Energiekosten gesenkt
Wir entlasten Industrie und Handwerk bei Strom und Gas im zweistelligen Milliardenbereich – damit Produktion in Deutschland wieder eine Zukunft hat.
Die hohen Energiekosten in Deutschland belasten die privaten Haushalte und unsere Unternehmen. Energiekosten dürfen kein Standortnachteil mehr sein. Kurzfristig entlasten wir daher Haushalte und Unternehmen in Milliardenhöhe.
- Paket geschnürt für Industriestrompreis und Strompreiskompensation: Für die Jahre 2026 bis 2028 führen wir erstmals überhaupt einen Industriestrompreis ein. Zudem werden wir die Strompreiskompensation künftig auf weitere strom- und handelsintensive Wirtschaftssektoren ausweiten – von elf auf 31 Sektoren und die Beihilfeintensität, für die bisher bereits beihilfeberechtigten Sektoren, von 75 Prozent auf 80 Prozent erhöhen. Beide Instrumente werden kombinierbar sein. Dies ist ein Erfolg unserer intensiven Verhandlungen mit der EU-Kommission.
- Entlastung bei der Stromsteuer: Mit der Verstetigung der Stromsteuersenkung auf das EU-Mindestmaß für das Produzierende Gewerbe und die Land- und Forstwirtschaft entlasten wir auch künftig rund 600.000 Unternehmen aus Industrie und Handwerk um bis zu vier Milliarden Euro pro Jahr.
- Reduzierung der Netzentgelte: Durch einen Zuschuss senken wir die Übertragungsnetzkosten für das Jahr 2026 und entlasten damit Unternehmen und Verbraucher direkt. Wir wollen diese jährliche Entlastung in Höhe von 6,5 Milliarden Euro bis 2029 fortschreiben.
- Abschaffung der Gasspeicherumlage: Das Entlastungsvolumen beträgt mehr als 3 Milliarden Euro – auch für das gasintensive Handwerk wie Bäckereien, Fleischereien und die gasintensive Industrie wie die Chemie-/ Düngemittelindustrie, Metallerzeugung und Glas/Keramik.
Langfristig werden wir die Energiewende neu ausrichten. Grundlage ist der Monitoringbericht zur Energiewende und die darauf aufbauenden zehn Schlüsselmaßnahmen. Wir halten an den ambitionierten Ausbauzielen für Erneuerbare Energien fest, aber nehmen die Bezahlbarkeit und die Versorgungssicherheit stärker in den Blick.
Kraftstoffpreise: Mehr Transparenz und mehr Wettbewerb
Wir stärken die Möglichkeiten des Bundeskartellamtes, einfacher gegen missbräuchlich erhöhte Preise vorzugehen.
In der aktuellen geopolitischen Lage setzen wir auf ein entschlossenes Krisenmanagement. Wir reagieren schnell, zielgerichtet und mit Augenmaß:
- Freigabe von Teilen der strategischen Ölreserve im internationalen Verbund zur Stabilisierung der Märkte und Dämpfung von Preisspitzen.
- Das Kraftstoffmaßnahmenpaket als unmittelbare, marktwirtschaftliche Antwort auf steigende Preise trat bereits am 1. April 2026 nach einem beschleunigten parlamentarischen Verfahren in Kraft. Wir verbinden kurzfristige Entlastungen mit klarer ordnungspolitischer Linie, denn funktionierende Märkte sichern faire Preise.
- Mit dem Paket stärken wir die Transparenz und die kartellrechtliche Missbrauchsaufsicht: Marktmächtige oder marktstarke Mineralölkonzerne müssen im Falle eines Verfahrens gegen sie darlegen, wie ihre Preise zustande gekommen sind. Das Bundeskartellamt kann künftig wirksamer gegen überhöhte Preise vorgehen.
- Schnellere Verfahren bei Wettbewerbsstörungen: Damit das Bundeskartellamt bei Verdacht auf eine solche Störung zukünftig effizienter und schneller handeln kann, wird das entsprechende kartellbehördliche Verfahren verkürzt und vereinfacht.
Bürokratierückbau forciert
Wir stoppen den Aufwuchs der Bürokratie – in Berlin und in Brüssel.
In den vergangenen drei Jahren mussten laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) Unternehmen 325.000 zusätzliche Stellen für die Bewältigung der gestiegenen Bürokratie schaffen. Wir geben Wirtschaft und Verwaltung jedes Jahr hunderte Millionen Euro an Bürokratiekosten zurück – Geld, das künftig in Innovation und Beschäftigung statt in Formularen landet.
- Wir treiben den Bürokratierückbau voran: Im Entlastungskabinett am 5. November 2025 hat die Bundesregierung Maßnahmen mit einem Entlastungsvolumen in Höhe von 157 Millionen Euro beschlossen. Wir haben hierzu einen Gesetzentwurf zum Bürokratierückbau in der Gewerbeordnung und dem Energieverbrauchskennzeichnungsgesetz sowie anderer Rechtsvorschriften zur Aufhebung von Berichtspflichten eingebracht.
- Vergabebeschleunigung auf den Weg gebracht: Unser Vergabebeschleunigungsgesetz soll die öffentliche Beschaffung von Bund, Ländern und Kommunen einfacher, schneller und digitaler machen – und das mittelstandsfreundlich: Der Losgrundsatz („Mittelstandsklausel“) bleibt weitgehend erhalten. Wir entlasten damit Verwaltung und Wirtschaft zusammen um jährlich knapp 380 Millionen Euro.
- Planungs- und Beschaffungsbeschleunigung Bundeswehr (BMWE und BMVg): Mit dem am 14. Februar 2026 in Kraft getretenen Bundeswehr-Planungs- und Beschaffungsbeschleunigungsgesetz beschleunigen und vereinfachen wir alle Beschaffungen für die Bundewehr.
- Wichtige Meilensteine auf EU-Ebene: Wir haben uns mit Erfolg für weitere bürokratische Entlastungen, insbesondere im Nachhaltigkeitsbereich der europäischen Lieferkettenrichtlinie CSDDD und der CSRD eingesetzt. So wurde bei der CSDDD das Inkrafttreten erneut verschoben und die Zahl der betroffenen Unternehmen deutlich verringert. Weitere Entlastungsvorhaben sind in Arbeit und werden vom Bundeswirtschaftsministerium eng begleitet. Die sogenannten EU-Omnibus-Prozesse sowie weitere Maßnahmen sollen bis zu 15 Milliarden Euro Entlastung für die europäische Wirtschaft bringen.
- LkSG-Entlastung: Das BAFA wendet das nationale Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) seit September 2025 zurückhaltend an. Es ist durch die neuen Bestimmungen der Europäischen LieferkettenRL (CSDDD) zu ersetzen, die Anfang 2026 in Brüssel verabschiedet wurde und erhebliche Erleichterungen für die Wirtschaft enthält. Wir setzen uns deshalb für eine zeitnahe und bürokratiearme Umsetzung in nationales Recht ein.
- Wir stärken dem Handwerk den Rücken. So haben wir uns erfolgreich bei der Abstimmung zum Gesetz zur Modernisierung und Digitalisierung der Schwarzarbeitsbekämpfung dafür eingesetzt, dass das Fleischerhandwerk anders als die Fleischindustrie nicht länger als Schwarzarbeitsschwerpunktbranche eingestuft wird. Zugleich wurde das Friseur- und Kosmetikgewerbe in den Katalog aufgenommen. Damit ermöglichen wir dort eine effektive Kontrolle, wo es notwendig ist und entlasten dort, wo es sich um unnötige Bürokratie handelt.
Innovationen und Mittelstand stärken
Von den 3,4 Millionen Betrieben in Deutschland sind 99 Prozent kleine und mittlere Unternehmen. Diese Betriebe sind Ideenfabriken, Talentschmieden und Erfinder.
Wir stärken gerade diese Unternehmen. Besonders im Fokus steht dabei für uns der Mittelstand als „Herzstück“ der deutschen Wirtschaft.
- Mittelstands- und Gründungsförderung digitalisieren: Wir haben die Antragstellung im Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM), dem größten technologie- und branchenoffenen Förderprogramm für KMU im November 2025 vollständig auf digitale Prozesse umgestellt.
- Wettbewerbsfähigkeit zentraler Industriebranchen steigern: Wir haben bei wichtigen EU-Dossiers wie dem Chemical Action Plan, dem Steel and Metal Action Plan oder dem Automotive Package in Brüssel aktiv einen Beitrag geleistet zu einer möglichst pragmatischen, bürokratiearmen und technologieoffenen Ausgestaltung des regulatorischen Rahmens. Mit der nationalen Chemieagenda haben wir ein Maßnahmenpaket vorgelegt, das konkrete kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit dieser zentralen Branche enthält.
- Neuaufstellung der GRW: Wir haben Anfang 2026 die „Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ neu aufgestellt. Die 1,3 Milliarden Euro, die in diesem Jahr im Programm zur Verfügung stehen, können zukünftig einfacher in Anspruch genommen werden.
- Start-ups und Scale-ups als Treiber für Innovation und Wachstum: im Leuchtturmwettbewerb EXIST Start-up Factories wird das deutsche wissenschaftsbasierte Start-up Ökosystem auf ein neues Level gehoben und skaliert. In einer ressortübergreifenden Start-up- und Scale-up-Strategie wollen wir die Rahmenbedingungen für Start-ups/Scaleups weiter verbessern und das Ökosystem stärken.