Gitta Connemann bei einem Unternehmensbesuch

© Michael Jordan

Über 99 Prozent der deutschen Unternehmen zählen zum Mittelstand – sie sind entweder inhaberge­führt oder kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit weniger als 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbei­tern. Diese Unternehmen zeichnet eine oftmals tiefe Ver­bundenheit mit dem Standort und die Übernahme von Verantwortung in den Regionen aus. Der Mittelstand gilt deshalb als das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, auch weil hier gut 53 Prozent der Angestellten beschäftigt sind und über 69 Prozent der Auszubildenden ausgebildet wer­den. Im Jahr 2023 haben kleine und mittlere Unternehmen 28 Prozent der Umsätze in Deutschland erbracht (IfM, 2025).

Allerdings trifft die Wachstumsschwäche der deutschen Wirtschaft in den letzten Jahren mittelständische Unter­nehmen besonders stark. Weil die Verantwortung auf wenige Schultern verteilt ist, wirkt sich eine schleppende Konjunktur direkt auf die Erträge aus und fehlende Fach­kräfte können schlechter kompensiert werden als in großen Unternehmen. Zudem muss die Bürokratielast von wenigen Menschen getragen werden.

Als Beauftragte der Bundesregierung für den Mittelstand ist die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) Gitta Connemann zentrale Ansprechpartnerin für diese Unter­nehmen in all ihrer Vielfalt – ob Gründer, Start-ups oder traditionsreiche Familienunternehmen, ob Handwerk, Dienstleistungen oder Freie Berufe, vom selbständigen Fri­seur bis zur Kunsthandwerkerin, vom klassischen Bauge­werbe bis zum innovativen Biotech-Unternehmen, vom IT-Unternehmen bis zum Metzger – und setzt sich für deren Interessen ein. Dabei ist es ihr ein zentrales Anliegen, die Sorgen und Herausforderungen der mittelständischen Wirt­schaft direkt aus erster Hand zu erfahren und in die Politik des Bundeswirtschaftsministeriums einfließen zu lassen. Aus diesem Grund suchte Connemann im Rahmen einer mehr­tägigen Mittelstandsreisen quer durch Deutschland die Nähe zur unternehmerischen Praxis, um in den Betrieben und von den Menschen vor Ort direkt und ungefiltert zu erfah­ren, wo der Schuh drückt und welche Wünsche Unterneh­merinnen und Unternehmer an die Politik haben.

Weitere mittelstandspolitische Impulse setzen der regel­mäßige Austausch mit dem Mittelstandsbeirat und mit Mittelstandsverbänden, zu denen Bundeswirtschaftsministerin Reiche und die Mittelstands­beauftragte nach Berlin einladen. Diese Anregungen sind wertvoll, denn der Mittelstand weiß aus der täglichen Arbeit, was passieren muss, um von der Stand- auf die Überholspur zu kommen.

Beeindruckt von der Begeisterung bei Besuch im Südwesten

In Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen tauschte sich Mittelstandsbeauftragte Conne­mann unter anderem bei einer Bäckerei über Strategien gegen den Arbeitskräftemangel sowie den innerstädtischen Einzel­handel aus und besprach die aktuelle Lage des Baugewerbes und im Maschinenbau. Außerdem diskutierte sie bei einem Round Table mit Zulieferbetrieben die aktuelle Lage der Automobilindustrie.

Um sich einen Eindruck über die moderne Ausbildung von zukünftigen Fachkräften zu verschaffen, besuchte Gitta Connemann die Überbetriebliche Bildungsstätte in Koblenz. Bei dem Besuch eines Industrieunternehmens traf Conne­mann auf eine Vorbild-Unternehmerin, die sich in der BMWE-Initiative „FRAUEN unternehmen“ ehrenamtlich engagiert. Diese spricht in Bildungseinrichtungen mit Mäd­chen und Frauen über die berufliche Selbstständigkeit. Bei der Gründerschmiede des Karlsruher Instituts für Techno­logie traf die Mittelstandsbeauftragte mit verschiedenen Start-ups zusammen. Gerade die Vielfalt der Branchen und Interessen macht den Mittelstand aus und die verschiedenen Eindrücke setzt Connemann in einen Mehrwert für ihre Arbeit in der Bundesregierung um.

Gitta Connemann zeigte sich beeindruckt von der Begeis­terung der Unternehmerinnen und Unternehmer über deren Arbeit und davon, mit wieviel Herzblut sie bei der Sache sind. Allerdings haben ihre Gesprächspartnerinnen und -partner auch immer wieder betont, wie schwierig die Lage ist. Gitta Connemann setzt sich deshalb dafür ein, Unternehmen stärker zu entlasten, damit diese wieder mehr Zeit für ihre eigentliche Geschäftstätigkeit haben und produktiv sein können.

Exemplarisch dafür standen der Besuch bei der BRAIN Bio­tech AG aus dem Bereich Bioökonomie in Zwingenberg oder dem durch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) geförderten Unternehmen AFPT in Dörth, welches unter anderem innovative Druckbehälter herstellt.

Mit Blick auf aktuelle Herausforderungen konnte Gitta Connemann in den Gesprächen immer wieder die Aktivi­täten der Bundesregierung zur Stärkung der Wettbewerbs­fähigkeit vermitteln. So richtet die Bundesregierung eine Work and Stay Agentur ein, um mehr Fachkräfte zu gewin­nen, die Modernisierungsagenda enthält Maßnahmen für einen dezidierten Bürokratierückbau, Investi­tionen werden durch bessere Abschreibungsmöglichkeiten gefördert und stufenweise Senkung des Körper­schaftssteuersatzes reduziert die Abgabenlast.

Reisen wie die nach Südwestdeutschland unterstreichen: Damit Deutschland wirtschaftlich stark bleibt, braucht es Reformen für mehr Wettbewerbsfähigkeit. Dabei hilft der Austausch mit dem Mittelstand vor Ort auf Augenhöhe.