Artikel - Wirtschaftliche Entwicklung

Konjunktur und Wachstum

Einleitung

Wirtschaftliche Abschwächung im ersten Quartal

Die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland hat im ersten Quartal vor dem Hintergrund des Konflikts im Nahen Osten spürbar an Dynamik verloren. Während Stimmungsindikatoren im Unternehmenssektor und zum Teil auch bei Verbraucherinnen und Verbrauchern zu Jahresbeginn zunächst eine leichte Aufhellung zeigten, haben sich diese mit Beginn des Iran-Kriegs deutlich eingetrübt.

Aktuelle Indikatoren in der Industrie deuten darauf hin, dass sich die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal nur sehr verhalten entwickelt haben dürfte. Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe haben sich im Februar nach dem Einbruch im Vormonat zwar etwas erholt, allerdings war der Anstieg vor allem auf eine gestiegene Auslandsnachfrage zurückzuführen; die inländischen Aufträge waren dagegen erneut rückläufig, wofür vor allem ein weiterer Orderrückgang der stark durch Großaufträge im Verteidigungsbereich geprägten Investitionsgüterproduzenten ausschlaggebend war. Die Industrieproduktion stagnierte im Februar nach einem Rückgang im Vormonat nahezu und liegt im Durchschnitt der Monate Januar und Februar gut einen Prozentpunkt unter dem Niveau des vierten Quartals 2025. Etwas günstiger entwickelten sich zuletzt allein die energieintensiven Industrien, die nach dem Rückgang zum Jahresende 2025 im Januar und Februar spürbar zulegten.

Vorlaufende Indikatoren für die Industrieproduktion wie der Lkw-Maut-Fahrleistungsindex des Statistischen Bundesamtes und VDA-Daten zur Produktion von Kfz deuten auf eine insgesamt schwache Entwicklung der Industriekonjunktur im März hin. Hierfür dürften auch die Auswirkungen des Iran-Kriegs mit den daraus folgenden Energie- und Rohstoffpreissteigerungen sowie Lieferengpässen von Vorprodukten eine Rolle gespielt haben. Laut Umfragen des ifo Instituts geben rund 90 Prozent der Industrieunternehmen an, von dem Iran-Krieg in ihren Geschäften beeinträchtigt zu werden. Von Lieferverzögerungen bei Vorprodukten bzw. Rohstoffen sind mehr als ein Drittel Prozent der Unternehmen betroffen.

Auch bei den stärker binnenwirtschaftlich orientierten Bereichen zeigt sich am aktuellen Rand keine Belebung: Im Baugewerbe dürfte die Bruttowertschöpfung im ersten Quartal infolge der ungünstigen Witterung zu Jahresbeginn, die im Hoch- und Tiefbau zu Einschränkungen geführt hat, gesunken sein. In den ersten zwei Monaten des Jahres lag die Produktion im Baugewerbe um gut zwei Prozent unter dem Niveau des vierten Quartals 2025.

Die Stimmung in den (konsumnahen) Dienstleistungsbereichen zeigt angesichts der deutlichen Energiepreissteigerungen und den erhöhten geopolitischen Unsicherheiten ebenfalls eine deutliche Eintrübung: Der S&P-Dienstleistungsindex ist im März auf den tiefsten Stand seit September vergangenen Jahres gesunken und die Erwartungen im Handel waren laut ifo Geschäftsklima zuletzt rückläufig. Die Einzelhandelsumsätze, die knapp ein Drittel des privaten Konsums ausmachen, lagen in Durchschnitt der Monate Januar und Februar rund einen halben Prozentpunkt unter dem Niveau des Schlussquartals 2025. Auch die Kfz-Zulassungen privater Halter lagen im ersten Quartal deutlich unter dem Niveau des Vorquartals. Das Gastgewerbe hat im Januar 2026 rund vier Prozent weniger umgesetzt als im Dezember 2025. Die konsumnahen Dienstleistungen dürften sich auch in den kommenden Monaten angesichts der Schwäche auf dem Arbeitsmarkt, der energiepreisbedingten Kaufkraftverluste und der ungelösten geopolitischen Spannungen eher verhalten entwickeln. Stabilisierend dürfte sich dagegen weiterhin die Entwicklung der öffentlichen Dienstleistungen in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Verwaltung darstellen.

Ein konjunktureller Lichtblick zeigt sich bei der jüngsten Entwicklung des Außenhandels: Nach dem Rücksetzer zu Jahresbeginn sind die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen im Februar merklich gestiegen und lagen im Durchschnitt der Monate Januar und Februar insgesamt um 2,7 Prozent über dem Niveau des Vorquartals. Auch die nominalen Einfuhren von Waren und Dienstleistungen waren nach dem vorangegangenen Einbruch im Februar wieder aufwärtsgerichtet. Vor dem Hintergrund der weltwirtschaftlichen Belastungen infolge der gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise ist allerdings auch bei der Auslandsnachfrage in den kommenden Monaten von einer nachlassenden Dynamik auszugehen.

Die weitere wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland wird wesentlich von den Perspektiven im Iran-Krieg bestimmt. Der angekündigte Waffenstillstand ist eine wichtige Voraussetzung für eine Normalisierung der Handels- und Produktionskapazitäten im Nahen Osten. Voraussichtlich wird dies angesichts der bisherigen Zerstörung der dortigen Produktionskapazitäten und des Rückstaus durch Lieferengpässe bei Energie- und anderen Rohstoffen noch eine längere Zeit dauern. Solange werden die Energie- und Rohstoffpreise auf erhöhtem Niveau bleiben. Die belastenden Effekte auf die deutsche Wirtschaft dürften damit auch im weiteren Jahresverlauf spürbar sein, im günstigsten Fall mit einer allmählichen Normalisierung der Energie- und Rohstoffpreise.

Weltwirtschaft erweist sich weiter als robust, Unsicherheiten bleiben hoch

Die weltweite Industrieproduktion ist im Januar mit +0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat weiter gestiegen. Während die Produktion im Euroraum, in Osteuropa und Lateinamerika zurückging, wurde sie in Japan, China und den USA ausgeweitet. Gegenüber Januar 2025 lag die globale Produktion damit um 3,8 Prozent im Plus. Die Frühindikatoren für die weitere Entwicklung trüben sich aktuell infolge des Iran-Kriegs allerdings zunehmend ein: Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global für die Weltwirtschaft ist im März deutlich von 53,3 auf 51,0 Punkte zurückgegangen, verbleibt aber weiter über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Während sich die Stimmung bei den Dienstleistern merklich von -2,6 auf 50,8 Punkte eintrübte, kam es in der Industrie zu einem geringeren Rückgang um -0,5 auf 51,3 Punkte. Laut Sentix blickten Finanzinvestoren im April nochmals pessimistischer auf die Weltkonjunktur: Der Index gab von 9,7 auf -2,9 Punkte nach.

Der weltweite Güterhandel hat zu Jahresbeginn mit +2,0 Prozent gegenüber dem Vormonat kräftig zugelegt, nachdem er im Dezember in etwa stagnierte. Besonders zwischen den asiatischen Volkswirtschaften wurde deutlich mehr gehandelt, wohingegen die Handelsaktivität im Euroraum rückläufig war. Insgesamt lag der Welthandel im Januar um 5,2 Prozent über dem Vorjahresmonat. Containerumschlagsdaten weisen auch für den Februar auf eine robuste Handelsentwicklung hin. So hat der RWI/ISL-Containerumschlagindex im Februar mit 144,8 Punkten auf vergleichswiese hohem Niveau stagniert. Während die Aktivität in den chinesischen Häfen aufgrund des dortigen Neujahrsfestes zurückging, nahm der Güterumschlag in den europäischen Häfen infolge vorgezogener Geschäfte mit China im Januar deutlich zu.

In ihren Frühjahrsprognosen haben Wirtschaftsforschungsinstitute und internationale Organisationen zuletzt ihre Erwartungen für den Welthandel in den kommenden Monaten abwärts revidiert. Trotz des vereinbarten Waffenstillstands zwischen den USA und Iran sind die weltwirtschaftlichen Perspektiven weiterhin mit hoher Unsicherheit behaftet.

Aktuelle Pressemitteilungen

Pressemitteilungen

Weitere Pressemitteilungen zur wirtschaftlichen Lage

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Konjunkturschlaglicht März 2026

Geopolitische Risiken dämpfen Konjunkturperspektiven

Gesamtwirtschaft

Konjunkturelle Erholung verliert an Dynamik. Zu Jahresbeginn haben sich wichtige Konjunkturindikatoren wie Industrieproduktion, Auftragseingänge und Einzelhandelsumsätze spürbar abgeschwächt. Seit Anfang März wird die Konjunktur zudem durch die drastischen Preissteigerungen bei Rohöl und Erdgas infolge des Krieges im Nahen Osten belastet. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung ist damit wesentlich von Fortgang und Dauer des Konflikts sowie der faktischen Sperrung der Straße von Hormus abhängig.

Lesen Sie hier mehr zum Konjunkturschlaglicht im März 2026.

Aktuelle Projektion

Wirtschaftliche Entwicklung und Konjunktur

Die Bundesregierung projiziert unter Federführung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie in der Regel dreimal im Jahr die gesamtwirtschaftliche Entwicklung für Deutschland. Rechtliche Grundlage bildet das Vorausschätzungsgesetz.

Die Jahresprojektion im Januar ist Teil des Jahreswirtschaftsberichts der Bundesregierung. Die Frühjahrs- und Herbstprojektionen, üblicherweise im April beziehungsweise Oktober, bilden die Grundlage für die Schätzungen des Steueraufkommens im Arbeitskreis „Steuerschätzungen“. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen orientieren sich bei der Aufstellung ihrer Haushalte an den projizierten gesamtwirtschaftlichen Eckwerten. Auch die Meldungen an die Europäische Union im Rahmen des Stabilitäts- und Wachstumspaktes werden auf Grundlage der Projektionen erstellt.

Die Bundesregierung projiziert die Wirtschaftsentwicklung in der kurzen und mittleren Frist und bestimmt das Produktionspotenzial. Diese Schätzungen sind Grundlage für die Berechnung der maximal zulässigen Nettokreditaufnahme des Bundes nach der nationalen Schuldenregel gemäß Artikeln 109 und 115 des Grundgesetzes. Frühere Projektionen finden Sie im Archiv.

In der aktuellen Jahresprojektion erwartet die Bundesregierung im Jahr 2026 reales Wirtschaftswachstum von 1,0 Prozent.

Mehr Informationen zur Jahresprojektion 2026 lesen.

Kennzahlen zur Jahresprojektion der Bundesregierung

+1,0
Symbolicon für Wachstumskurve

Prozent Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP)
in 2026.

+2,9
Symbolicon für Münzen und Geldschein

Prozent Wachstum des globalen Bruttoinlandprodukts (BIP)
in 2026 erwartet.

+2,1
Symbolicon für Geld

Prozent Inflationsrate
in 2026 erwartet.

6,2
Symbolicon für Arbeiter

Prozent Arbeitslosenquote
in 2026 erwartet.

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Weitere Projektionen finden Sie hier

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Schlaglichter der Wirtschaftspolitik

Aktuelle Themen und Analysen

Der monatliche Bericht „Schlaglichter der Wirtschaftspolitik“ informiert über die aktuellen Themen der deutschen Wirtschaftspolitik. Mit Analysen und Grafiken bietet er einen kompakten Überblick über die gesamtwirtschaftliche Situation.

Im Fokus der April-Ausgabe 2026 der Schlaglichter der Wirtschaftspolitik stehen folgende Themen:

Regionalpolitische Jahrestagung 2026 des BMWE in Halle: Am zweiten und dritten März fand die Regionalpolitische Jahrestagung 2026 des BMWE in Kooperation mit dem Land Sachsen-Anhalt in Halle (Saale) zum Thema „Innovationen und Investitionen: Regionen zukunftsfähig gestalten“ statt. Mehr als 750 Teilnehmende aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Verwaltung, Verbänden und Gewerkschaften haben dabei zu innovativen Ideen und wirksamen Instrumenten für Investitionen und Innovationen, die neue wirtschaftliche Dynamik anstoßen und selbsttragendes Wachstum in den Regionen fördern, diskutiert. Im Mittelpunkt standen praxisnahe Ansätze und konkrete Lösungen, die in Reden, Panels und Workshop vorgestellt und diskutiert wurden. Bundesministerin Katherina Reiche warb in ihrer Rede unter anderem dafür, den industriellen Einsatz von künstlicher Intelligenz zu erleichtern, Bürokratie weiter abzubauen, Infrastruktur auszubauen und Innovationen gezielt zu fördern. Die Regionalpolitische Jahrestagung brachte allen Beteiligten auch dieses Jahr wieder einen großen Mehrwert und ermöglichte den Austausch über die Lehren der Vergangenheit, aktuelle Herausforderungen und die erfolgreiche zukünftige Ausgestaltung von Regionalpolitik. Wir berichten in dieser Ausgabe.

Vertragsunterzeichnung zum Einstieg des Bundes bei TenneT Germany: Mit einer Stromkreislänge von über 14.000 Kilometern ist TenneT Germany der größte und außerdem der einzige der vier Übertragungsnetzbetreiber, dessen Netz sich von der norddeutschen Küste bis nach Bayern erstreckt. Mit der Unterzeichnung des Kaufvertrags am 3. Februar hat der Bund nun einen wichtigen Schritt in Richtung Beteiligung an TenneT Germany unternommen. Dabei erwirbt der Bund über die KfW im Rahmen eines Zuweisungsgeschäfts einen Anteil von 25,1 Prozent am Unternehmen. Da die energiepolitische Zielsetzung des Bundes und insbesondere der bedarfsgerechte Netzausbau mit einem erheblichen Investitionsbedarf einhergehen, sichert der Bund durch die Beteiligung an TenneT Germany eine ausreichende Kapitalausstattung und damit die Investitionsfähigkeit. Wir berichten.

mariTEAM Deutschland – 14. Nationale Maritime Konferenz in Emden: Am 29. und 30. April wird die 14. Nationale Maritime Konferenz in Emden/Niedersachsen stattfinden. Sie ist die zentrale Veranstaltung der Bundesregierung zur Unterstützung der maritimen Wirtschaft, an der rund 800 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft teilnehmen. Wir berichten über die geplante Agenda.

Wie üblich enthält die Ausgabe auch eine ausführliche Berichterstattung zur Konjunkturlage.

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre.

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Weitere Schlaglichter der Wirtschaftspolitik

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Analysen

Analysen der Wirtschaftsentwicklung

Frühjahrsgutachten 2026 der Wirtschaftsforschungsinstitute der Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose

Die Wirtschaftsforschungsinstitute der Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose haben am 1. April 2026 ihr Frühjahrsgutachten vorgestellt. Das Schwerpunktthema befasst sich mit den Ursachen der rückläufigen Arbeitszeit in Deutschland und den Folgen für das Potenzialwachstum in den kommenden Jahren. Die Institute erwarten in diesem Jahr einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von preisbereinigt 0,6 Prozent und im Jahr 2027 einen Anstieg von 0,9 Prozent.

Dashboard Deutschland

Online-Plattform bündelt wirtschaftlich relevante Daten

Mit dem „Dashboard Deutschland“ stellt das Statistische Bundesamt (Destatis) hochaktuelle Informationen zur Bewertung der aktuellen wirtschaftlichen Lage auf einer öffentlich zugänglichen Online-Plattform bereit.

Das im Auftrag des Bundesministeriums des Innern (BMI), des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) entwickelte „Dashboard Deutschland“ bietet mehr als 100 aussagekräftige Indikatoren aus unterschiedlichen Datenquellen zu gesellschaftlich und wirtschaftlich relevanten Themenbereichen wie Gesundheit, Wirtschaft, Mobilität und Finanzen. Das Angebot wird stetig weiter ausgebaut und ist kostenfrei nutzbar.

Weitere Informationen im Dashboard Deutschland einsehen.

Konjunkturstatistik

Konjunkturstatistik

 

Konjunktur

KONJUNKTUR
Grafiken & Tabellen

Schlaglichter – Konjunktur April 2026

Basisregister

Das Basisregister für Unternehmen

Mit dem Basisregister für Unternehmen sollen Stammdaten aller Unternehmen in einem zentralen Register gespeichert werden, um Mehrfachmeldungen zu verhindern, Dateninkonsistenzen abzuschaffen und insgesamt der Zeit- und Arbeitsaufwand für Unternehmen und Verwaltung deutlich reduziert werden. Durch die Digitalisierung und Vernetzung sollen künftig Kosten eingespart und Bürokratiepflichten abgebaut werden.

 

Welchem Zweck dient das Basisregister?

Das Basisregister für Unternehmen ist ein zentrales Digitalisierungsprojekt um Bürokratieabbau für Wirtschaft und Verwaltung zu schaffen: Die stark fragmentierte Registerlandschaft in Deutschland ist bisher kaum vernetzt und wenig digitalisiert. Derzeit sind viele Unternehmen in mehreren Registern mit ihren Daten und teilweise unterschiedlichen Identifikationsnummern parallel erfasst; ein Austausch von Informationen zwischen Registern erfolgt häufig nicht. Die regelmäßige erforderliche Pflege und mehrfache Meldung beziehungsweise Abfrage von Daten führen bei Unternehmen und in der Verwaltung zu unnötiger Bürokratie. Hier setzt das Basisregister für Unternehmen an: Es speichert zukünftig Stammdaten aller Unternehmen in Deutschland, einschließlich einer bundeseinheitlichen Wirtschaftsnummer zur eindeutigen Identifizierung.

Was ist die bundeseinheitliche Wirtschaftsnummer?

Die bundeseinheitliche Wirtschaftsnummer entspricht der Wirtschafts-Identifikationsnummer, die derzeit vom Bundeszentralamt für Steuern jedem wirtschaftlich Tätigen auf Grundlage von § 139c Abgabenordnung (AO) zugeteilt wird. Sie besteht aus den Anfangsbuchstaben „DE“ und einer neunstelligen Ziffernfolge. Für unterschiedliche wirtschaftliche Tätigkeiten wird an die Nummer ein Unterscheidungsmerkmal beginnend mit „00001“ angehangen.

Welche Vorteile bietet die bundeseinheitliche Wirtschaftsnummer?

Sie schafft zusammen mit dem Basisregister die Voraussetzungen für effiziente Datenaustausche zwischen Behörden und für die Umsetzung des „Once-Only“-Prinzips im Unternehmensbereich: Zukünftig sollen Unternehmen ihre Daten der Verwaltung nur einmal mitteilen müssen; Mehrfachmeldungen an verschiedene Register können schrittweise durch Registerabfragen und zwischenbehördliche Datenaustausche ersetzt werden. Zudem vereinfacht das Vorhaben nicht nur den Kontakt von Unternehmen mit der öffentlichen Hand, sondern verbessert gleichzeitig die Qualität der Registerdaten.

Wie stark reduziert sich der bürokratische Aufwand für Unternehmen durch das Basisregister?

Schätzungen gehen perspektivisch von einem hohen Entlastungspotenzial für Unternehmen aus. Eine Studie des Normenkontrollrats aus dem Jahr 2017 hat ermittelt, dass sich der Zeitaufwand nach der Registermodernisierung für Unternehmen und die Verwaltung mehr als halbieren wird. Der potentielle Nutzen erhöht sich mit jeder Ausbaustufe, in der aktuellen ersten Ausbaustufe soll zunächst die Grundstruktur des Basisregisters für Unternehmen aufgebaut werden.

Derzeit wird die erste Ausbaustufe des Basisregisters für Unternehmen bei der registerführenden Behörde, dem Statistischen Bundesamt, umgesetzt. Nach einer Änderung der Verordnung soll zeitnah damit begonnen werden die zweite Ausbaustufe umzusetzen.

Gesetzliche Grundlage: Das Unternehmensbasisdatenregistergesetz – UBRegG
https://www.gesetze-im-internet.de/ubregg/BJNR250610021.html

Verordnung des Bundesministeriums der Finanzen, des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz und des Bundesministeriums der Justiz über das Register über Unternehmensbasisdaten
https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Artikel/Service/Gesetzesvorhaben/240424-ubregg.html


Übersichtsseite zum Basisregister vom Statistischen Bundesamt:
https://www.destatis.de/Verwaltungsregister/DE/Basisregister/_inhalt.html

Informationen vom BZSt zur Wirtschafts-Identifikationsnummer
https://www.bzst.de/DE/Unternehmen/Identifikationsnummern/Wirtschaftsidentifikationsnummer/ wirtschaftsidentifikationsnummer_node.html

Der Aufbau des Basisregisters ist Teil der Registermodernisierung
https://www.bva.bund.de/DE/Services/Behoerden/Verwaltungsdienstleistungen/Registermodernisie rung/Ueberblick/ueberblick_node.html

Pressemitteilungen

  • 09.03.2026 - Pressemitteilung - Wirtschaftliche Entwicklung

    Pressemitteilung: Entwicklung der Industriekonjunktur Berichtsmonat Januar 2026

    Öffnet Einzelsicht
  • 12.11.2025 - Pressemitteilung - Wirtschaftliche Entwicklung

    Pressemitteilung: Bundeswirtschaftsministerin Reiche dankt dem Sachverständigenrat für sein Jahresgutachten

    Öffnet Einzelsicht
Graph zum Thema Wirtschaftliche Entwicklung; Quelle: istockphoto.com/jxfzsy

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