Artikel - Wirtschaftliche Entwicklung

Jahreswirtschaftbericht 2026 Investitionen und Reformen für Wachstum und Resilienz

Einleitung

Der Jahreswirtschaftsbericht 2026 wurde einschließlich der Projektion zur wirtschaftlichen Entwicklung am 28. Januar 2026 durch das Bundeskabinett beschlossen und von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche vorgestellt.

Laut Jahresprojektion nimmt die binnenwirtschaftliche Dynamik angesichts steigender Konsumausgaben und Investitionen zu. Anhaltende Reallohnzuwächse und staatliche Entlastungsmaßnahmen erhöhen die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte. Hinzu kommt eine allmähliche Verbesserung der Arbeitsmarktperspektiven im Jahresverlauf, die das Konsumklima zusätzlich stärken dürfte. Auch die Investitionen dürften nach mehreren Jahren des Rückgangs im Jahresverlauf 2026 wieder Tritt fassen. Öffentliche, aber auch private Ausrüstungs- und Bauinvestitionen werden durch umfangreiche staatliche Programme sowie durch verbesserte steuerliche Rahmenbedingungen stimuliert. Besonders die Ausrüstungsinvestitionen profitieren von höheren Verteidigungs- und Infrastrukturinvestitionen sowie von Maßnahmen zur Stärkung des Finanz- und Innovationsstandorts. Auch die Investitionen in geistiges Eigentum, insbesondere in Digitalisierung, Forschung und Entwicklung geben Impulse. Im Baugewerbe wird eine allmähliche Erholung erwartet, getragen vor allem vom öffentlichen Hoch- und Tiefbau.

Der Außenhandel bleibt hingegen ein struktureller Schwachpunkt. Die globalen Rahmenbedingungen sind weiterhin von geopolitischen Spannungen, gestiegenem Protektionismus und einer schwächeren internationalen Nachfrage geprägt. Insbesondere die anhaltende, latente Drohung höherer US-Zölle sowie der zunehmende Wettbewerbsdruck aus China belasten die Exportperspektiven. Trotz einer robusten Nachfrage aus dem EU-Binnenmarkt ist 2026 erneut mit einem negativen Wachstumsbeitrag des Außenhandels zu rechnen.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche bei der Vorstellung des Jahreswirtschaftsberichts

 

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche bei der Vorstellung des Jahreswirtschaftsberichts 2026

„Entscheidend ist, dass wir schneller und entschlossener an der Verbesserung unserer Standortbedingungen arbeiten. Der Jahreswirtschaftsbericht zeigt, dass erste Schritte gemacht sind, doch sie reichen nicht aus.“

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen setzt die Bundesregierung auf eine Kombination aus zusätzlichen öffentlichen Investitionen zur Modernisierung des öffentlichen Kapitalstocks über das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität sowie aus strukturellen Reformen, die die Rahmenbedingungen für private Investitionen verbessern. Erste Schritte in diese Richtung sind das steuerliche Investitionssofortprogramm und der Beschluss zur schrittweisen Absenkung der Unternehmenssteuerbelastung. Die Bundesregierung setzt darüber hinaus in zentralen Handlungsfeldern Schwerpunkte zur Verbesserung der Standortbedingungen.

Diese sowie weitere im Jahreswirtschaftsbericht enthaltene Maßnahmen werden dazu beitragen, die Standortbedingungen in Deutschland strukturell und umfassend zu verbessern. Darüber hinaus ergibt sich aus den besonderen Umständen der geopolitischen Lage die Notwendigkeit, den Strukturwandel zu flankieren und bestimmte Wertschöpfung auch aus Gründen der Wirtschaftssicherheit zu schützen. Dies tut die Bundesregierung nicht zuletzt, indem sie den EU-Emissionshandel flankiert sowie das KRITIS-Dachgesetz zum Schutz kritischer Infrastrukturen auf den Weg bringt.

Kennzahlen

+1,0
Symbolicon für Wachstumskurve

Prozent Anstieg des BIP 2026
2027: + 1,3 Prozent

+2,1
Symbolicon für Geld

Prozent Inflationsrate
2026 erwartet

6,2
Symbolicon für Arbeiter

Prozent Arbeitslosenquote
2026 erwartet

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