Die Produktion im Produzierenden Gewerbe befindet sich auf dem höchsten Stand seit achtzehn Monaten. Im August wurde sie nach Angaben des Statistischen Bundesamtes1 preis-, kalender- und saisonbereinigt im Vormonatsvergleich um 2,0 Prozent hochgefahren. Zuvor war es laut revidierten Angaben zu einer Drosselung um 1,2 Prozent gekommen. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich folgte die Ausbringung mit + 0,4 Prozent einem Aufwärtstrend. Gegenüber dem Vorjahresniveau lag sie arbeitstäglich bereinigt um 2,3 Prozent höher.

Im August lag die Bauproduktion deutlich (+ 9,3 Prozent) und die Industrieproduktion leicht (+ 0,6 Prozent) im Plus. Demgegenüber ging die Energieproduktion mit - 0,4 Prozent etwas zurück.

In den Zweigen des Baugewerbes verlief die Entwicklung im August durchweg positiv. Dabei stieg der Produktionsindex im Ausbaugewerbe mit + 13,1 Prozent auf den höchsten Stand seit März 2021. Dabei dürfte der Bauabschluss eines größeren Energieinfrastrukturprojekts eine Rolle gespielt haben. Der Hoch- und Tiefbau befanden sich wie schon seit dem Frühjahr weiter auf einem Erholungskurs (+ 2,0 Prozent bzw. + 0,4 %).

Innerhalb der industriellen Gütergruppen gab das Produktionsvolumen von Vorleistungsgütern zum vierten Mal in Folge leicht nach (- 0,2 Prozent). Derweil konnten die Investitionsgüterproduzenten einen Teil ihres Einbruchs im Juli aufholen (+ 1,2 Prozent). Auch die Konsumgüterproduzenten legten nach dem vorherigen Rücksetzer leicht zu (+ 0,6 Prozent).

Die Industriezweige entwickelten sich uneinheitlich: Zuwächse verzeichneten Bereiche wie der Maschinenbau (+ 5,3 Prozent), Metallerzeugnisse (+ 3,5 Prozent) und elektrische Ausrüstungen (+ 1,2 Prozent). Hersteller von Kfz und Kfz-Teilen (- 5,4 Prozent), chemischer Erzeugnisse (- 1,2 Prozent) sowie Datenverarbeitungsgeräten sowie elektrischer und optischer Erzeugnisse (- 2,6 Prozent) mussten hingegen Rückgänge verbuchen. Der Boom in den energieintensiven Branchen, der in der ersten Jahreshälfte zu deutlichen Produktionsausweitungen in den entsprechenden Zweigen geführt hatte, scheint sich mit der dritten Drosselung in Folge (- 0,5 Prozent) nicht weiter fortzusetzen.

Die Steigerung der Produktion im Produzierenden Gewerbe fiel damit zuletzt überraschend kräftig aus. Einen großen Anteil daran hat die außergewöhnliche Expansion im Ausbaugewerbe, auf das etwa ein Prozentpunkt des Zuwachses entfällt. Unabhängig von diesem Sondereffekt setzt der restliche Bausektor trotz des gestiegenen Zinsniveaus seinen Erholungskurs fort. Gestützt wird er dabei auch von öffentlichen Aufträgen zur Modernisierung der Infrastruktur. Dagegen bleibt die Industriekonjunktur verhalten. Während Werksmodernisierung und -ferien im Kfz-Sektor im Sommer für Dämpfungen sorgen, lässt der Impuls der energieintensiven Industrien im Zuge der Krise in der Golfregion nach. Entsprechend entwickelten sich die Auslandsumsätze in den letzten Monaten angesichts des hohen Wettbewerbsdrucks wenig dynamisch. Zudem bleibt die Rheinschifffahrt infolge des Niedrigwassers eingeschränkt. Somit sind die Aussichten für eine breit angelegte Belebung der Industriekonjunktur weiter verhalten.

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1 Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 7. Oktober 2026.