Schweißer symbolisiert die Entwicklung der Produktion im produzierenden Gewerbe

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Die Produktion im Produzierenden Gewerbe startet verhalten in das zweite Quartal. Preis-, kalender- und saisonbereinigt legte sie gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent zu. Gleichzeitig wurden die Werte für die beiden Vormonate, insbesondere für das Baugewerbe, vom Statistischen Bundesamt deutlich nach oben revidiert, sodass der Rückgang seit Jahresbeginn insgesamt geringer ausfällt.[1] Im Vergleich zum Vorjahr lag die Produktion im Produzierenden Gewerbe arbeitstäglich bereinigt um 0,5 Prozent niedriger. Auch im Dreimonatsvergleich ging die Ausbringung gegenüber dem Vorzeitraum um 0,5 Prozent zurück, im Vergleich zu Vorjahr verringerte sie sich kalenderbereinigt um 1,7 Prozent.

Nach zuvor viermaligen Rückgängen stagnierte die Industrieproduktion im April im Vormonatsvergleich (0,0 Prozent). Im Baugewerbe setzte sich die Erholung des witterungsbedingten Einbruchs zu Jahresbeginn mit einem erneuten, deutlichen Plus von 2,4 Prozent fort. Im Energiesektor dagegen stagnierte die Ausbringung nach dem deutlichen Rückgang im Vormonat mit + 0,2 Prozent nahezu. Die energieintensiven Industrien setzten auch im April mit einem Plus von 1,0 Prozent ihre Erholung seit Jahresbeginn 2026 fort.

Nach Gütergruppen zeigte sich im Vormonatsvergleich bei den Vorleistungs- (+ 1,4 Prozent) wie auch den Konsumgüterproduzenten (+ 1,9 Prozent) ein Zuwachs. Bei den Investitionsgüterproduzenten setzte sich der Rückgang dagegen weiter fort (- 1,5 Prozent).

Im Baugewerbe konnte vor allem das Ausbaugewerbe (+ 3,2 Prozent) wie auch der witterungsabhängigere Tiefbau (+1,5 Prozent) zulegen, während der Hochbau leicht rückläufig war (-0,4 Prozent).

Bei den einzelnen industriellen Wirtschaftszweigen zeigte sich im Vormonatsvergleich in der Mehrheit ein leichter Anstieg der Ausbringung: Insbesondere der sonstige Fahrzeugbau (+ 3,2 Prozent), pharmazeutische Erzeugnisse (+ 3,0 Prozent), chemische Erzeugnisse (+ 2,1 Prozent), Metallerzeugung und -bearbeitung (+ 1,9 Prozent), Metallerzeugnisse (+ 1,6 Prozent) sowie Gummi- und Kunststoffwaren (+ 1,6 Prozent) wiesen spürbare Zuwächse aus. Der gewichtige Maschinenbau (+ 0,8 Prozent) sowie Datenverarbeitungsgeräte, elektrische und optische Erzeugnisse (+ 0,5 Prozent) entwickelten sich dagegen schwächer. Rückgänge wiesen dagegen insbesondere die Produktion von Kfz- und Kfz-Teilen (- 4,7 Prozent) sowie die Kokereien und Mineralölverarbeitung (- 2,9 Prozent) aus.

Abgesehen vom Baugewerbe, das infolge der witterungsbedingten Aufholeffekte eine kräftige Erholung aufweist, stellt sich die Industriekonjunktur zu Beginn des zweiten Quartals vor dem Hintergrund des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten und der gestiegenen Energiepreise recht verhalten dar. Neben der zuletzt verhaltenen Auftragsentwicklung dürfte zum Teil auch eine zunehmende Anspannung in den Lieferketten die Produktionsentwicklung in einigen Bereichen dämpfen. Aktuelle Stimmungsindikatoren deuten nach den zuvor deutlichen Rückgängen eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau an. Dies spiegelt vermutlich die Erwartung einer sich zwischenzeitlich abzeichnenden Annäherung im Konflikt im Nahen Osten und einer möglichen Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus wider. Allerdings dürfte auch in diesem Fall bis zu einer weitgehenden Normalisierung der Produktions- und Handelskapazitäten das Preisniveau für Energie noch längere Zeit deutlich erhöht und die Liefersituation bei wichtigen Vorleistungsgütern angespannt bleiben.

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[1] Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 8. Juni 2026.