Artikel -

Förderprogramm „Manufacturing-X“ Die Unterstützung des Datenökosystems für eine intelligent vernetzte Industrie

Einleitung

Infografik über "International Manufacturing-X" und deren intelligente Vernetzung mit der Industrie.

© Plattform Industrie 4.0

Über Manufacturing-X

Die globale Initiative zum Aufbau industrieller Datenökosysteme

Die Industrie 4.0 benötigt zeitnah ein gemeinsames, offenes Datenökosystem, in dem alle Beteiligten der Wertschöpfungsketten sicher, souverän und interoperabel ihre Produkt- und Produktionsdaten teilen können. Nur mit einem solchen Datenökosystem können zukünftig Effizienz und Flexibilität gesteigert werden. Das hat zur Folge, dass nachhaltig optimal produziert wird, Lieferketten resilienter werden und Wettbewerbsstärke bewahrt oder ausgebaut wird. Der Name dieses Datenökosystems: Manufacturing-X.

Hintergrund: Warum Manufacturing-X so wichtig ist

Die industrielle Produktion von Waren und Gütern ist Kern und Rückgrat wachsender Volkswirtschaften. In der Bundesrepublik hängen direkt und indirekt rund 15 Millionen der knapp 45 Millionen Arbeitsplätze von der produzierenden Wirtschaft ab. Veränderte geopolitische Rahmenbedingungen, Klimawandel und globale Krisen stellen die Unternehmen dabei vor große Herausforderungen. Die Industrie muss beispielsweise auf Störungen in Lieferketten oder Rohstoff- und Energieversorgung reagieren können. Sie muss die Möglichkeiten einer datenbasierten Wirtschaft konsequent nutzen und ökologisch nachhaltiger produzieren.

Die digitale und nachhaltige Transformation der gesamten deutschen Industrie ist deshalb wichtiger denn je. Grundvoraussetzung für diese Transformation ist es, transparent über Prozesse und eingesetzte Ressourcen in der ganzen Wertschöpfungskette zu informieren. Digitale Ökosysteme und das Teilen von Daten schaffen hierfür die notwendigen Grundlagen.

Mehrwert durch digitale Kooperation

Als Teil des Manufacturing-X Ökosystems werden Unternehmen gegenüber dem globalen Wettbewerb und wachsenden regulatorischen Anforderungen gestärkt. Im Sinne der zunehmenden Digitalisierung sichern sie hierdurch gleichzeitig ihre digitale Souveränität.

Das Manufacturing-X Ökosystem ermöglicht den Unternehmen

  • ihre Prozesseffizienz durch standardisierten Datenaustausch und kompatible Betriebs-modelle zu steigern
    zum Beispiel für das Datenmanagement mit ihren Geschäftspartnern.
  • gemeinsam mit Kunden und Lieferanten innovativ zu sein
    zum Beispiel durch Collaborative Engineering
  • neue datengetriebene Geschäftsmodelle aufzubauen und durch intelligente Produkte und digitale Dienstleistungen Werte zu schaffen
    zum Beispiel Manufacturing-as-a-Service oder kollaborative Condition-Monitoring-Lösungen
  • die Kontrolle über ihre Daten zu behalten und Daten sicher über die gesamte Lieferkette auszutauschen
    zum Beispiel zum Austausch des Digitalen Produktpasses (DPP) oder für das PCF-Reporting
  • Synergien zu nutzen und die Effizienz von Wertschöpfungsnetzen zu optimieren
    zum Beispiel durch Lösungen für das Nachfrage- und Kapazitätsmanagement oder das Energielastmanagement
  • digitale Lösungen effizienter zu skalieren
    zum Beispiel Werkzeuge für das Einspeisen ihrer individuellen Daten in große KI-Modelle ohne den Verlust ihrer digitalen Souveränität

Unternehmen aller Größenordnungen – insbesondere auch Kleinstunternehmen, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Start-ups – können problemlos am Datenökosystem teilnehmen und die oben genannten Vorteile gleichermaßen nutzen.

Darüber hinaus wird Manufacturing-X Unternehmen und Start-ups ermöglichen, völlig neue Produkte und digitale Dienstleistungen zu entwickeln, ihre Kundenbasis zu erweitern und im gemeinsamen Datenökosystem schneller zu skalieren.

Initiative: Wie Manufacturing-X strategisch und strukturell gestaltet wird

Mit Manufacturing-X haben Wirtschaft, Politik und Wissenschaft eine gemeinsame Initiative gestartet. Unternehmen sollen Daten über die gesamte Fertigungs- und Lieferkette souverän und miteinander nutzen können. Die dadurch entstehenden digitalen Innovationen sorgen für mehr Resilienz, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsstärke.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) flankiert die „Initiative Manufacturing-X“ in Deutschland mit einem begleitenden Förderprogramm und stellt damit eine Anschubfinanzierung für die notwendigen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten bereit. Gleichzeitig wird die Initiative von Anfang an europäisch und global entwickelt – so wie auch unsere Wertschöpfungsnetzwerke global organisiert sind. Im „International Manufacturing-X Council (IMX Council)“ findet daher unter aktiver Gestaltung durch das BMWE sowie die Plattform Industrie 4.0 eine enge Abstimmung mit den europäischen und internationalen Stakeholdern statt. Erfahren Sie mehr zu International Manufacturing-X auf der Seite der Plattform Industrie 4.0 und im Playbook des IMX Councils.

Die projekt- und branchenübergreifende Zusammenarbeit ist entscheidend, um die Entwicklung und Implementierung interoperabler Datenökosysteme voranzutreiben. Eine erfolgreiche Zusammenarbeit erfordert dabei nicht nur die richtige Technologie, sondern auch eine strukturierte Koordinierung und eine kontinuierliche Synchronisierung der Projektfortschritte. Die nationale und internationale Koordinationsstruktur von Manufacturing-X stellt sicher, dass die verschiedenen Projekte effizient zusammenarbeiten, voneinander lernen und ein Abgleich und Austausch von Wissen auf internationaler Ebene stattfindet.

Orginagramm für Manufacturing-X.

© Plattform Industrie 4.0

Die geförderten Projekte im Rahmen des Manufacturing-X Förderprogramms treiben den Aufbau von Datenökosystemen für verschiedene Industriezweige voran und entwickeln die gemeinsamen technologischen Grundlagen anhand von prioritären Use Cases.

Das "Manufacturing-X Guidance Board besteht aus Akteuren in diesen Projekten. Hier wird unter anderem in technischen Arbeitsgruppen, den Topic Groups, sichergestellt, dass die entstehenden Lösungen auf ein branchenübergreifendes, kompatibles und interoperables Datenökosystem einzahlen und die Arbeiten möglichst überscheidungsfrei sind.

Für die Gesamtstrategie der Manufacturing-X Initiative in Deutschland ist das 2023 geschaffene „Manufacturing-X Council Germany“ verantwortlich. Zu den Aufgaben des Councils gehören die Bündelung der Ergebnisse nationaler Projektaktivitäten, die Schaffung von Transparenz sowie die Koordination und Moderation der Entwicklung gemeinsamer Ansätze und Gestaltungsprinzipien.

Das „International Manufacturing-X Council“ wurde im Juli 2023 als gemeinsame Anstrengung von Partnern aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft aus Europa, Nordamerika und Asien initiiert. Das Gremium identifiziert auf globaler Ebene relevante Themen, organisiert den länderübergreifenden Erfahrungsaustausch und unterstützt die internationale Standardisierung. Im Rahmen der 8. Friends of Industry Konferenz am 3. November 2025 in Berlin haben die Wirtschaftsminister aus 17 Mitgliedstaaten die Berlin Declaration unterzeichnet. Diese sieht die Entwicklung vertrauenswürdiger und föderierter Datenökosysteme als eine Schlüsselmaßnahme für eine starke europäische Industrie vor.

Das Förderprogramm

BMWE unterstützt Implementierung durch Anschubfinanzierung

Das BMWE unterstützt branchenübergreifende, vorkommerzielle Verbundprojekte mit einem begleitenden Förderprogramm, das die Weiterentwicklung von Basistechnologien und die Implementierung von prioritären Anwendungsfällen für das branchenübergreifende Datenökosystem Manufacturing-X beschleunigt.

Das Förderprogramm unterstützt so den Aufbau eines kollaborativen und dezentralen Datenökosystems für Industrie 4.0 und die Entwicklung von offenen, auf Interoperabilität ausgerichteten und skalierbaren Systemen, welche die digitale Souveränität aller Beteiligten sichern. Zudem wird der Transfer von Projektergebnissen in die Breite der Industrie sowie die Internationalisierung gefördert. Die ersten Projekte im Rahmen des Förderprogramms sind Anfang 2024 gestartet und werden bis 2026 laufen. Für das Förderprogramm stellt die Bundesregierung circa 140 Millionen* Euro zur Verfügung. Weitere Einreichungen sind nicht mehr möglich.

*Stand: 16.10.2025

Zahlen und Fakten zu Manufacturing-X

> 140
Symbolicon für Geldscheine

Mio. Euro
stellt Deutschland insgesamt für Manufacturing-X bereit.

> 124
Symbolicon für Bürogebäude

Unternehmen & Forschungseinrichtungen
sind an Manufacturing-X beteiligt.

12
Symbolicon für Netzwerke

Branchen
vernetzten sich bereits über Manufacturing-X

15
Symbolicon für Fabrik

Use Cases
bilden konkrete Anwendungsfälle aus verschiedenen Branchen ab.

Die Förderprojekte

Starke Konsortien treiben Manufacturing-X gemeinsam voran

Das Förderkonzept des BMWE „Anschub für Manufacturing-X“ stieß bei seiner Vorstellung im Mai 2023 auf großes Interesse seitens der Industrie. In kurzer Zeit schlossen sich starke Konsortien zusammen, um sich auf eine Förderung zu bewerben. Im Frühjahr 2024 konnten die ersten bewilligten Förderprojekte starten.

In der folgenden Übersicht können Sie mehr über die jeweiligen Förderprojekte erfahren.

Projekt „Aerospace-X“

Logo von Aerospace-X

© Aerospace-X

Unter der Leitung von Airbus hat sich das Konsortium „Aerospace-X“ aus 14 Unternehmen und Forschungseinrichtungen gebildet. Die Hauptziele dieses Förderprojekts sind der Aufbau des digitalen Ökosystems für die Luft- und Raumfahrtindustrie, die Sicherstellung digitaler Kontinuität sowie die Ermöglichung von neuen Formen der kollaborativen, datenbasierten Wertschöpfung.

Anhand der Produktionsketten für Rumpf, Kabine und Antrieb sollen die grundlegenden Fähigkeiten zur unternehmensübergreifenden digitalen Zusammenarbeit mit Hinblick auf Basistechnologien, Dateninfrastruktur, Softwareservices sowie Regulatorik weiterentwickelt werden. Im Fokus stehen dabei die Anwendungsfälle Nachfrage- und Kapazitätsmanagement, CO₂-Emissionen und Regelwerk für den CO₂-Fußabdruck, Kreislaufwirtschaft und kollaboratives Qualitätsmanagement.

Website des Projektes Aerospace-X

Projekt „Chem-X“

Logo von Chem-X

© Chem-X

Das Projekt Chem-X verfolgt das Ziel, ein interoperables Datenökosystem für die chemische Industrie zu schaffen, das den umfassenden Austausch von Daten im gesamten Wertschöpfungsnetzwerk ermöglicht. Im Fokus steht dabei nicht nur der vertikale Datenaustausch innerhalb einer bestimmten Industrie, sondern auch die interoperable, horizontale Anbindung an mehrere Abnehmerindustrien. Dieses Datenökosystem soll eine offene und transparente Kommunikation fördern, die sowohl gesetzlich verpflichtende als auch kommerzielle Prozesse unterstützt. Kernstück des Vorhabens ist die Entwicklung von Open-Source-Datenmodellen, die als Grundlage für den Datenaustausch dienen und den Anforderungen der digitalen Produktpässe gerecht werden.

Die drei übergeordneten Ziele von Chem-X sind:

  1. Wettbewerbsfähigkeit: Chem-X strebt an, durch die klare Definition chemiespezifischer Datenmodelle und die Standardisierung technischer Vorgaben die Interoperabilität und Effizienz in der Lieferkette zu verbessern.
  2. Nachhaltigkeit: Durch die Definition eines Open-Source-Datenmodells für Chemikalien wird eine transparente und durchgängige Kommunikation von Nachhaltigkeitsmerkmalen ermöglicht, wie beispielsweise der CO2-Fußabdruck (Product Carbon Footprint, PCF) oder Rezyklatanteile.
  3. Resilienz: Mithilfe digitaler Technologien - beispielsweise eines digitalen Materialzwillings und des standardisierten Austauschs von Materialdaten - kann die Branche flexibler und schneller auf Marktveränderungen reagieren.

Chem-X wird so nicht nur den digitalen Wandel in der chemischen Industrie vorantreiben, sondern auch den Übergang zu datenbasierten Mehrwertdiensten fördern, neue Geschäftsfelder ermöglichen und weitere Digitalisierungsprojekte in der Branche und darüber hinaus anstoßen.

Webseite des Projektes Chem-X

Projekt „DataFleX“

DataFleX hat das Ziel einen sicheren, sektorübergreifenden Datenaustausch zu ermöglichen, indem das Projekt eine Brücke zwischen vorangegangenen Forschungsvorhaben aus dem Energie-, Automobil- und Wärmesektor bildet. Bisher unabhängige Datenökosysteme – wie Catena-X oder energy data-X – werden gekoppelt.

Der sektorenübergreifende Austausch von Daten ermöglicht die Integration dezentraler, kleinteiliger Flexibilitäten – wie z.B. Elektrofahrzeuge, Wärmepumpen oder Heimspeicher – in das Energiesystem. Verknüpfte Logiken und Marktmechanismen sollen hierzu abgeleitet und entwickelt werden, um zukünftig mithilfe des interoperablen Datenaustausches und der Nutzung der zusätzlichen Flexibilitäten die Energieversorgung zu verbessern. Ziel ist es, diese Flexibilitäten für netzstabilisierende Maßnahmen nutzbar zu machen und damit einen unmittelbaren Beitrag zu Klimaschutz, Bezahlbarkeit und Systemsicherheit zu leisten.

Wesentliche Schwerpunkte von DataFleX sind:

  1. Die cybersichere Vernetzung von Schlüsselindustrien (u.a. Energie-, Automobil- und Wärmesektor) am Wirtschaftsstandort Deutschland über Datenökosysteme unter Berücksichtigung von kritischer Infrastruktur und Anforderungen an den Datenschutz.
  2. Die Entwicklung und Erprobung marktbasierter Anreizmodelle zur Erschließung von Flexibilitätspotenzialen für das Energiesystem.
  3. Die Anwendung der Datenökosystemlogik auf Endkundenebene unter Berücksichtigung von Datenschutzerfordernissen (B2B2C).
  4. Die großflächige Demonstration in Modellregionen, welche als Blueprint für den späteren operativen Betrieb genutzt werden soll.

Projekt „DAVID“

Logo von David

© DAVID

DAVID ist ein Querschnittsprojekt im Umfeld von Manufacturing-X, das die digitale Interoperabilität auf Basis der Asset Administration Shell (AAS) sicherstellt. Es trägt zum Aufbau offener Datenökosysteme in der Industrie bei, indem es Prozesse und Mittel bereitstellt, um die technologische und semantische Interoperabilität der MX-Projekte zu validieren. Dadurch werden branchenübergreifende Anwendungsfälle möglich.
Auch die Verbundprojekte aus der Fördermaßnahme „KoPa 35c Modul a2 - Digitalisierung der Fahrzeughersteller und Zulieferindustrie“ sind Bestandteil der Betrachtung von DAVID.

Im Rahmen von DAVID werden die MX-Projekte inhaltlich und methodisch unterstützt, insbesondere im Hinblick auf die Verwendung der AAS. Zudem koordiniert das Projekt innerhalb von Manufacturing-X die Nutzung der AAS, validiert Projektzwischenergebnisse und sorgt für deren Standardisierung. Schließlich wird im Projekt ein KMU-Adapter entwickelt, um KMU für den Datenraum Industrie 4.0 anschlussfähig zu machen.

Projekt „Decide4ECO“

Logo von Decide4ECO.

© Decide4ECO

Das Vorhaben Decide4ECO setzt sich mit der Betrachtung und Bewertung von Nachhaltigkeitsanforderungen und der Erreichung von Nachhaltigkeitszielen auseinander. Da ein Großteil des Ressourcenverbrauchs bereits in der Produktplanung und -entwicklung festgelegt wird, setzt das Projekt in dieser Phase an und entwickelt digitale Lösungen für eine Entscheidungsunterstützung in der Entwicklung und Produktion mit Hinblick auf Nachhaltigkeitskriterien. Die Bewertung soll dabei die gesamte Wertschöpfungskette und den gesamten Produktlebenszyklus berücksichtigen.

Die Daten, auf Grundlage derer die Nachhaltigkeitsanalyse erfolgen soll, müssen über die gesamte Fertigungs- und Lieferkette hinweg erhoben werden. Der dafür notwendige Datenaustausch entlang von Lieferketten soll aufbauend auf gemeinsamen Standards im Datenökosystem Manufacturing-X umgesetzt werden, wofür im Vorhaben offene Schnittstellen und Standards entwickelt werden. Im gemeinsamen Datenökosystem soll ein standardisierter Digitaler Produktpass bereitgestellt und um Informationen ergänzt werden. Die darauf aufbauenden Softwarelösungen zur Bewertung der Nachhaltigkeit sollen damit alle relevanten vor- und nachgelagerten Prozesse betrachten und zudem um prädiktive, KI-basierte Auswirkungsanalysen ergänzt werden.

Webseite des Projektes Decide4ECO

Projekt „Factory-X“

Logo von Factory-X.

© Factory-X

Im Leuchtturmprojekt „Factory-X“ arbeiten unter der Führung von Siemens und SAP 47 Partner zusammen. Primäres Ziel ist die Schaffung eines offenen und kollaborativen Datenökosystems für Fabrikausrüster und -betreiber auf der Grundlage von Catena-X und Konzepten der Plattform Industrie 4.0. Im Projekt sollen elf Anwendungsfälle des Datenökosystems umgesetzt werden, welche eine besonders hohe Relevanz für die produzierende Industrie besitzen. Dazu werden insbesondere die folgenden Themen betrachtet:

  • Herstellerübergreifende Datenkonsistenz für Engineering, Geräteinformationen und Zustandsüberwachung
  • Beitrag zur Nachhaltigkeit durch CO₂-Fußabdruck- und Energiemanagement, sowie digitale Lösungen zur Unterstützung einer Kreislaufwirtschaft
  • Bereitstellung digitaler Lösungen für "as a Service"-Geschäftsmodelle (z. B. Marktplatz/Pay-per-part, Fernsteuerung/Überwachung)
  • Rückverfolgbarkeit von Materialien, Daten und Produkten entlang der gesamten Lieferkette
  • Update- und Änderungsmanagement für Geräte im Feld

Neben der technischen Entwicklung übernimmt das Konsortium auch eine wichtige Rolle bei der projektübergreifenden Koordination von Entwicklungsaktivitäten sowie beim Aufbau einer internationalen Manufacturing-X-Community.

Webseite des Projektes Factory-X

Projekt „HealthTrack-X“

Logo von HealthTrack-X

© HealthTrack-X

HealthTrack-X strebt den Aufbau eines offenen und dezentralen Datenökosystems für das Gesundheitswesen an. Alle beteiligten Akteure sollen so einfacher die Datenhoheit wahren können und damit Vertrauen schaffen und Effizienzen steigern. Die Nutzung dieses Datenökosystems soll die digitale Zusammenarbeit zwischen Akteuren fördern und dadurch die Gesundheitsversorgung in Deutschland und Europa verbessern.

Die Entwicklung von Architekturkomponenten und Basistechnologien für das Datenökosystem soll dabei auf Ergebnissen aus Catena-X aufgesetzt und eng mit weiteren Manufacturing-X Förderprojekten abgestimmt werden. Die entwickelten Lösungen sollen sich an den Prinzipien von Gaia-X für den souveränen und sicheren Austausch von Daten orientieren.

Im Projekt sollen Konzepte und Standards für ein einheitliches Stammdatenmanagement entwickelt werden, welches erlaubt, physische Waren und ihre Wege entlang der Lieferkette digital zu erfassen und zu tracken. HealthTrack-X fokussiert sich auf drei Anwendungsfälle:

  1. Die Vereinfachung von Geschäftsprozessen durch die automatisierte Bereitstellung von digitalen Begleitdokumentationen zu Warenlieferungen.
  2. Gemeinsame Standards für die CO2-Bilanzierung sollen eine Nachhaltigkeitsbewertung von Produkten entlang ihrer Lieferkette ermöglichen und Anreize für nachhaltige Geschäftsmodelle schaffen.
  3. Die digital vernetzte Lieferkette soll zudem die frühzeitige Vorhersage von Lieferengpässen ermöglichen.

Nach Abschluss des Projekts wird das prototypische Datenökosystem allen Akteuren zur Partizipation an den erprobten Use Cases und für die Umsetzung eigener digitaler Geschäftsmodelle offengestellt.

Webseite des Projektes HealthTrack-X

Projekt „Robot-X“

Logo von Robot-X

© Robot-X

Robot-X möchte den Produktlebenszyklus für robotische Systeme digitalisieren, die daran beteiligten Akteure vernetzen und den Interaktionsprozess optimieren. Die Eintrittshürden für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in robotische Systeme sind oft hoch, aufgrund hoher Investitionskosten und aufwendiger Entwicklungsphasen. Das Projekt Robot-X möchte dazu beitragen, diese Hürden zu senken und auch KMU den Zugang zu maßgeschneiderten Robotern und Automatisierungslinien zu erleichtern. Dies soll durch modellbasierte Systementwicklung (MBSE) und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) ermöglicht werden.

Im Kern beschäftigt sich das Vorhaben mit dem Aufbau eines vernetzten Datenraums zum harmonisierten Austausch von digitalen Zwillingen robotischer Komponenten, um eine daten- und modellbasierte Systementwicklung mittels KI zu ermöglichen. Der Ansatz verfolgt eine automatisierte Konfiguration von robotischen Systemen auf Grundlage eines Baukastenprinzips. Hierfür werden in drei Anwendungsfällen unterschiedliche branchenübergreifende Anwendungsszenarien umgesetzt. Dazu gehört der Drone Port - eine Start- und Landevorrichtung für Drohnen zum Einsatz in Verteidigung und Landwirtschaft. Zudem beschäftigt sich das Projekt mit dem Thema Industrial Packaging für unregelmäßig geformte Fertigungsteile in der Industrie sowie und dem Composites Processing, einer autonomen Präzisionsschleifanlage für die Luftfahrt.

Projekt „SCALE-MX“

Logo von SCALE-MX

© SCALE-MX

SCALE-MX als Transferinitiative von Manufacturing-X zielt darauf ab, die Partizipation von Unternehmen, insbesondere von KMU, am Manufacturing-X-Datenökosystem durch eine zielgruppengerechte Ansprache nachhaltig zu steigern. Der Fokus von SCALE-MX liegt auf der systematischen Aufbereitung und anwenderfreundlichen Bereitstellung von Transferinhalten aus den Manufacturing-X-Förderprojekten sowie der Koordination, Konzeption und Umsetzung branchenübergreifender sowie industriespezifischer Transfermaßnahmen. Ein konkretes Beispiel ist die praxisnahe Darstellung der in F&E-Projekten entwickelten Applikationen zum Austausch von Emissionsdaten, um mittelständische Anwender gezielt anzusprechen und den Mehrwert erlebbar zu machen. SCALE-MX leistet somit einen wichtigen Beitrag dazu, Manufacturing-X-Inhalte erfolgreich in die Praxis zu überführen.

Webseite des Projektes SCALE-MX

Projekt „Semiconductor-X“

Logo von Semiconductor-X

© Semiconductor-X

Semiconductor-X entwickelt mit zentralen Branchenplayern und Forschungspartnern digitale Zwillinge für die Halbleiterindustrie basierend auf der Gaia-X/Catena-X-Architektur. Diese sollen das planungskritische Segment der Liefer- und Wertschöpfungskette digital abbilden und basieren auf einer generischen Software-Architektur mit parametrierbaren Daten- und Referenzmodellen. Mithilfe KI-basierter Analysefunktionen sollen branchenspezifische Herausforderungen wie lange Produktionsdurchlaufzeiten, schwankende Prozessausbeuten und hohe Variantenvielfalt bewältigt werden. Es werden digitale Zwillinge für verschiedene Anwendungsebenen entwickelt und vernetzt:

  • Heterogene Integration: sicherer und effizienter Datenaustausch zwischen Partnern einer Fertigungskette, insbesondere bei der Integration von Halbleiter-Chiplets in komplexe IC-Packages
  • Resiliente Netzwerkknoten: Neue digitale Services und Kooperationsmodelle zur Optimierung des Betriebs und zur Steigerung der Qualität im Fertigungsprozess
  • Nachhaltigkeitsbewertung: Entwicklung von Methoden zur Ermittlung und Optimierung des CO2-Fußabdrucks sowie des Energie- und Wasserverbrauchs entlang der Wertschöpfungskette

Webseite des Projektes Semiconductor-X

Projektübergreifende Zusammenarbeit im Fokus

Auch in anderen Fördermaßnahmen, wie dem Förderprogramm IPCEI-CIS, fördert das Bundeswirtschaftsministerium Projekte mit Bezug zu Manufacturing-X.

Projektübergreifende Zusammenarbeit im Fokus

Das übergreifende Ziel eines interoperablen Manufacturing-X Datenökosystems und das Vermeiden von Insellösungen kann nur durch projektübergreifende Zusammenarbeit erreicht werden. Die Zusammenarbeit sowie die Koordination der verschiedenen Aktivitäten in den Projekten erfordern ein hohes Maß an Kommunikation über das eigene Projekt hinaus. Die projektübergreifende Kommunikation nimmt daher einen hohen Stellenwert innerhalb des Förderprogramms ein und wird durch verschiedene Formate unterstützt.

Eine Grafik des Manufacturing-X Frameworks.

© BMWE

Dies wird unter anderem durch geförderte Querschnittsprojekte innerhalb des Programms umgesetzt, die explizit das Ziel der Stärkung der projektübergreifenden Zusammenarbeit uns des Transfers verfolgen und die Kommunikation zwischen den Projekten aktiv vorantreiben. Dazu zählen DAVID, SCALE-MX und in Teilen Factory-X. Die Projekte fokussieren unterschiedliche Aspekte der Zusammenarbeit, unter anderem den Aufbau einer offenen Entwicklungscommunity, die Koordinierung von Transferaktivitäten oder auch die direkte Unterstützung zu gemeinsamen technischen Themen.

Ergebnisse

Was im Rahmen von Manufacturing-X bereits erreicht wurde

Manufacturing-X entwickelt sich rasant weiter und gewinnt zunehmend an Bedeutung. Erste erfolgreiche Implementierungen, wie Catena-X für die Automobilindustrie, belegen den Wert von Datenökosystemen für alle Beteiligten. Weitere Schlüsselindustrien wie der Maschinen- und Anlagenbau, die chemische Industrie, die Luft- und Raumfahrt, die Halbleiterindustrie und viele mehr folgen diesem Beispiel und entwickeln interoperable Lösungen für ihre jeweiligen Branchen, während sie auf einer gemeinsamen technologischen Grundlage aufbauen.

Wichtige Bausteine und Kerntechnologien für das gemeinsame Datenökosystem stehen als Open-Source-Lösungen und Entwicklungen zur Verfügung und sind bereit für die industrielle Nutzung. Zudem erhält die Initiative große internationale Aufmerksamkeit, und die internationale Beteiligung wächst stetig: Das International Manufacturing-X Council (IMX) bringt Akteure zusammen, die auf das gemeinsame Ziel hinarbeiten, ein föderiertes, dezentrales und kollaboratives Datenökosystem für eine global vernetzte Industrie zu schaffen.

Weiterführende Informationen

Pressemitteilungen

  • 21.08.2023 - Pressemitteilung - Industrie 4.0

    Pressemitteilung: Habeck: „Bringen Digitalisierung der Industrie voran“

    Öffnet Einzelsicht
  • 09.12.2022 - Gemeinsame Pressemitteilung - Digitale Welt

    Pressemitteilung: Digital-Gipfel 2022: Gemeinsam Innovationen durch Daten ermöglichen

    Öffnet Einzelsicht
  • 29.11.2022 - Pressemitteilung - Industriepolitik

    Pressemitteilung: Gemeinsam die Zukunft der Industrie gestalten

    Öffnet Einzelsicht