In einer erstmaligen Kooperation von Bund und NRW werden aus den Finanzmitteln im Rahmen des Investitionsgesetzes Kohleregionen 30 Millionen Euro dem F&E-Förderprogramm „Industrielle Gemeinschaftsforschung“ (IGF) zur Verfügung gestellt. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) und das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIKE) unterstützen so mit neuen Impulsen durch unternehmensnahe Forschung gemeinsam die Transformation und Wettbewerbsfähigkeit im Rheinischen Revier.
Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Johannes Steiniger: Mit 30 Mio. Euro zusätzlichen Mitteln aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen ermöglichen wir im Rahmen unseres Innovations-Förderprogramms „Industrielle Gemeinschaftsforschung“ rund 60 Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Rheinischen Revier. Damit geben wir Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit dort einen starken Schub nach Vorn. Mit der Industriellen Gemeinschaftsforschung bringen wir Unternehmen und Forschung vor Ort zusammen und tragen so dazu bei, die Region zu einem starken Standort für eine zukunftsfähige Industrie und innovative Unternehmen weiterzuentwickeln.
Die Zusammenarbeit ermöglicht im Jahr 2027 ca. 60 zusätzliche IGF-Projekte mit Akteuren aus den rheinischen Kohleregionen. Mit der IGF fördert das BMWE vorwettbewerbliche Forschungsvorhaben insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die sich oft keine eigene Forschung leisten können. Durch die Kooperation wird ein starker Impuls für Innovationen, neue Wertschöpfung und zukunftsfähige Arbeitsplätze in der Region ermöglicht.
Voraussetzung für die Finanzierung aus den Mitteln des Investitionsgesetzes Kohleregionen ist, dass die Vorhaben sowohl die Förderkriterien für die IGF als auch die für das Rheinische Revier definierten Zielsetzungen erfüllen und einen entsprechenden Regionalbezug aufweisen. Auch die mit den Strukturstärkungsmitteln finanzierten Projekte werden von IGF-Forschungsvereinigungen in Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen und Unternehmen umgesetzt.
Die etablierte Förderstruktur der IGF bietet die Möglichkeit eines schnellen Beginns der Forschungsprojekte und besondere Chancen für die Transformation. Bereits heute gibt es positive Erfahrungen mit IGF-Projekten in der Region, beispielsweise dem Projekt HT-Heiz, bei dem neuartige Widerstandheizelemente durch innovative Werkstoff- und Verfahrenskombinationen entwickelt werden.
Die Auswahl und Umsetzung der Projekte erfolgt im Rahmen des etablierten IGF-Auswahlverfahrens in enger Abstimmung zwischen dem BMWE und dem MWIKE.
Mit dem Investitionsgesetz Kohleregionen unterstützt die Bundesregierung den Strukturwandel der Braunkohlereviere bis zum Jahr 2038 mit insgesamt 40 Mrd. Euro. Dabei entscheidet ein Bund-Länder-Gremium über die Förderung neuer Bundesvorhaben.
Mit der IGF unterstützt das BMWE vorwettbewerbliche Forschungsvorhaben. Insbesondere KMU wird durch die IGF ein erleichterter Zugang zu praxisorientierter Forschung verschafft. Die IGF ist themen-, branchen- und technologieoffen. Somit kann sie flexibel als Trendbeschleuniger wirken und zur Bewältigung aktueller Herausforderungen auf zukunftsträchtigen Technologiefeldern beitragen. Antrags- und zuwendungsberechtigt sind zurzeit 105 gemeinnützige, industrielle Forschungsvereinigungen aus vielfältigen Branchen. Ideengeber für die IGF-Vorhaben können KMU, Forschungseinrichtungen oder gemeinnützige, industrielle Forschungsvereinigungen selbst sein. Jährlich werden mehr als 400 Vorhaben mit einem durchschnittlichen Volumen von ca. 420.000 Euro bewilligt. Damit laufen derzeit über 1.000 IGF-geförderte Forschungsprojekte. Für 2026 stehen bundesweit Mittel in Höhe von 178,45 Mio. Euro zur Verfügung.