Vertreter der Energieministerien Deutschlands, Algeriens, Österreichs, Italiens und Tunesiens haben sich heute in Algier auf der zweiten sogenannten Ministerkonferenz über die Fortschritte beim Südlichen Wasserstoffkorridor ausgetauscht. Deutschland war mit Staatssekretär Frank Wetzel vertreten.

Zum Abschluss unterzeichneten die Teilnehmer in Algier eine Gemeinsame Politische Absichtserklärung zur Initiative „Südlicher Wasserstoffkorridor“ (SoutH2) und brachten damit ihr gemeinsames Engagement zur Stärkung der regionalen und euro-mediterranen Zusammenarbeit im Bereich des grünen Wasserstoffs zum Ausdruck.

Während der Sitzung wurde die strategische Bedeutung der Initiative „Südlicher Wasserstoffkorridor“ unterstrichen, als Motor für regionale Integration, energiepolitische Zusammenarbeit und industrielle Wettbewerbsfähigkeit für die gemeinsame Entwicklung des grünen Wasserstoffsektors zwischen Nordafrika und Europa. In diesem Zusammenhang bekräftigten sie ihr gemeinsames Engagement zur Stärkung der Sicherheit und Diversifizierung der Energieversorgung in der Region.

Die Zusammenarbeit zwischen allen an der Entwicklung des Südlichen Wasserstoffkorridors beteiligten Akteuren soll verstärkt werden. Dazu gehören unter anderem Fernleitungsnetzbetreiber, nationale Regulierungsbehörden, Finanzinstitutionen sowie Produzenten, Abnehmer und weitere Akteure, die zur Umsetzung dieser Initiative beitragen können.

Künftig soll ein regelmäßiger und strukturierter Dialog zwischen den Partnerländern eingerichtet werden. Dieser Dialog soll insbesondere dazu beitragen, die Voraussetzungen für die Entstehung eines wettbewerbsfähigen, nachhaltigen und integrierten Wasserstoffsektors zu schaffen, der auf dem Südlichen Wasserstoffkorridor aufbaut.

In diesem Rahmen wird die Schaffung eines eigenen Sekretariats bei der Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO) unterstützt. Dieses soll als zentrale Plattform zur Unterstützung der zwischenstaatlichen Zusammenarbeit und der Einbindung des Privatsektors dienen, um günstige Rahmenbedingungen für die Entwicklung des Südlichen Wasserstoffkorridors zu schaffen.

Im Mittelpunkt stand zudem der Austausch mit Vertretern der Energiewirtschaft aus den fünf Partnerländern, zu Möglichkeiten der Zusammenarbeit und für Investitionen, die Algerien im Energiesektor bietet, insbesondere in den Bereichen grüner Wasserstoff und erneuerbare Energien. Darüber hinaus wurden über die Aktivitäten der neu gegründeten Industrieinitiative zur Unterstützung des Südlichen Wasserstoffkorridors informiert. Diese soll zur Entstehung einer strukturierten und nachhaltigen Nachfrage nach erneuerbarem Wasserstoff beitragen.

Im Gespräch war auch die Entwicklung des integrierten Mehrparteienprojekts ‘Algeria to Europe Hydrogen Alliance' (ALTEH2A). Ziel dieses Projekts ist es, die Produktion von grünem Wasserstoff in Algerien auszubauen und im Rahmen der Initiative „Südlicher Wasserstoffkorridor“ zur Versorgung des europäischen Marktes beizutragen.

Für dieses Projekt wurde am 14. Oktober 2024 eine Absichtserklärung zwischen SONATRACH, Sonelgaz, VNG AG, Snam S.p.A., SeaCorridor S.r.l., und der VERBUND Green Hydrogen GmbH unterzeichnet. Das Projekt fügt sich in die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Industrie und Energieakteuren auf beiden Seiten des Mittelmeers ein.