Die Normalzeit in Deutschland und Europa ist die Winterzeit. Die Zeitumstellung auf eine Sommerzeit in den helleren Monaten wurde erstmalig während des Ersten Weltkrieges 1916 eingeführt, um Rohstoffe zu sparen. 1980 wurde dann für das Funktionieren des Binnenmarktes eine einheitliche Regelung der Sommerzeit in Europa geschaffen. Ziel der Zeitumstellung ist es mehr Tageslicht nutzen zu können und so Energie zu sparen. Die Zeitumstellung beruht auf der EU-Richtlinie 2000/84/EG. Sie ist in Deutschland durch die Sommerzeitverordnung umgesetzt. Seit 1980 wird die Uhr im März vor- und im Oktober zurückgestellt.

Am letzten Sonntag im März wird in Deutschland und in allen EU-Mitgliedstaaten von der Winterzeit auf die Sommerzeit umgestellt. Auch die meisten anderen europäischen Länder stellen die Zeit entsprechend um. Am letzten Sonntag im Oktober wird von Sommerzeit auf Winterzeit umgestellt.

Pläne zur Abschaffung der Zeitumstellung innerhalb der Europäischen Union (EU) gab es bereits 2018. Ausgangspunkt war dabei eine Umfrage, bei der sich mehr als 80 Prozent der 4,6 Millionen Teilnehmenden das Ende der Winterzeit wünschten. 2019 stimmte das Europäische Parlament dem Vorschlag der EU-Kommission zu, die Zeitumstellung 2021 abzuschaffen.

Allerdings zeichnet sich auf EU-Ratsebene bis heute keine gemeinsame Lösung ab. Die entscheidende Frage ist, welche Zeit bei einer möglichen Abschaffung der Zeitumstellung dauerhaft gelten sollte: die Sommer- oder die Winterzeit? Eine Entscheidung hierüber gibt es noch nicht, weder für Deutschland noch für die EU als Ganzes. Auch die Bundesregierung hat sich in dieser Frage noch nicht festgelegt.

Deutschland hat auch aufgrund seiner geografischen Lage in der Mitte Europas ein großes Interesse an einer einheitlichen Regelung – sprich: Im Falle einer Abschaffung der Zeitumstellung sollte vor allem sichergestellt sein, dass Deutschland und seine unmittelbaren Nachbarn in derselben Zeitzone leben.

Das Bundeswirtschaftsministerium hat bei der Frage nach der Abschaffung der Zeitumstellung die Interessen der Wirtschaft besonders im Blick. Im Dezember 2019 hatte das Bundeswirtschaftsministerium daher eine Umfrage unter Wirtschaftsverbänden zur Abschaffung der Zeitumstellung durchgeführt. Die eingegangenen Stellungnahmen zeigten keine eindeutige Positionierung. Die Verbände warnten aber allgemein vor den negativen Auswirkungen von unterschiedlichen Zeitzonen im Binnenmarkt.

Auf EU-Ebene gibt es zur möglichen Abschaffung der Zeitstellung keinen neuen Stand. Andere Herausforderungen der letzten Jahre haben die Frage nach der Regelung der Zeitumstellung verdrängt.