Die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina Reiche, reist vom 18. bis 21. Juni zu ihrem Antrittsbesuch nach Washington, D.C.. Im Zentrum der Gespräche stehen die bilateralen Beziehungen und insbesondere die laufenden Verhandlungen im transatlantischen Handels- und Zollkonflikt.

Bundesministerin für Wirtschaft und Energie Katherina Reiche: „Die transatlantische Partnerschaft ist eine Werte-, Interessen- und Verantwortungsgemeinschaft. Sie muss sich beständig an neue globale Herausforderungen anpassen. Sie musste dies in der Vergangenheit und wird dies auch in Zukunft bewältigen. Deutschland und die Vereinigten Staaten – das ist mehr als nur eine historische Verbindung.

Unsere Partnerschaft lebt von Vertrauen, wirtschaftlicher Stärke und persönlichen Beziehungen, die über Jahrzehnte gewachsen sind. Jetzt ist es Zeit, nach vorne zu blicken: Die transatlantische Partnerschaft kann das stabile Fundament sein, auf dem wir unsere Interessen vertreten und unsere Werte leben – weit über Handelsfragen hinaus. Die Welt steht nicht still, sie wird stürmischer: Globale Konflikte spitzen sich zu, neue Mittel- und Großmächte treten selbstbewusst auf die Bühne. Technologien wie Künstliche Intelligenz verändern unsere Gesellschaften grundlegend, während der Zugang zu Rohstoffen und Energie immer mehr zur strategischen Frage wird. Inmitten dieses Wandels braucht es starke, verlässliche Partner – und genau das sind Europa und die USA füreinander. Deshalb ist es so wichtig, dass wir bei den Handelsfragen Lösungen finden, von denen beide Seiten profitieren – denn Wohlstand und Stabilität dies- und jenseits des Atlantiks hängen eng zusammen.“

Geplant sind Gespräche mit ihren Amtskollegen und Unternehmen. Der Besuch knüpft an die Washington-Reise von Bundeskanzler Merz Anfang Juni an und vertieft den transatlantischen Dialog nun auf Fachministerebene. Ziel ist es insbesondere, die EU-Verhandlungen in einer sensiblen Phase gezielt zu unterstützen. Die EU-Kommission führt derzeit die Verhandlungen mit der US-Administration mit einem starken Mandat der EU-Mitgliedstaaten und dem Ziel, eine ausgewogene, tragfähige Lösung zu erzielen. Deutschland unterstützt diesen Kurs. Ministerin Reiche stimmt sich bei ihren Gesprächen eng mit der Europäischen Kommission ab.

Die USA waren 2024 Deutschlands wichtigster Handelspartner – noch vor China. Das bilaterale Warenhandelsvolumen belief sich auf rund 253 Milliarden Euro. Die bedeutendsten Sektoren im Handel sind Automobil, Elektronik, Chemie und Maschinenbau. Gleichzeitig ist Deutschland der viertgrößte Handelspartner der USA. Die USA stellen den wichtigsten ausländischen Absatzmarkt für deutsche Unternehmen dar: Etwa 10 % aller deutschen Exporte gehen in die Vereinigten Staaten. Zu den größten Exportgütergruppen zählen Automobile und Automobilteile, Maschinen sowie Pharma-Erzeugnisse. Darüber hinaus sind deutsche Unternehmen mit Direktinvestitionen in Höhe von 658 Milliarden US-Dollar der drittgrößte ausländische Investor. Rund 6.000 deutsche Unternehmen sind in allen US-Bundesstaaten aktiv. Deutsche Unternehmen sind der drittgrößte ausländische Arbeitgeber in den USA und der zweitgrößte im verarbeitenden Gewerbe.