Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe verzeichneten im August einen deutlichen Rücksetzer. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts[1] fielen sie preis-, kalender- und saisonbereinigt um 10,6 Prozent geringer aus als im Vormonat. Aufgrund der kräftigen Anstiege im Juni und Juli ergab sich im Dreimonatsvergleich dennoch ein Plus von 1,3 Prozent. Auch gegenüber dem Vorjahresmonat fiel das Ordervolumen arbeitstäglich bereinigt um 2,7 Prozent höher aus. Ausschlaggebend für die starken monatlichen Schwankungen war der Einfluss von Großaufträgen. Rechnet man diese heraus, stagnierten die Auftragseingänge in der Industrie im August im Vormonatsvergleich nahezu (‑ 0,1 Prozent). Im Dreimonatsvergleich zeigte sich hier ein deutlicher Rückgang um 2,6 Prozent.
Sowohl die Inlands- als auch die Auslandsnachfrage entwickelten sich zuletzt rückläufig. So brachen die inländischen Auftragseingänge nach drei kräftigen Anstiegen infolge im August gegenüber dem Vormonat um ‑ 17,3 Prozent ein. Ursächlich hierfür war die stark rückläufige heimische Investitionsgüternachfrage (‑ 28,6 Prozent), die aufgrund staatlicher Großaufträge zuvor erheblich zugenommen hatte. Aber auch der Auslandsabsatz gab spürbar nach (‑ 5,4 Prozent). Nicht nur die Aufträge aus dem Nicht-Euroraum gingen zuletzt abermals deutlich zurück (‑ 5,5 Prozent). Auch die Bestellungen aus dem Euroraum verzeichneten ein Minus von 5,4 Prozent.
Innerhalb der Gütergruppen registrierten die Investitionsgüterhersteller den stärksten Auftragsrückgang (‑ 15,3 Prozent), nachdem ihr Absatz seit Mai aufwärtsgerichtet war. Ohne Berücksichtigung von Großaufträgen entwickelte sich die Investitionsgüternachfrage jedoch positiv (+ 2,7 Prozent). Die Produzenten von Vorleistungsgütern meldeten im August ein 2,6 Prozent geringeres Ordervolumen als im Vormonat und büßten damit etwa die Hälfte des vorangegangenen Anstiegs wieder ein. Auch die Nachfrage nach Konsumgütern kühlte sich nach einem deutlichen Rücksetzer zu Beginn des dritten Quartals weiter ab (‑ 7,3 Prozent).
Die Ordervolumen in den einzelnen Wirtschaftszweigen entwickelten sich überwiegend rückläufig. Gestiegene Auftragseingänge meldeten insbesondere die Hersteller von Kraftfahrzeugen und Kfz-Teilen (+ 2,8 Prozent), nachdem diese zuvor stark gesunken waren. Den deutlichsten Nachfrageeinbruch verzeichnete der sonstige Fahrzeugbau (‑ 61,5 Prozent), dessen Aufträge sich im Juli allerdings mehr als verdoppelte hatten. Ebenfalls weniger Aufträge registrierten die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen (‑ 5,3 Prozent), Metallerzeugnissen (- 3,5 Prozent) und chemischen Erzeugnissen (‑ 1,5 Prozent). Auch Maschinenbauer (- 4,4 Prozent), Metallerzeuger (- 3,9 Prozent) sowie die Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten, elektrischen und optischen Erzeugnissen (‑ 2,0 Prozent) meldete weniger Bestellungen. Die Ordervolumen in diesen Branchen fielen dennoch deutlich höher aus als im Vorjahresmonat.
Aufgrund der gestiegenen Bedeutung von öffentlichen Beschaffungen entwickeln sich die Auftragseingänge weiterhin sehr volatil. Gleichzeitig war die Industrienachfrage zu Jahresbeginn auch von Sondereffekten im Zusammenhang mit dem Krieg im Nahen Osten geprägt, deren Auswirkung im dritten Quartal spürbar nachgelassen hat. Auch wenn die Neuaufträge in der Industrie im August schwach ausfielen und strukturelle Wettbewerbsprobleme fortbestehen, hat sich die Auftragslage, insbesondere in Branchen, die vom KI-Hochlauf und staatlichen Beschaffungen profitieren, zuletzt deutlich verbessert.
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[1] Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 6. Oktober 2026.