B2.1.1. Initiative „CoCo – Frauen gründen“
Verantwortlich: Social Business Women
Beteiligt: KfW Stiftung, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE)
Ausgangslage: Warum besteht Handlungsbedarf?
Viele Frauen haben gute Gründungsideen und beschäftigen sich intensiv mit dem Thema „Gründung“. Doch oft fehlt es an Motivation und Unterstützung, um diese Ideen auch tatsächlich umzusetzen.
Was beinhaltet die Maßnahme?
Das Programm „CoCo – Frauen gründen“ hat sich zum Ziel gesetzt, Frauen durch ein umfassendes digitales Coaching- und Weiterbildungsprogramm zu motivieren, ihre Gründungsideen in die Tat umzusetzen. Ein wichtiger Meilenstein ist dabei die Verpflichtung, während des Programms ein Unternehmen zu gründen. Im Juni 2023 startete das Programm mit dem ersten Jahrgang (über 250 Teilnehmerinnen). Über 100 der Teilnehmerinnen haben im Programmverlauf bereits ein Unternehmen gegründet. Die zweite Programmperiode 2024/2025 ist mit über 400 gründungsinteressierten Frauen gestartet und hat mehr als 200 in die Gründung gebracht.
Die aktuelle Programmperiode 2025/2026 ist im Oktober 2025 mit über 500 gründungsinteressierten Frauen angelaufen. Ziel ist, bundesweit für das Thema Selbständigkeit von Frauen und Female Entrepreneurship zu sensibilisieren und die Zahl der Gründungen weiter zu erhöhen.
Weitere Informationen:
coco-frauen-gruenden.social-business-women.com
Kontakt:
Social Business Women:
B2.1.2. Programmlinie exist-Women für Gründerinnen in Universitäten
Verantwortlich: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) – Projektträger Jülich/ Forschungszentrum Jülich (PtJ)
Ausgangslage: Warum besteht Handlungsbedarf?
Der Anteil von Frauen an Existenz- und Start-up-Gründungen liegt in Deutschland deutlich unter ihrem Anteil an der Bevölkerung. Ein wesentlicher Teil des in Deutschland vorhandenen Gründungspotenzials wird damit derzeit noch nicht ausgeschöpft.
Die Programmlinie exist-Women soll dazu beitragen, Frauen zu ermutigen, den Weg in die unternehmerische Selbständigkeit zu wagen, und den Anteil von Frauen als Geschäftsführerinnen und Gesellschafterinnen von innovativen Unternehmensgründungen zu erhöhen.
Was beinhaltet die Maßnahme?
Mit der Fördermaßnahme exist-Women soll der prozentuale Anteil von Gründerinnen erhöht und damit insbesondere auch die Gründungsdynamik durch eine höhere Beteiligung von Gründerinnen gestärkt werden. Mit exist-Women erhalten gründungsinteressierte und gründungsaffine Frauen an ihrer Hochschule Unterstützung in der Phase vor der Unternehmensgründung, insbesondere bei der Entwicklung ihrer Unternehmerinnenpersönlichkeit und der Weiterentwicklung ihrer Gründungsidee. Die Förderung beinhaltet die Teilnahme an einem 12-monatigen Qualifizierungsprogramm zur Vorbereitung der Unternehmensgründung, individuelles Coaching durch das Gründungsnetzwerk der Hochschule, unternehmerische Unterstützung durch eine Mentorin, der Zugang zum bundesweiten Gründerinnen-Netzwerk, einmalig Sachmittel in Höhe von 2.000 Euro (zum Beispiel für Coaching, Reisekosten oder zur Validierung der Gründungsidee) und optional ein 3-monatiges Stipendium.
2023 konnten in einer Pilotphase 110 exist-Women-Anträge von Hochschulen aus ganz Deutschland bewilligt werden, um Gründerinnen in 2024 eine Unterstützung bei der Gründungsvorbereitung zu bieten. 2025 erhöhte sich die Zahl der beteiligten Hochschulen auf 123 und 2026 starten bereits 141 Hochschulen mit der Umsetzung des Programms. Jährlich werden dadurch jeweils über 1.000 Gründerinnen auf ihrem Weg in die unternehmerische Selbständigkeit begleitet. Aktuell läuft das Programm, das eine ESF Plus-Finanzierung beinhaltet, mit jährlichen Antragsmöglichkeiten bis 2028.
Weitere Informationen:
www.exist.de/EXIST/Navigation/DE/Gruendungsfoerderung/EXIST-WOMEN/Start-upStrategie/exist-women
Kontakt:
B.2.1.3. „Female Founders Cup“ – Wettbewerb für Gründerinnen und Start-up-Teams
Verantwortlich: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg (WM BWü)
Ausgangslage: Warum besteht Handlungsbedarf?
Studien zeigen, dass nur halb so viele Frauen wie Männer unternehmerisch selbständig sind. Auch der Anteil von Gründerinnen im Start-up-Bereich lag 2025 in Deutschland bei nur 19 Prozent und kommt weltweit nur auf 20 Prozent. Das hängt mit strukturellen Rahmenbedingungen, stereotypen Rollenklischees, aber auch mit dem Berufswahlverhalten und den Karrierewegen von Frauen zusammen. Dieser Gendergap spitzt sich im Zuge der Unternehmensentwicklung weiter zu, denn laut Studien stehen den 19 Prozent Start-up-Gründerinnen in Deutschland aktuell nur 15 Prozent der Finanzierungsrunden und neun Prozent des Investmentvolumens für Teams mit mindestens einer Gründerin gegenüber.
Was beinhaltet die Maßnahme?
Baden-Württemberg hat früh auf die Potenziale der hervorragend ausgebildeten Frauengeneration von heute gesetzt und mit den regionalen Akteurinnen und Akteuren der Gründungsökosysteme eine funktionierende Infrastruktur aufgebaut. Zielgruppenorientierte Angebote wie flächendeckende Anlaufstellen für die Erstberatung, Expertinnen und Experten für die vertiefte Fachberatung und zahlreiche Netzwerke für den Fachaustausch unterstützen und fördern Gründerinnen, Start-ups von Frauen, Betriebsnachfolgerinnen und Unternehmerinnen. Beim „Female Founders Cup“ handelt es sich um ein zweistufiges Wettbewerbsformat auf das sich Gründerinnen und Start-up-Teams mit mindestens 50 Prozent Gründerinnenanteil im Lead mit ihren Geschäftsmodellen oder Gründungsideen bewerben können.
Für viele Gründerinnen ist der erste Schritt, sich mit dem eigenen Business zu zeigen und für ihr Unternehmen zu werben, groß. Schritt zwei ist das Einsammeln von Online-Stimmen auf Seiten der Bewerberinnen im Rahmen des „Female Founders Cup“. Sie brauchen eine möglichst gute Bewertung („Ranking“) der Online-Community. Aus dieser Rangliste und der Beurteilung einer Fach-Jury werden die zehn Finalistinnen ausgewählt, die dann bei einer Veranstaltung der Fach-Jury persönlich ihre Geschäftsmodelle in drei Minuten („Pitch“) vorstellen müssen. Die Fach-Jury ermittelt die Preisträgerinnen (Plätze eins bis drei) mit den besten Geschäftsmodellen und alle Anwesenden bestimmen zudem einen Publikumsliebling für den besten Pitch. In dieser Weise gibt der Wettbewerb Gründerinnen eine Bühne, erzielt Aufmerksamkeit in der Fach- und breiten Öffentlichkeit, macht weibliches Gründerinnen-/Unternehmerinnentum sichtbar, qualifiziert die Gründerinnen im Pitch-Training und stiftet Vernetzungsmöglichkeiten.
Weitere Informationen:
www.startupbw.de/ueber-the-start-up-laend/start-up-bw-women
Kontakt:
WM BWü, Referat Existenzgründungen und Unternehmensnachfolge, Jennifer Ruthardt:
Jennifer.Ruthardt@wm.bwl.de
B2.1.4. „Frauenalia‘s HUB“ – Inkubator/Akzelerator für selbständige Frauen mit Einwanderungsgeschichte
Verantwortlich: Frauenalia
Ausgangslage: Warum besteht Handlungsbedarf?
Gründerinnen mit Einwanderungsgeschichte stellen in Deutschland eine wachsende und hoch-qualifizierte Bevölkerungsgruppe dar. Gleichzeitig stehen sie im Vergleich zu deutschen Gründerinnen vor größeren strukturellen Hürden. Diese ergeben sich insbesondere aus fehlendem Zugang zu relevanten Netzwerken sowie aus mangelnden Kenntnissen und Erfahrungen im Umgang mit hiesigen Institutionen, Bürokratie und Verwaltung. Trotz hoher Motivation und vielfältiger kultureller, sprachlicher und fachlicher Ressourcen sind sie als Gründerinnen und Unternehmerinnen im Mittelstand unterrepräsentiert.
Was beinhaltet die Maßnahme?
„Frauenalia’s HUB“ ist ein integriertes Programm, das speziell auf die Bedürfnisse von angehenden Gründerinnen und Unternehmerinnen mit Einwanderungsgeschichte zugeschnitten ist. Fördergeberin ist die Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung. Es bündelt Empowerment, Wissen, Netzwerke und praxisnahe Unterstützung in zwei zentralen Programmlinien: einem Inkubator-Programm und einem Akzelerator-Programm.
- Ziel des Inkubator-Programms ist, angehende Gründerinnen von der ersten Geschäftsidee bis zur erfolgreichen Gründung zu begleiten. Neben Orientierung, konkreten Werkzeugen und individuellem Mentoring zur Entwicklung eines tragfähigen Geschäftsmodells werden die Teilnehmerinnen bei der Entwicklung ihrer Unternehmerpersönlichkeit gestärkt.
- Das Akzelerator-Programm richtet sich an Gründerinnen, die seit etwa zwei Jahren auf dem Markt sind und Unterstützung bei der Konsolidierung und Weiterentwicklung ihrer Unternehmen benötigen. Zentrale Schwerpunkte sind strategische Unternehmensentwicklung, Zugang zu Netzwerken und Investoren und Organisationsaufbau. Damit werden die Rahmenbedingungen geschaffen, um erfolgreiche migrantische Unternehmen zu stärken und ihre Rolle im Mittelstand auszubauen.
Weitere Informationen:
www.frauenalia.com/frauenaliashub
Kontakt:
Frauenalia:
info@frauenalia.com
B2.1.5. Neu- und Nachfolgegründungen: Beratungs- und Netzwerkangebote von Industrie- und Handelskammern (IHKs) sowie Handwerkskammern (HWKs)
Verantwortlich: Handwerkskammern (HWKs), z. B. Handwerkskammer Hamburg und Handwerkskammer Karlsruhe, Industrie- und Handelskammern (IHKs)
Ausgangslage: Warum besteht Handlungsbedarf?
Industrie, Handel und Handwerk suchen Nachwuchskräfte. Starke Netzwerke spielen eine entscheidende Rolle dabei, überholte berufliche Rollenklischees im Handwerk aufzubrechen. Sie ermutigen Frauen dazu, eigene Betriebe zu führen, bestärken sie, Weiterbildungen in Angriff zu nehmen und inspirieren sie zu neuen betrieblichen Innovationen.
Was beinhaltet die Maßnahme?
Industrie- und Handelskammern (IHKs) beraten seit langem bundesweit jährlich rund 3.500 Frauen, die ein Unternehmen abgeben oder übernehmen wollen. Neben diesem Engagement setzen sich die IHKs mit zahlreichen Formaten dafür ein, dass mehr Frauen eine Unternehmensübernahme als beste Karriereoption bewerten. So werden Netzwerke für Unternehmerinnen koordiniert, die verschiedene „Vorbild-Aktionen“ organisieren wie den bundesweiten Girl’s Day und Informationsveranstaltungen am Internationalen Frauentag.
- Eine wichtige Rolle spielt dabei das bundesweite Netzwerk der „Business Women IHK“, das die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) 2014 etabliert hat. Die über 300 Mitglieder dieses Netzwerks leiten kleine, mittlere und große Firmen. Gleichzeitig engagieren sich diese Unternehmerinnen ehrenamtlich in den IHKs und vertreten die Anliegen der deutschen Wirtschaft in ihrer Region.
- Mit dem IHK/DIHK-Aktionsplan „Werde Unternehmerin“ setzen sich DIHK und IHKs zusammen mit den „Business Women IHK“ dafür ein, mehr Unternehmerinnen, Gründerinnen und Unternehmensnachfolgerinnen in Deutschland zu gewinnen. 45 IHKs nahmen allein 2025 an der bundesweiten Girl’s Day-Aktion „Ich werde Chefin“ teil und stellten Schülerinnen 1.200 „Chefinnen-Plätze“ bereit. Zudem führten die IHKs 36 Veranstaltungen für Frauen rund um die Themen „Existenzgründung“ und “Unternehmensnachfolge” am Internationalen Frauentag durch.
Die Frauennetzwerke der Handwerkskammern (HWKs) bieten Handwerkerinnen eine Möglichkeit, die Beratungs- und Unterstützungsangebote zu unterschiedlichen Themen kennenzulernen und sich zu vernetzen. Zum Teil können diese Angebote bereits von Auszubildenden genutzt werden. Beispielhaft werden an dieser Stelle Aktivitäten von zwei Handwerkskammern aufgeführt, die sich direkt am Aktionsplan beteiligen.
Die HWK Hamburg und die HWK Karlsruhe bieten Netzwerktreffen für Frauen im Handwerk an. Diese Treffen (siehe Veranstaltungsliste) sollen dazu dienen, sich persönlich auszutauschen und einzelne Fachthemen zu vertiefen.
- Als zentraler Ort der Vernetzung von Hamburger Handwerkerinnen bietet das Hamburger Handwerkerinnen-Netzwerk der HWK Hamburg regelmäßige Treffen (circa alle zwei Monate) an. Das Netzwerk schafft Raum für Austausch und Unterstützung und ergänzt die Treffen oft durch fachlichen Input und Workshops zu genderspezifischen Themen wie Stimm- und Sprechtraining für Handwerkerinnen im (männerdominierten) Arbeitsalltag oder Frauengesundheit im Handwerk. Das Netzwerk richtet sich an alle Hamburger Handwerkerinnen – unabhängig von Gewerk und Karrierestufe.
- Darüber hinaus bietet die Koordinierungsstelle „Frauen im Handwerk“ der HWK Hamburg eine neue zentrale Anlaufstelle, die alle Angebote speziell für Hamburger Handwerkerinnen bündelt und unter dem Titel „Handwerkerinnen für Hamburg“ sichtbar macht. Dazu gehören Beratungs- und Coaching-Angebote, Veranstaltungen, persönliche Ansprechpartnerinnen aber auch Geschichten mit Guten Beispielen, die als Vorbilder stärken sollen.
- Zu den konkreten Beratungsangeboten zählen unter anderem eine Aufstiegsbegleitung für Gesellinnen und die Existenzgründungsberatung der Betriebsberatung.
- Für dieses Jahr wird voraussichtlich Mitte des Jahres eine Info- und Vernetzungsveranstaltung speziell für Gründerinnen und Übernehmerinnen geplant.
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