06.11.2025 - Artikel - Mittelstand digitalisieren

„Digital Jetzt“– Förderung für die Digitalisierung des Mittelstands

Einleitung

Das Bundeswirtschaftsministerium unterstützte bis zum 31. Dezember 2023 kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit dem Programm „Digital Jetzt – Investitionsförderung für KMU“. Das Programm bot finanzielle Zuschüsse und hat Firmen dazu angeregt, mehr in digitale Technologien sowie in die Qualifizierung ihrer Beschäftigten zu investieren.

Alternativen zu Digital Jetzt

Die wichtigsten Programme für KMU und Handwerk zur Digitalisierung

Zentren des Netzwerks Mittelstand-Digital unterstützen vor Ort
In den Mittelstand-Digital Zentren können kleine und mittelständische Unternehmen und Handwerksbetriebe bundesweit durch Praxisbeispiele, Demonstratoren, Informationsveranstaltungen und den gegenseitigen Austausch die Vorteile der Digitalisierung erleben. www.mittelstand-digital.de

IT-Sicherheit in der Wirtschaft“
Auf dieser Webseite finden Unternehmen Informationen und Hilfestellungen rund um dieses Thema. Mit dem hier zugänglichen Angebot der Transferstelle Cybersicherheit im Mittelstand ist es möglich, schnell und passgenaue Unterstützung zu finden. www.it-sicherheit-in-der-wirtschaft.de

Anregungen und Tipps zur Digitalisierung
Die Webseite „Mittelstand-Digital“ des Bundeswirtschaftsministeriums informiert KMU über die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung. Hier finden KMU Aktuelles zum Thema „Digitalisierung im Mittelstand“, viele Anregungen und Tipps für die Umsetzung sowie einige Beispiele aus der Praxis.

Ziele von Digital Jetzt

Welche Ziele wurden mit dem Programm verfolgt?

Um mittelständischen Betrieben die Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen zu erleichtern, bot das Programm Zuschüsse bei Investitionen in digitale Technologien sowie Investitionen in die Qualifizierung der Beschäftigten zu Digitalthemen.

Das Programm unterstützte KMU und Handwerk bei der digitalen Transformation. Die Zielsetzung war:

  • Mehr Investitionen mittelständischer Unternehmen in digitale Technologien sowie Qualifizierung und Know-how der Beschäftigten
  • Mehr branchenübergreifende Digitalisierungsprozesse bei KMU und Handwerk
  • Verbesserte digitale Geschäftsprozesse in Unternehmen
  • Mehr Chancen durch digitale Geschäftsmodelle
  • Stärkung der Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit von KMU
  • Befähigung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Chancen der Digitalisierung zu erkennen und neue Investitionen in die Digitalisierung ihres Unternehmens anzustoßen
  • Höhere IT-Sicherheit in Unternehmen
  • Stärkung von Unternehmen in wirtschaftlich strukturschwachen Regionen

„Digital Jetzt“ – die wichtigsten Fragen

Wichtige Fragen und Antworten rund um die Förderung mit „Digital Jetzt“

Zu allen Fragen und Antworten gelangen Sie hier.

Förderbeispiele

Beispiele aus der Praxis: Wie die Förderung berechnet wird

Jedes Unternehmen hat individuelle Digitalisierungsanforderungen. Deshalb ermöglichte das Programm „Digital Jetzt“ eine große Bandbreite an Fördermöglichkeiten. Stellvertretend für diese Vielfalt und zur weiteren Veranschaulichung nachfolgend drei Beispiele aus der Praxis:

Beispiel 1: Reifenhändler (kleines Unternehmen)

Ein Reifenhändler aus Stuttgart will eine größere Kundenreichweite und effizientere Prozesse durch Investitionen in digitale Technologien erreichen. Auf Basis eines Digitalisierungsplans reicht er einen Antrag ein, der folgende Angaben enthält:

  • Unternehmensgröße: bis zu 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • Investition in einen neuen Webauftritt mit Online-Vertrieb sowie neue technologische Infrastruktur (IP-Telefonie, elektronische Warenannahme)
  • Investitionsvolumen: ca. 60.000 Euro

Das Vorhaben wurde mit einer Förderquote von 40 Prozent und somit insgesamt 24.000 Euro durch das Bundeswirtschaftsministerium gefördert.

Beispiel 2: Wertschöpfungsnetzwerk

Drei Unternehmen (Händler, Gardinenhersteller und Stoffproduzent) aus Osnabrück wollen die gemeinschaftlichen Prozesse in der Lieferkette digitalisieren und mit der so gesteigerten Effizienz den Absatz ihrer Produkte steigern. Ziel ist es, eine unternehmensübergreifende IT-Software zu entwickeln, die auch als App genutzt werden kann. Hierdurch kann die bestehende Lieferkette über automatisierte Bestellprozesse – vom Auftragseingang bis zur Lieferung an den Kunden – optimiert werden. Die neue unternehmensübergreifende Software-Anwendung führt auch zu Kosteneinsparungen. Zudem können die Produkte für die Kunden online besser sichtbar werden.

Hierzu beantragen die Unternehmen jeweils als Bestandteil eines Wertschöpfungsnetzwerks eine Förderung mit folgenden Angaben:

Unternehmensgröße45 Beschäftigte70 Beschäftigte120 Beschäftigte
Investitionsvolumen80.00080.00080.000

Als Wertschöpfungsnetzwerk wird das kleinste Unternehmen mit einer Quote von 45 Prozent (36.000 Euro), die anderen beiden Unternehmen mit einer Quote von 40 Prozent (jeweils 32.000 Euro) für die geplante Investition gefördert. Die Förderquote setzt sich zusammen aus 35 Prozent für Unternehmen mit bis zu 250 Beschäftigten beziehungsweise 40 Prozent für das kleinste Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten – plus jeweils fünf Prozent für das Wertschöpfungsnetzwerk.

Beispiel 3: Fördermodul 2 „Qualifizierung“

In den drei Unternehmen aus Beispiel 2 sollen sich zudem 15 Beschäftigte pro Unternehmen weiterbilden – hinsichtlich der Anwendung digitaler Plattformen und der Möglichkeiten intelligenter Vernetzungen. Daher beantragen die Unternehmen jeweils eine Förderung für Fortbildungsmaßnahmen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Diese Weiterbildungskosten betragen pro Unternehmen 10.000 Euro und wurden durch das Bundeswirtschaftsministerium bei vorliegender Förderquote von 40 Prozent beziehungsweise 45 Prozent mit 4.000 Euro beziehungsweise 4.500 Euro bezuschusst.

Erfolgsbeispiele

Beispiele aus der Praxis: Wie sich die Investition in Digitalisierung lohnen kann

Mithilfe des Förderprogramms „Digital Jetzt“ haben viele KMU ihre Digitalisierungsvorhaben umgesetzt und damit ihre Geschäfts- und Produktionsprozesse entscheidend verbessert.

Die Bezuschussung durch das Programm „Digital Jetzt” trug wesentlich zum Erfolg der fünf hier dargestellten Praxisbeispiele bei.

Gute Praxisbeispiele für Digitalisierung

Weiterführende Informationen

Zwei Personen schauen auf ein Tablet

Verwandte Themen