Der Aufbau eines Wasserstoff-Kernnetzes ist eine Grundvoraussetzung für das Gelingen des Wasserstoff-Markthochlaufs – damit lösen wir eine zentrale Aufgabe des Markthochlaufs, die Verbindung von Anbietern und Nachfragenden. Nach der Genehmigung des 9040 km langen Kernnetzes, werden ab diesem Jahr die Wasserstoff-Leitungen schrittweise in Betrieb gehen – zunächst die umgestellten Erdgasleitungen, dann die Neubauleitungen. Deutschland geht damit in Europa voran und hat sich in punkto Geschwindigkeit des Aufbaus einer leistungsfähigen und kosteneffizienten Wasserstoff-Infrastruktur als Vorreiter etabliert. Die Netzplanung wird turnusgemäß alle zwei Jahre durch die Bundesnetzagentur den tatsächlichen Bedarfen angepasst, um Fehlinvestitionen zu vermeiden.

Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, Robert Habeck: „Die heutige Auszahlung an die Wasserstoff-Kernnetzbetreiber ist ein Meilenstein beim Aufbau der „Wasserstoff-Autobahn“ – dem Wasserstoff-Kernnetz. Eine leistungsfähige Wasserstoff-Transportinfrastruktur ist eine wesentliche Voraussetzung für den Hochlauf der Wasserstoff-Wirtschaft in Deutschland. Wasserstoff kommt mit dem Kernnetz zu den großen Abnehmern in Deutschland und klimaneutrale Transformation wird so Realität. Wir haben mit dem Amortisationskonto ein innovatives Finanzierungskonzept entwickelt, das privatwirtschaftliche Investitionen anreizt und langfristig die vollständige Finanzierung des Wasserstoff-Kernnetzes über Netzentgelte ermöglicht. Durch die heutige Auszahlung an die Wasserstoff-Kernnetzbetreiber können bereits in diesem Jahr die ersten Kernnetzleitungen fertig gestellt werden.“

Die heutige Auszahlung der H2 Amortisationskonto GmbH (AMKG) an die Wasserstoff-Kernnetzbetreiber dient als erste Zwischenfinanzierung für den Aufbau des Wasserstoff-Kernnetzes. Dafür hat die KfW als Darlehensgeberin 172 Millionen Euro auf das Amortisationskonto überwiesen. Die Rückzahlung erfolgt über privat erwirtschaftete Netzentgelte nach erfolgtem Markthochlauf.

Bundesminister der Finanzen, Dr. Jörg Kukies: „Mit dem Aufbau eines Wasserstoff-Kernnetzes ist eine wesentliche Voraussetzung für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft geschaffen. Nun gilt es die erforderlichen Wasserstoffmengen über Produktion am Standort Deutschland und Importe zu beschaffen und in die Anwendung zu bringen. Hier braucht es auf europäischer Ebene und in Deutschland mehr Pragmatismus, beispielsweise bei den Kriterien für die Herstellung und Anwendung aller Wasserstofffarben. Wir sind überzeugt, dass der Hochlauf gelingt und das Kernnetz perspektivisch wirtschaftlich tragfähig ist. Über die subsidiäre Absicherung der Finanzierung durch den Bund verleihen wir dieser Überzeugung Ausdruck.“

Die Finanzierung des Kernnetzes soll vollständig privatwirtschaftlich durch die Netzentgelte der Nutzer erfolgen: Da es in den ersten Jahren des Wasserstoff-Hochlaufs relativ wenige Abnehmer geben wird, können die anfänglich hohen Investitionskosten nicht voll auf die Nutzer umgelegt werden. Die Netzentgelte werden daher gedeckelt, um zu verhindern, dass anfänglich sehr hohe Entgelte den Wasserstoffhochlauf behindern. Die Differenz zwischen Investitionskosten und gedeckelten Netzentgelten wird über das Amortisationskonto zwischenfinanziert und später durch Mehreinnahmen ausgeglichen, wenn mehr Wasserstoffabnehmer an das Netz angeschlossen sind. Das Konzept, das laufend evaluiert wird, enthält eine subsidiäre finanzielle Absicherung durch den Bund gegen unvorhersehbare Entwicklungen. Zudem führt die Bundesnetzagentur alle drei Jahre eine Überprüfung des Hochlaufentgelts durch.

Die H2 Amortisationskonto GmbH (AMKG) wurde als Zweckgesellschaft durch die Wasserstoff-Kernnetzbetreiber mit der Führung des Amortisationskontos beauftragt. Wie gesetzlich vorgesehen, hat die KfW der kontoführenden Stelle ein Darlehen zur Zwischenfinanzierung des Aufbaus des Wasserstoff-Kernnetzes gewährt. Gesellschafter der AMKG sind die Wasserstoffkernnetzbetreiber über die Trading Hub Europe (THE) sowie zum Teil direkt.

Die nächste Auszahlung aus dem Amortisationskonto erfolgt planmäßig im März 2026.