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04.11.2022 - Gemeinsame Pressemitteilung - Energie
Vierter Abschnitt der Westküstenleitung geht in Betrieb
Energiewendeminister Goldschmidt und Vizekanzler Robert Habeck geben symbolisch den Startschuss
Energiewendeminister Goldschmidt, Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck, TenneT-Geschäftsführer Tim Meyerjürgens und der Aufsichtsratsvorsitzende der SH Netz, Matthias Boxberger, weihen heute den vierten Abschnitt der Westküstenleitung ein. Ein gemeinsamer, symbolischer Knopfdruck markierte den Start des mit 38 Kilometern zweitlängsten Teil der Stromautobahn. Damit wird ein wichtiger Meilenstein zur Klimaneutralität genommen.
Mit der Aktivierung des vierten Abschnitts befinden sich nun rund 85 Prozent der Leitung in Betrieb. Entsprechend erfreut zeigte sich Goldschmidt am Rande der Veranstaltung: „Mit dem heutigen Tag machen Klimaschutz und Energiesouveränität einen riesen Satz nach vorne. Die Westküstenleitung ist die Hauptschlagader der schleswig-holsteinischen Energiewende und zahlt eine dreifache Dividende. Sie sammelt große Mengen grünen Strom ein, den wir zwischen Brunsbüttel und Dänischer Grenze produzieren. Damit ist die Westküstenleitung ein entscheidender Treiber für die Dekarbonisierung in unserem Land. Gleichzeitig ist die Leitung ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, der die Westküste zu einem Magneten für energieintensive Unternehmen machen wird. In Zeiten dramatischer Energiepreise wirkt die Leitung außerdem wie ein echter Preisdämpfer. Nicht nur, weil viel günstiger Ökostrom ins Netz eingespeist wird. Sondern auch, weil die Netzeingriffe massiv reduziert werden“, sagte Goldschmidt.
Robert Habeck: „Die Westküstenleitung ist ein zentraler Baustein für den Netzausbau in ganz Deutschland. Die neue Leitung verbessert die Integration von erneuerbarem Windstrom. Mit der Fertigstellung des letzten Abschnittes nächstes Jahr und dem Anschluss an Dänemark werden wir auch die europäische Strommarktintegration weiter voranbringen.Gerade die aktuelle Situation führt uns wieder vor Augen, wie wichtig europäische Kooperation und Solidarität ist. Grundlage dafür ist grenzüberschreitende Infrastruktur wie die Westküstenleitung.“
Im Zeitraum zwischen 2019 und 2021 konnte die Zahl der Abregelungen in Schleswig-Holstein mehr als halbiert werden. Wurden 2019 noch 3,749 Gigawattstunden (GWh) aufgrund fehlender Leitungskapazitäten nicht ins Stromnetz eingespeist, waren es 2021 nur noch 1,856 GWh. Damit sank auch die Entschädigungssumme für Anlagentreiber von 322 Mio. € auf 238 Mio. €. Die Entschädigungen werden über die Netzentgelte auf die Stromkunden umgelegt und führen somit zu höheren Strompreisen.
Goldschmidt dankte allen an dem Projekt beteiligten Akteurinnen und Akteuren und richtete den Blick nach vorn: „Der Bau einer solchen Leitung verlangt einen langen Atem. Mein Dank gilt allen Beteiligten, die mit ihrem Engagement dafür gesorgt haben, dass wir im Rekordtempo vorangekommen sind. Nun gilt es nach vorne zu schauen, damit die Leitung wie geplant 2024 in den vollständigen Betrieb gehen kann“, so Goldschmidt.
Hintergrund:
Mit einer Länge von insgesamt 38 Kilometern verläuft der vierte Abschnitt der Westküstenleitung vom Umspannwerk Husum/Nord bis zum Umspannwerk Klixbüll/Süd. Nach Erhalt des Planfeststellungsbeschlusses im Januar 2020 begann der Vorhabenträger TenneT im Mai 2020 mit den Bauarbeiten. Die Gesamtleitung soll bei einer Länge von insgesamt 137 Kilometern den Industriestandort Brunsbüttel mit der Stadt Endrup in Dänemark verbinden. Die vollständige Inbetriebnahme ist für das Jahr 2024 geplant.