Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe haben im September einen Teil der Einbußen aus dem Vormonat wieder aufgeholt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts1 nahmen sie preis-, kalender- und saisonbereinigt um 4,4 Prozent gegenüber dem Vormonat zu und lagen damit im dritten Quartal geringfügig über dem Vorquartalswert (+ 0,2 Prozent). Gegenüber September 2025 fiel das Ordervolumen arbeitstäglich bereinigt um 3,3 Prozent höher aus. Auch ohne Berücksichtigung von Großaufträgen expandierte die Bestelltätigkeit im September kräftig um 5,1 Prozent. Im Quartalsvergleich ergab sich hier wie bei den gesamten Neuaufträgen mit + 0,1 Prozent eine Seitwärtsbewegung.

Regional betrachtet gingen im September sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland mehr Bestellungen ein. Vor allem die heimische Nachfrage erholte sich nach dem Rücksetzer im August mit einem Plus von 6,6 Prozent gegenüber dem Vormonat wieder spürbar; die Neuaufträge aus dem Ausland legten um 2,8 Prozent zu. Hierzu trug ein Schub bei den Bestellungen von Konsumgütern (+ 19,2 Prozent), insbesondere von Gebrauchsgütern aus dem Euroraum, bei. Insgesamt übertrafen die Ordereinträge aus den Ländern der Währungsunion das Vormonatsergebnis um 4,5 Prozent. Auch im Quartalsvergleich lagen sie um 2,9 Prozent im Plus. Die industrielle Nachfrage aus den übrigen Ländern entwickelte sich mit + 1,6 Prozent dagegen weniger dynamisch und lag im dritten Quartal um 6,8 Prozent unter dem Vorquartal.

Mit Blick auf die Gütergruppen profitierten die Konsumgüterproduzenten nach zwei Rückgängen von einem kräftigen Auftragsplus (+ 14,4 Prozent). In der stabileren Dreimonatsbetrachtung ergaben sich hier aber immer noch Einbußen von 2,0 Prozent. Auch die Nachfrage nach Investitionsgütern holte mit einem Zuwachs von 5,3 Prozent einen Teil des vorangegangenen Einbruchs wieder auf und lag damit im dritten Quartal in etwa auf dem Vorquartalsniveau (- 0,1 Prozent). Die Bestellungen von Vorleistungsgütern bewegten sich zuletzt kaum mehr als seitwärts (+ 0,5 Prozent), erhöhten sich im Quartalsvergleich aber um 1,1 Prozent.

In den meisten Wirtschaftszweigen war dabei ein höheres Ordervolumen als im Vormonat zu verzeichnen. So profitierten gewichtige Bereiche wie die Herstellung von Kfz und Kfz-Teilen (+ 10,5 Prozent) und der Maschinenbau (+ 8,3 Prozent) von deutlichen Zuwächsen. Auch in der chemischen (+ 3,9 Prozent) und in der Pharmaindustrie (+ 10,1 Prozent) sowie bei den Herstellern elektrischer Ausrüstungen (+ 3,0 Prozent) füllten sich die Auftragsbücher wieder. Dagegen wurden die Bestellungen in den Bereichen Metallerzeugung (- 3,9 Prozent), EDV und Optik (- 0,7 Prozent) sowie im sonstigen Fahrzeugbau (- 10,4 Prozent) gekürzt.

Insgesamt stellt sich die Entwicklung der Auftragseingänge vor dem Hintergrund öffentlicher Großaufträge sowie von Sondereffekten durch vorgezogene Bestellungen im Zusammenhang mit dem Krieg im Nahen Osten nach wie vor volatil dar. Dennoch haben sich die Aufträge auch im dritten Quartal stabil entwickelt, so dass sich die Industriekonjunktur im Schlussquartal 2026 wieder beleben dürfte.

________________________________________

[1] Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 5. November 2026.