbedingt das eigene Unternehmen sein. Oft versuchen Hacker gezielt über kleine Unternehmen an größere Unternehmen heranzukommen. In vielen Fällen haben Angriffe auch kein bestimmtes Ziel, sondern werden wahllos gestartet. Trotzdem können sie für die betroffenen Unternehmen verheerenden Schaden anrichten. Stärken Sie die Abwehrkraft ihres Betriebes und nutzen Sie vorhandene Angebote zum Schutz und zur Aufklärung.
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind von Cyberangriffen ebenso betroffen wie Großkonzerne. Gerade in vielen KMU sind die ergriffenen Maßnahmen jedoch unzureichend. Um sich den Gefahren und Risiken bei der Informationsverarbeitung, -speicherung und -lagerung angemessen stellen zu können, ist es wichtig diese überhaupt erst einmal zu kennen. Darauf aufbauend können dann für das eigene Unternehmen individuell notwendige Schutzmaßnahmen abgeleitet sowie eine passende Strategie zum Schutz des Unternehmens entwickelt werden. Ein agiles und ganzheitliches unternehmensweites Sicherheitskonzept wird zukünftig eine immer größere Rolle spielen und den physischen Schutz der Unternehmensräume und -gelände ergänzen müssen. Die Informationssicherheit dauerhaft zu definieren, zu steuern, zu kontrollieren, aufrechtzuerhalten und fortlaufend zu verbessern, das ist das Ziel eines sogenannten Informationssicherheits-Managementsystems – kurz ISMS. Hierzu ist es notwendig, entsprechende Verfahren und Regeln innerhalb einer Organisation aufzustellen. Ein Sicherheitskonzept ist also keine zusätzliche Vorsichtsmaßnahme, sondern vielmehr eine zentrale Voraussetzung für jeden Betrieb. Die gute Nachricht: Schon mit wenigen Maßnahmen kann die Sicherheit im eigenen Betrieb deutlich erhöht werden.
Ein Angriff auf die Lieferkette bedeutet, dass ein Angreifer über Drittanbieter oder Lieferanten oder über die Lieferkette auf das Netzwerk eines Unternehmens zugreift. Unternehmen arbeiten mit verschiedenen Lieferanten zusammen, die unterschiedlichste Produkte und Technologien liefern. Angriffe können via Software, Hardware oder auch über die Firmware erfolgen. Häufig attackieren Hacker weniger gut geschützte Zulieferbetriebe und über diese Lieferkette die eigentlichen Ziele. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, die Lieferkette gemeinsam zu schützen und sicherzustellen, dass Ihre Partnerunternehmen ebenso Wert auf diesen Schutz legen. Die NIS2-Richtlinie verlangt zudem, dass Unternehmen auch diese Risiken in der Lieferkette im Blick haben. Ein Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS) hilft dabei, Anforderungen an Dritte zu definieren, vertraglich zu verankern und regelmäßig zu überprüfen. In einer Lieferkette sind Unternehmen nur so gut gegen Hacker geschützt wie das schwächste Glied der Kette. Eine Gefahr, derer sich auch viele Großunternehmen als Auftraggebende bewusst sind. Zunehmend fordern sie von ihren Zulieferbetrieben Nachweise darüber, dass sie ein gewisses Maß an Sicherheit gewährleisten, um überhaupt Aufträge in der Lieferkette zu erhalten oder in dieser verbleiben zu dürfen. Unternehmen, die als Zulieferer tätig sind, sollten sich daher frühzeitig damit auseinandersetzen, wie sie Sicherheitsmaßnahmen umsetzen können und wie sie darüber hinaus nachweisen können, dass sie diese tatsächlich auch einhalten.
Lassen Sie sich informieren, sensibilisieren und befähigen!