Artikel - Existenzgründung

Existenzgründungen – Motor der Wirtschaft

Einleitung

Mehr junge Unternehmen bedeuten: mehr Innovationskraft, neue Geschäftsmodelle und zusätzliche Arbeitsplätze in Deutschland. Startups tragen maßgeblich dazu bei, Forschungsergebnisse in marktfähige Produkte zu überführen und Wertschöpfung aufzubauen.

Eine Frau steht vor einer Grafik.

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Für ein starkes und dynamisches Wirtschaftswachstum sind mehr Gründerinnen und Gründer gefragt, die neue Märkte erschließen und zukunftsfähige Arbeitsplätze schaffen. Damit die jungen Unternehmen aus Deutschland erfolgreich sind, brauchen sie verlässliche und attraktive Bedingungen. Deutschland und Europa müssen sich dafür stärker als gründungsfreundlicher Standort positionieren, der Risiko belohnt und Gründerinnen und Gründern optimale Chancen bietet, ihre Ideen erfolgreich umzusetzen.

Die gute Nachricht ist: 2025 wurden in Deutschland 3.568 neue Startups gegründet. Das sind 29 Prozent mehr als im Vorjahr und sogar mehr als im bisherigen Rekordjahr 2021. Das zeigen Zahlen des Startup-Verbands und startupdetector. Die Zahlen machen deutlich, dass Deutschland ein dynamischer und attraktiver Standort für Gründungen ist.

Das Bundeswirtschaftsministerium und die Bundesregierung werden mit verschiedenen Maßnahmen diesen positiven Trend verstärken. „Die Bundesregierung schafft dafür bessere Bedingungen: mehr Wagniskapital, weniger Bürokratie, mehr Talente und ein stark vernetztes Startup-Ökosystem“, so Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche.

Das Bundeswirtschaftsministerium entwickelt dafür aktuell eine neue Startup- und Scaleup-Strategie. Ziel ist es, die Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag mit weiteren Impulsen aus der Startup-Community zusammenzuführen und ihre schnelle Umsetzung zu ermöglichen.

Mit vielfältigen Maßnahmen stärkt bereits das Bundeswirtschaftsministerium und die Bundesregierung den Gründungsgeist in Deutschland und unterstützt angehende Unternehmerinnen und Unternehmer auf dem Weg in die Selbstständigkeit:

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche zum Gründungsrekordjahr 2025

"Mehr Startups bedeuten mehr Innovation, mehr Wachstum und mehr Arbeitsplätze. Jetzt geht es allerdings darum, diesen Trend zu verstetigen und aus jungen Unternehmen globale Player zu machen."

Öffnet Einzelsicht

Unterstützung und Informationen für Gründerinnen und Gründer

Gründungsberatung

Selbstständigkeit erfolgreich planen

Verlässliche Informationen und sorgfältige Planungen sind das Fundament für einen erfolgreichen Start als Unternehmerin und Unternehmer. Deshalb unterstützt das Bundeswirtschaftsministerium Gründerinnen und Gründer bei den vielen kleinen Schritten auf dem Weg in die Selbstständigkeit.

Für einen erfolgreichen Start in die Selbstständigkeit müssen viele Fragen geklärt und Entscheidungen vorbereitet werden: Wie erstelle ich einen Businessplan? Wie setze ich meine Geschäftsidee um? Und woher bekomme ich mein Startkapital?

Das Existenzgründungsportal des Bundeswirtschaftsministeriums

Mit www.existenzgruendungsportal.de bietet das Bundeswirtschaftsministerium umfangreiche Informationen, Checklisten und Übersichten sowie Kontakte zu weiteren Ansprechpartnern zum Start in die Selbstständigkeit an.

Denn für Gründerinnen und Gründer besteht ein breites Netzwerk von Starthelfern, Initiativen und Beratungsmöglichkeiten wie zum Beispiel:

  • Industrie- und Handelskammern (IHKs) und Handwerkskammern (HWKs),
  • kommunale oder regionale Ämter oder Gesellschaften für Wirtschaftsförderung,
  • Innovations-, Technologie- und Gründungszentren,
  • Agenturen für Arbeit,
  • Gründungslehrstühle/Gründungsnetzwerke,
  • Gründungsmessen,
  • landesweite, regionale oder lokale Gründungsinitiativen und
  • Businessplan-Wettbewerbe.

Die Gründerplattform

Auf der digitalen Plattform gruenderplattform.de erhalten angehende Gründerinnen und Gründer umfangreiche Hilfestellung – interaktiv, maßgeschneidert und kostenlos.

Das Prinzip: Wer sich selbstständig machen will, soll alle gründungsrelevanten Vorbereitungen auf einer zentralen, digitalen Plattform abwickeln und sich dabei individuell beraten lassen können – von der Ideenfindung, über die Entwicklung des Geschäftsmodells und des Businessplans bis hin zur passenden Förderung und Finanzierung. Das Ziel: Existenzgründung in Deutschland einfacher machen.

Damit das optimal klappt, bietet die Plattform eine Reihe digitaler Tools und bindet deutschlandweit alle zentralen Akteure für die Gründungsberatung und -finanzierung ein. Über 700 Partner wie Landesförderbanken, Kammern, Bürgschaftsbanken, Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken sowie Privatbanken sind mit an Bord.

Start-ups im Dialog mit der Politik:Startup Germany Circle

Der Startup Germany Circle ist ein Austauschformat zwischen dem Bundeswirtschaftsministerium auf höchster Ebene mit der Startup-Szene zu aktuellen Fragen der Startup- und Scaleup-Politik. Ziel ist es, praxisnahe Impulse zu gewinnen, um die Rahmenbedingungen für Startups in Deutschland weiter zu verbessern und Innovationen zu fördern.

Lagerhalle zum Thema Mittelstandsfinanzierung

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Maßgeschneiderte Finanzierungsförderung für den Mittelstand

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Gründungsfinanzierung

Starthilfe für Gründerinnen und Gründer

Eine solide Finanzierung ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Gründung. Neben Eigenmitteln brauchen viele Existenzgründerinnen und -gründer zusätzlich externe Geldquellen oder Fremdmittel. Wichtig bei der Wahl ist vor allem, dass die Finanzierung zum Vorhaben passt.

Gründungswillige müssen in Immobilien, Ausstattung, Maschinen, Geräte und oft auch Personal investieren. Auch die Kosten für ihre eigene Lebenshaltung müssen im Businessplan kalkuliert werden. Damit aus ihren guten, zukunftsträchtigen Geschäftsideen erfolgreiche Unternehmen entstehen, sollten sich Existenzgründerinnen und Existenzgründer frühzeitig um ihr Startkapital kümmern. Dieses setzt sich aus Eigen- und Fremdkapital zusammen.

Eigenkapital

Zum Eigenkapital gehören die finanziellen Rücklagen und – je nach Rechtsform – das Grund- beziehungsweise Stammkapital eines Unternehmens sowie der Bilanzgewinn und das persönliche Vermögen. Darüber hinaus gehören zum Eigenkapital auch Gegenstände, wie Maschinen, Anlagen, Fuhrpark, die einem Unternehmen unbegrenzt zur Verfügung stehen.

Warum Eigenkapital wichtig ist

Einerseits verringert Eigenkapital die Gefahr von Liquiditätsproblemen. Andererseits macht es die Unternehmerin bzw. den Unternehmer unabhängig: Nur wer über ausreichendes Eigenkapital verfügt, kann auch schnell und flexibel auf erneuten Finanzierungsbedarf (z.B. Investitionen bei Marktänderungen) reagieren. Zu guter Letzt gilt das eingesetzte Eigenkapital für Banken und Sparkassen als Messlatte für die Ernsthaftigkeit eines Vorhabens.

Neben den tatsächlichen eigenen Mitteln, die Gründerinnen beziehungsweise Gründer aufbringen, gibt es auch Eigenkapital, das von Dritten zur Verfügung gestellt wird. Dabei kann es sich um Zuschüsse oder Beteiligungskapital handeln.

Zuschüsse

Bei Zuschüssen handelt es sich um finanzielle Zuwendungen des Staates, die über Förderinstitute zur Verfügung gestellt werden. Sie werden vor allem für die Wachstumsfinanzierung sowie für die Innovationsförderung ausgereicht. Die Bedingung ist: Zuschüsse sind an bestimmte Investitionsvorhaben gebunden. Bei der Umsetzung müssen die Vorgaben der Förderinstitute eingehalten werden; werden diese nicht eingehalten, kann es zu Rückzahlungsaufforderungen kommen.

Beteiligungskapital

Beim Beteiligungskapital handelt es sich um Eigenkapital, das dem Unternehmen von öffentlichen, privaten oder gemischten Beteiligungsgesellschaften zur Verfügung gestellt wird; und zwar in Form von Einlagen als Stamm- oder Grundkapital, aber auch als eine stille Beteiligung am Unternehmen.

Fremdkapital

Um ihr Gründungsvorhaben zu finanzieren, benötigen Gründerinnen und Gründer meistens zusätzliches Geld: das sogenannte Fremdkapital. Dabei kommen je nach Umfang und Nutzungsdauer der geplanten Investitionen unterschiedliche Kreditgeber und Kreditarten in Frage.

Förderdarlehen der Länder

Typisch für Förderdarlehen sind unter anderen günstige Zinsen, lange Laufzeiten und häufig eine rückzahlungsfreie (tilgungsfreie) Anlaufphase. Der Bund sowie das ERP-Sondervermögen, die Länder und die Europäische Union unterstützen Gründerinnen und Gründer sowie kleine und mittlere Unternehmen mit ganz unterschiedlichen Förderdarlehen. Einige Beispiele:

  • ERP-Gründerkredit – StartGeld
    Mit dem ERP-Gründerkredit – StartGeld werden alle Formen der Existenzgründung gefördert, das heißt die Neugründung von Unternehmen, die Übernahme eines Unternehmens und der Erwerb einer tätigen Beteiligung. Die Existenzgründung kann hauptberuflich oder zunächst nebenberuflich betrieben werden. Die Kreditlaufzeit beträgt maximal zehn Jahre. Die ersten beiden Jahre können tilgungsfrei sein. Das heißt, in dieser Zeit müssen nur die Zinsen bezahlt werden. Danach erfolgt die Tilgung in festgelegten Monatsraten.
  • ERP-Mezzanine für Innovation
    App-Entwicklung, Aufbau einer verbesserten Produktserie oder maßgeschneiderte Vernetzung des Maschinenparks: Für Unternehmen, die eine Innovation planen, ihr Eigenkapital aber nicht belasten wollen, bietet sich das Programm ERP-Mezzanine für Innovation als Lösung an. Die Förderung wird als integriertes Finanzierungspaket aus einem klassischen Darlehen (Fremdkapitaltranche) und einem Nachrangdarlehen (Nachrangtranche) gewährt.
  • Mikrokreditfonds Deutschland
    Besonders für Kleinst- und Kleinunternehmen sowie junge Unternehmen ist der Zugang zu Bankkrediten strukturell erschwert. Mit dem Mikrokreditfonds Deutschland fördert das Bundesministerium für Arbeit und Soziales in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ein flächendeckendes und niedrigschwelliges Angebot an Darlehen bis 25.000 Euro.

Kredite von Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken

Kredite zur Finanzierung von Investitionen und Betriebsmitteln erhalten Gründerinnen und Gründer von ihrer Hausbank, das heißt jener Bank beziehungsweise Sparkasse, bei der das Geschäftskonto eröffnet wurde. Je nach Finanzierungszweck wird nach kurzfristigen Betriebsmittelkrediten oder mittel- und langfristigen Investitionskrediten unterschieden.

Mit einer Bürgschaft absichern

Für die Hausbank ist entscheidend, dass die Gründerinnen und Gründer jederzeit in der Lage sind, den eingegangenen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Deshalb verlangen die Banken von den Gründerinnen und Gründern geeignete Sicherheiten, um einen Zahlungsausfall abzusichern. Wer diese Sicherheiten nicht aufweisen kann, muss eine Bürgschaft nachweisen. Eine Bürgschaft für den Kredit können Gründerinnen und Gründer durch zwei wesentliche Quellen erhalten:

  • Bürgschaft von Privaten
  • Bürgschaft von der Bürgschaftsbank

Auf dem Finanzierungsportal der Bürgschaftsbanken können Gründerinnen und Gründer in wenigen Schritten eine passende Finanzierungslösung finden.

Unternehmensnachfolge

Die Unternehmensnachfolge sichern

Erfolgreiche Firmenübergaben sichern Arbeitsplätze und Fachwissen in Deutschland. Und sie bieten Nachfolgerinnen und Nachfolgern die Chance, ein Unternehmen aus bestehenden Strukturen weiterzuentwickeln, sei es im Bereich der Digitalisierung oder der Nachhaltigkeit.

Der demografische Wandel führt dazu, dass rund 30 Prozent der mittelständischen Unternehmerinnen und Unternehmer 60 Jahre oder älter sind. Für sie ist es wichtig, sich frühzeitig mit dem Thema Unternehmensnachfolge auseinanderzusetzen, um ihrem Unternehmen, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Geschäftspartnern eine langfristige Perspektive zu bieten.

Online-Unternehmensnachfolgebörse nexxt-change.org

Über das kostenfreie Angebot der Online-Unternehmensnachfolgebörse www.nexxt-change.org, die das Bundeswirtschaftsministerium gemeinsam mit der KfW betreibt, können an einer Nachfolge Interessierte zueinander finden. Seit 2006 wurden so mehr als 19.000 Inhaberinnen und Inhaber und Nachfolgerinnen und Nachfolger erfolgreich zusammengebracht. Mit einem Netzwerk von mehr als 700 Regionalpartnern aus dem Bereich der Kammern und Banken bietet nexxt change zudem kompetente Ansprechpartner vor Ort, die bei den unterschiedlichen Fragen einer Unternehmensnachfolge Übergebende und Übernehmende unterstützen.

Umfangreiche Informationsplattform nachfolge-in-deutschland.de

Auf der vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Informationsplattform www.nachfolge-in-deutschland.de stehen unter anderen

  • der nachfolg-o-mat, ein Analysetool für alle, die sich zum ersten Mal mit der Unternehmensnachfolge auseinandersetzen,
  • der kostenfreie und wissenschaftlich fundierte KMUrechner für die Wertermittlung eines Unternehmens,
  • das Nachfolgewiki, ein umfangreiches Online-Lexikon mit relevanten Themen und Checklisten rund um die Unternehmensnachfolge,
  • der Nachfolgefahrplan und
  • ein Test, mit dem die persönliche Präferenz für eine Neu- oder Nachfolgegründung ermittelt werden kann zur Verfügung.

Publikationen

Pressemitteilungen

  • 14.11.2025 - Pressemitteilung - Existenzgründung

    Pressemitteilung: SCHULEWIRTSCHAFT-PREIS 2025: Berufliche Orientierung gemeinsam neu denken – Start der Gründungswoche Deutschland

    Öffnet Einzelsicht
  • 01.07.2025 - Pressemitteilung - Existenzgründung

    Pressemitteilung: Gründungsaktivitäten in Deutschland erreichen Allzeithoch

    Öffnet Einzelsicht
Junge Gründerinnen und Gründer sprechen über eine Zeichnung; Thema Existenzgründung; Quelle: Getty Images/Emely

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