Das Unternehmen Vishay Siliconix Itzehoe GmbH erhält für den Ausbau seiner Chip-Produktionskapazitäten am Standort Itzehoe Fördermittel in Höhe von insgesamt rund 215 Millionen Euro. Der Förderbescheid wurde heute von Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen stellvertretend für die beiden Fördermittelgeber Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) und Land Schleswig-Holstein in Itzehoe an Roy Shoshani, COO und CTO der Vishay Intertechnology, Inc. übergeben. Mit 172 Millionen Euro übernimmt der Bund den überwiegenden Teil der Förderung. Das Land beteiligt sich mit weiteren 43 Millionen Euro.
Staatssekretär im BMWE Frank Wetzel: Der sichere Zugang unserer Industrie zu Chips ist eine geopolitische Frage von höchster Relevanz – das haben die letzten Jahre deutlich gezeigt. Daher stärken wir im Rahmen des European Chips Act die Fähigkeiten und Produktionskapazitäten am Standort Deutschland. Der Ausbau des Werks von Vishay ist eine strategisch bedeutsame Investition, die der Versorgung der deutschen Industrie mit Leistungshalbleitern aus lokaler Produktion dient und damit die Resilienz heimischer Industrien und unsere technologische Souveränität stärkt.
Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen: „Itzehoe ist seit Jahrzehnten ein herausragender Standort für Mikroelektronik und Halbleitertechnologie. Dass Vishay gerade im Jahr seines 30-jährigen Standortjubiläums in den weiteren Ausbau seiner Produktion investiert, ist ein starkes Bekenntnis zu unserer Region und ein wichtiges Signal für den Industriestandort Schleswig-Holstein. Mit der Förderung schaffen Bund und Land gemeinsam die Voraussetzungen dafür, dass ein international aufgestelltes Unternehmen seine Zukunft weiterhin in Itzehoe gestaltet. Das stärkt die industrielle Wertschöpfung vor Ort und die Position des InnoQuarters Itzehoe als bedeutenden Innovationsstandort.“
Im Rahmen des geförderten Projekts wird die Vishay Siliconix Itzehoe GmbH die Produktion ihrer nächsten Leistungselektronik-Generation (sogenannte Silizium-MOSFETs) aufnehmen und die Produktionskapazitäten am Standort mehr als verdoppeln. Dabei unternimmt das Unternehmen den Schritt in der Chipfertigung auf 300mm-Silizium-Wafer (dünne Scheiben). Der größere Wafer-Durchmesser erlaubt es, Skaleneffekte in der Produktion zu nutzen und so Stückkosten zu senken und den Standort nachhaltig wettbewerbsfähig aufzustellen. Die neu produzierten Chips werden deutlich energieeffizienter und kompakter als derzeit auf dem europäischen Markt erhältliche Alternativen sein. Sie können beispielsweise in der E-Mobilität, etwa für Fahrassistenzsysteme und das Batteriemanagement, in der Industrie und in der Stromversorgung von KI-Anwendungen eingesetzt werden.
„Unsere gemeinsame Förderung ist auch ein Zeichen: Der Bund und auch wir in Schleswig-Holstein haben das klare Ziel, innovative Produktionskapazitäten in Deutschland auszubauen, strategisch wichtige Wertschöpfungsketten zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Halbleiterindustrie langfristig zu stärken. Mein besonderer Dank gilt dem BMWE, das mit rund 172 Millionen Euro den größten Teil der Förderung trägt“, so Madsen.
Die Förderung erfolgt auf der beihilferechtlichen Grundlage des European Chips Act. Ziel des Förderinstruments ist es, das deutsche und europäische Halbleiter-Ökosystem zu stärken, Produktionskapazitäten in Europa auszubauen und die Widerstandsfähigkeit europäischer Lieferketten zu erhöhen. Halbleiter sind als unverzichtbare Bausteine moderner Technologien von zentraler Bedeutung für nahezu alle Wirtschaftsbereiche – von der Automobilindustrie über die Energieversorgung bis hin zur industriellen Produktion. Mit dem Ausbau der Fertigungskapazitäten trägt das Vorhaben dazu bei, die Versorgungssicherheit Europas in diesem Technologiebereich zu verbessern und die Abhängigkeit von außereuropäischen Lieferketten zu reduzieren.