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Die wirtschaftliche Entwicklung erwies sich trotz der Belastungen aus dem Konflikt im Nahen Osten und den deutlich gestiegenen Energiepreisen zuletzt als recht robust. Im zweiten Quartal nahm das BIP preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu. Positive Wachstumsbeiträge gingen dabei vor allem vom Außenhandel aus, wobei insbesondere energieintensive Industrien von einer gestiegenen Auslandsnachfrage profitieren konnten. Die binnenwirtschaftliche Nachfrage blieb dagegen angesichts der Kaufkraftverluste und der hohen geopolitischen Unsicherheiten gedämpft. Ungeachtet einer fortgesetzten Aufhellung der Stimmungsindikatoren dürfte die wirtschaftliche Entwicklung im laufenden Quartal von den historischen Niedrigwasserständen auf zentralen deutschen Binnenschifffahrtsstraßen und den damit erhöhten Versorgungsengpässen in regionalen Industrien temporär belastet werden.
Die Produktion im Produzierenden Gewerbe legte im Juni gegenüber dem Vormonat leicht um 0,2 Prozent zu. Im gesamten zweiten Quartal betrug der Zuwachs gegenüber dem Vorquartal 0,7 Prozent. Dabei profitierten die energieintensiven Industrien mit einem Produktionsanstieg von 2,5 Prozent im Quartalsvergleich von dem kräftigen Zuwachs der Auslandsumsätze. Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe nahmen im Juni ebenfalls deutlich um 3,1 Prozent gegenüber dem Vormonat zu. Ausschlaggebend war ein kräftiger Anstieg der Inlandsaufträge um 7,8 Prozent. Doch auch die Auslandsnachfrage zeigt sich ungeachtet geopolitischer Konflikte bemerkenswert robust. Wie schon in den Vormonaten wurde die Order durch überdurchschnittliche Großaufträge bestimmt.
Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (saisonbereinigt, ohne Kfz) sind im Juni um 0,7 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken. Dabei verzeichneten sowohl der Handel mit Lebensmitteln als auch der mit Nicht-Lebensmitteln rückläufige Erlöse. Gegenüber dem Vorjahresmonat stagnierten die Einzelhandelsumsätze. Bei den PKW-Neuzulassungen durch Privatpersonen setzte sich der Aufwärtstrend der vorangegangenen Monate im Juli nicht fort. Sie sanken gegenüber dem Vormonat leicht um 0,3 Prozent. Im Vorjahres- und Dreimonatsvergleich ergab sich hingegen erneut ein deutliches Plus. Das Stimmungsbild hat sich am aktuellen Rand weiter stabilisiert, bleibt aber insgesamt gedämpft und fragil.
Die Inflation ist im Juli mit 2,8 Prozent wieder stärker als noch im Juni (2,3 Prozent) gestiegen. Dies ist vor allem auf das Auslaufen der Energiesteuersenkung auf Kraftstoffe Ende Juni zurückzuführen. Aber auch der temporär wieder aufgeflammte Konflikt im Nahen Osten trieb die Energiepreise zwischenzeitlich nach oben.
Die schwache Entwicklung am Arbeitsmarkt setzt sich fort. Die saisonbereinigte Erwerbstätigkeit ist im Juni um 23 Tausend Personen zurückgegangen, nachdem sie gemäß revidierter Daten im Vormonat um 27 Tausend Personen abgenommen hatte. Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung verzeichnete im Mai einen weiteren Rückgang um zwölftausend Personen. Gleichzeitig nahm die Zahl der Arbeitslosen im Juli um sechstausend Personen zu. In Anbetracht des strukturellen und demografischen Wandels sowie der anhaltend hohen geopolitischen Unsicherheit dürfte sich die Lage am Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten kaum verbessern.
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen befindet sich weiter auf hohem Niveau. Dem aktuellen IWH-Insolvenztrend zufolge wurden von August 2025 bis Juli 2026 18.478 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften gemeldet (Anstieg um 8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum).
Robuste Konjunkturentwicklung im zweiten Quartal
Die deutsche Wirtschaft hat sich trotz der Belastungen infolge des Konflikts im Nahen Osten im Frühjahr günstiger entwickelt, als allgemein zu erwarten war. Laut Schnellmeldung des Statistischen Bundesamtes vom 30. Juli legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) preis-, saison- und kalenderbereinigt im zweiten Quartal um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu. Für das erste Quartal wurde der BIP-Zuwachs leicht von + 0,3 Prozent auf + 0,4 Prozent aufwärts revidiert. Im ersten Halbjahr 2026 lag das BIP damit um knapp ein Prozent über dem Vorjahresniveau.
Wachstumsbeiträge sind im zweiten Quartal nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vor allem von den Exporten ausgegangen. Dies dürfte auch auf eine günstigere Wettbewerbssituation der energieintensiven Industrien Deutschlands gegenüber den asiatischen Wettbewerbern zurückzuführen sein. Letztere waren aufgrund ihrer höheren Abhängigkeit von Energielieferungen aus dem Nahen Osten stärker von Preiserhöhungen und Versorgungsengpässen betroffen. Die Umlenkung der Nachfrage auf europäische und auch deutsche Lieferanten zeigt sich in dem kräftigen Anstieg der Produktion und der Auslandsumsätze der deutschen energieintensiven Industrien. Von der Inlandsnachfrage gingen im zweiten Quartal dagegen keine Impulse aus. Laut Statistischem Bundesamt stagnierten die öffentlichen und privaten Konsumausgaben, während die Investitionen rückläufig waren.
Ungeachtet der weiterhin angespannten Lage im Nahen Osten hat sich die Versorgungslage in der deutschen Wirtschaft zuletzt etwas verbessert. Gemäß den jüngsten Umfragen des ifo Instituts meldeten im Juli noch 13,7 Prozent der Unternehmen Materialengpässe, nach 17,2 Prozent im Juni. In der chemischen Industrie ging der Anteil der Unternehmen mit Lieferproblemen sogar von 29,5 Prozent im Vormonat auf 13,8 Prozent zurück.
Frühindikatoren für das begonnene dritte Quartal zeigen insgesamt eine recht positive Einschätzung für die weitere konjunkturelle Entwicklung. Die Geschäftserwartungen in der Wirtschaft haben sich zuletzt weiter aufgehellt, was der erneute Anstieg des ifo Geschäftsklimaindex wie auch des S&P-Einkaufsmanagerindex und des sentix Konjunkturindex für Deutschland belegen. Ebenso hellten sich die ZEW-Konjunkturerwartungen weiter spürbar auf. Auch der Lkw-Maut-Fahrleistungsindex, der eine Vorlaufeigenschaft für die Industrieproduktion des jeweiligen Monats aufweist, erhöhte sich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Monat Juli spürbar.
Mit den aktuellen Niedrigwasserständen auf wichtigen deutschen Binnengewässern ist jedoch das Risiko für temporäre, regionale Materialengpässe vor allem in der Mineralöl-, Chemie-, Bau- und Stahlindustrie gestiegen. Zwar haben viele Unternehmen in den vergangenen Jahren ihre Transportlogistik umgestellt, halten größere Lagerbestände vor und nutzen verschiedene Transportwege, um ihre Lieferketten resilienter zu machen. Dennoch zeichnet sich aufgrund der geringeren Beladungskapazität vereinzelt ein deutlicher Anstieg der Transportkosten ab. Abhängig von der Dauer der Niedrigwasserstände sind hierdurch temporäre Einschränkungen bei der Produktionstätigkeit von betroffenen Unternehmen und über höhere Transport- und Güterkosten auch regional- und produktspezifische Preiseffekte zu erwarten.
Weltwirtschaft trotz hoher Energiepreise robust
Die weltweite Industrieproduktion stabilisierte sich im Mai nach zwei Rückgängen und blieb gegenüber dem Vormonat nahezu unverändert (+ 0,1 Prozent). Während die Ausbringungsmenge in den Industrieländern im Vergleich zum April 2026 leicht zurückging (- 0,1 Prozent), wurde sie in den Schwellenländern moderat ausgeweitet (+ 0,3 Prozent). Im Vorjahresvergleich lag sie mit + 1,0 Prozent noch leicht im Plus. Die Frühindikatoren für die Weltkonjunktur verbesserten sich zuletzt wieder. Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global für die Weltwirtschaft ist im Juli um 0,6 auf 52,6 Punkte gestiegen und signalisiert damit ein nach wie vor robustes Wachstum. Die Stimmung in der Industrie verharrt mit 52,1 Punkten in etwa auf dem Stand des Vormonats, während der Index für den Dienstleistungssektor eine klare Aufwärtsdynamik anzeigt (+ 0,8 auf 52,5). Der sentix-Konjunkturindex für die Weltwirtschaft hat sich im August den vierten Monat in Folge aufgehellt und erreichte den höchsten Stand seit Februar 2026. Nach dem Stimmungseinbruch im Frühjahr 2026 infolge des Iran-Krieges verbesserte er sich im August auf 14,7 Punkte.
Der Welthandel stieg von April auf Mai laut dem niederländischen Forschungsinstitut CPB saisonbereinigt um 1,0 Prozent. Bereits im Vormonat war er moderat um 0,3 Prozent ausgeweitet worden. Während der Konflikt im Iran vor allem den Handel in der Golfregion beeinträchtigte, blieben die globalen Auswirkungen bisher begrenzt. Ein beschleunigter Lageraufbau sowie die starke Nachfrage nach KI-bezogener Elektronik dürften die weltweite Entwicklung in den vergangenen Monaten gestützt haben.
Der RWI/ISL-Containerumschlagindex hat sich im Juni mit einem leichten Anstieg auf 143,1 Zählern weiter stabilisiert Auch der Nordrange-Index sowie die Aktivität in den chinesischen Häfen legten im Juni zu. Der Trade Monitor des Internationalen Währungsfonds deutete im Juni auf eine robuste Entwicklung des weltweiten Handelsvolumens hin.
Erholungskurs im Warenhandel setzt sich fort
Das deutsche Exportgeschäft tendierte im Juni ungeachtet der weiter angespannten geopolitischen Ausgangslage wieder aufwärts. Die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen expandierten im Juni kalender- und saisonbereinigt deutlich um 2,4 Prozent gegenüber dem Vormonat. Die Warenausfuhren in die EU-Staaten nahmen dabei etwas stärker zu als in die übrigen Länder (+ 1,3 bzw. + 0,3 Prozent). Bei den Drittländern entwickelten sich die Exporte in das Vereinigte Königreich besonders kräftig (+ 7,7 Prozent). Einbußen gegenüber dem Vormonat waren bei den Warenausfuhren in die Vereinigten Staaten (- 14,2 Prozent) und die Volksrepublik China (- 0,3 Prozent) zu verzeichnen. Die Dienstleistungsexporte gingen gleichzeitig um 0,3 Prozent zurück. Insgesamt lagen die Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen seit Januar um 4,4 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Die nominalen Einfuhren von Waren und Dienstleistungen stiegen im Juni gegenüber dem Vormonat mit + 5,0 Prozent gut doppelt so stark wie die Exporte. Im Warenhandel ging der Anstieg in erster Linie auf höhere EU-Importe (+ 7,4 Prozent) zurück, während die Warenimporte aus Drittstaaten weniger stark expandierten (+ 1,4 Prozent). Die Dienstleistungsimporte reduzierten sich im Vormonatsvergleich hingegen um 2,8 Prozent. Insgesamt lagen die Einfuhren von Waren und Dienstleistungen seit Jahresbeginn im Vorjahresvergleich aber spürbar im Plus (+ 4,7 Prozent). Der monatliche Saldo im Handel mit Waren und Dienstleistungen nahm im Juni um 3,7 Mrd. EUR auf 8,5 Mrd. EUR ab und lag im gesamten 1. Halbjahr nahezu auf dem Vorjahresniveau des 1. Halbjahres 2025.
Die Einfuhrpreise sind im Juni nach den vorangegangenen kräftigen Anstiegen saisonbereinigt mit - 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat leicht zurückgegangen. Dies ist insbesondere auf einen kräftigen Rückgang der Preise für Mineralölerzeugnisse (- 9,9 Prozent) im Gefolge der zwischenzeitlichen Waffenruhe im Nahen Osten zurückzuführen. Die Ausfuhrpreise nahmen gleichzeitig um 0,2 Prozent zu. Damit verbesserten sich die Terms of Trade im Juni nach zuvor fünf Rückgängen um 0,6 Prozent gegenüber Mai. In realer Rechnung dürfte der Anstieg der Importe damit stärker und der Anstieg der Exporte etwas schwächer ausgefallen sein.
Die Frühindikatoren haben sich zuletzt aufgehellt. Die ifo-Exporterwartungen verbesserten sich im Juli um 0,3 auf - 3,3 Saldenpunkte leicht. Die Elektroindustrie rechnet weiterhin mit einem deutlichen Anstieg ihrer Ausfuhren; im Maschinenbau haben sich die Erwartungen wieder ins Positive gedreht. Noch immer negativ, aber mit Aufwärtstendenz, sind die Aussichten in der Automobilindustrie. Rückläufige Exporte erwarten hingegen die Hersteller von Metallerzeugnissen sowie von elektronischen und optischen Erzeugnissen. Die Auftragseingänge aus dem Ausland sind im Juni um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen und lagen damit im Dreimonatsvergleich um 1,7 Prozent im Plus. Dabei kehrt sich das Bild aus dem Vormonat um. Einem starken Zuwachs an Bestellungen aus dem Nicht-Euroraum (+ 10,2 Prozent, Mai: - 5,3 Prozent) steht ein deutlicher Rückgang aus dem Euroraum gegenüber (- 14,0 Prozent, Mai: + 7,9 Prozent).
Die Zuwächse im deutschen Außenhandel lassen sich auf die anhaltende Dynamik des Welthandels zurückführen, die ungeachtet hoher Energiepreise bemerkenswert robust ist. Allerdings bestehen die handels- und geopolitische Unsicherheit und damit das Risiko eines erneuten Ölpreisschocks latent fort. So bleiben die Absatzperspektiven der deutschen Exporteure weiterhin herausfordernd.
Produktion und Auftragseingänge legen zur Jahresmitte zu
Der moderate Aufwärtstrend der Produktion im Produzierenden Gewerbe setzt sich zur Jahresmitte fort. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist dessen Ausbringung im Juni zum dritten Mal in Folge gestiegen und liegt preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,2 Prozent über dem Vormonat. Im gesamten zweiten Quartal erhöhte sich die Produktion damit um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Das Niveau des Vorjahresquartals unter-schritt sie allerdings noch leicht um 0,3 Prozent.
Wie schon im Mai legte vor allem die Energieerzeugung zuletzt deutlich um 1,9 Prozent im Vormonatsvergleich zu. Die Industrieproduktion (+ 0,0 Prozent) wie auch das Baugewerbe (+ 0,1 Prozent) stagnierten dagegen. Im Vorquartalsvergleich holte vor allem das Baugewerbe den witterungsbedingten Einbruch zu Jahresbeginn mit einem Zuwachs von + 1,9 Prozent im zweiten Quartal mehr als auf. Auch die Energieproduktion erholte sich mit + 0,8 Prozent im Quartalsvergleich spürbar, während die Ausbringung in der Industrie nur um + 0,3 Prozent zulegte. Die Produktion in den energieintensiven Industrien schwächte sich zuletzt mit - 1,8 Prozent im Vormonatsvergleich ab, im Vorquartalsvergleich weist sie aber einen kräftigen Anstieg um 2,5 Prozent auf. Dies deutet auf eine relative Verbesserung der Wettbewerbsposition bei den energieintensiven Industrien in Deutschland im Vergleich zu den asiatischen Konkurrenten hin. Letztere sind aufgrund ihrer höheren Abhängigkeit von Energielieferungen aus dem Nahen Osten stärker von Preiserhöhungen und Versorgungsengpässen betroffen. Die Umlenkung der Nachfrage auf europäische und auch deutsche Lieferanten zeigt sich auch in dem Anstieg der Auslandsumsätze der deutschen energieintensiven Industrien in den vergangenen Monaten.
Bei den industriellen Gütergruppen weisen die Konsumgüterproduzenten einen spürbaren Zuwachs im Vormonatsvergleich auf (+ 1,0 Prozent). Die Produktion bei Investitionsgütern stagnierte dagegen nahezu (+ 0,2 Prozent) und die Vorleistungsgüterproduzenten mussten einen Rückgang (- 0,9 Prozent) verzeichnen. Auch im Vorquartalsvergleich weisen die Konsumgüterproduzenten den kräftigsten Zuwachs auf (+ 2,0 Prozent), gefolgt von den Vorleistungsgüterproduzenten (+ 1,4 Prozent). Die Investitionsgüterproduktion war dagegen erneut rückläufig (- 1,1 Prozent).
Im Baugewerbe entwickelte sich zuletzt vor allem der Tiefbau mit einem Anstieg von 1,2 Prozent im Vormonatsvergleich positiv, während die Produktion im Hochbau (+ 0,1 Prozent) und im Ausbaugewerbe (- 0,1 Prozent) im Juni stagnierte. Im Vorquartalsvergleich zeigten aber alle Bereiche, insbesondere der witterungsabhängige Tiefbau, spürbare Zuwächse.
Innerhalb der Industrie wies im Juni die Mehrzahl der Wirtschaftszweige eine rückläufige Entwicklung auf. Vor allem in dem gewichtigen Maschinenbau (- 3,9 Prozent) sowie bei den chemischen Erzeugnissen (- 1,8 Prozent), Gummi und Kunststoffwaren (-2,4 Prozent), Metallerzeugnissen (-1,3 Prozent) und bei der Metallerzeugung und -bearbeitung (-2,0 Prozent) war die Ausbringung rückläufig. Zuwächse wiesen dagegen die Produktion von Kfz und Kfz-Teilen (+ 3,6 Prozent), pharmazeutischen Erzeugnissen (+ 3,5 Prozent), elektrischen Ausrüstungen (+ 1,1 Prozent) sowie dem sonstigen Fahrzeugbau (+ 8,4 Prozent) aus.
Die Produktion im Produzierenden Gewerbe hat sich ungeachtet der außenwirtschaftlichen Belastungen im vergangenen Quartal damit als recht widerstandsfähig erwiesen.
Auch die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe zeigen eine deutlich positive Entwicklung zur Jahresmitte. Im Juni nahmen sie preis-, saison- und kalenderbereinigt gegenüber dem Vormonat um 3,1 Prozent zu. Für das zweite Quartal ergab sich ein Plus von 1,3 Prozent. Ausschlaggebend für die jüngste Zunahme war ein deutlicher Anstieg der Inlandsaufträge um 7,8 Prozent. Die Auslandsnachfrage bewegte sich in etwa auf dem Vormonatsniveau (+ 0,2 Prozent). Die Bestellungen aus dem Ausland sind derzeit starken Schwankungen unterworfen. Während die Aufträge aus dem Euroraum im Mai noch um 7,9 Prozent zunahmen, war im Juni ein Rückgang von 14 Prozent zu verzeichnen. Dagegen stiegen die Bestellungen aus dem Nicht-Euroraum im Juni um 10,2 Prozent, nach einem Rückgang um 5,3 Prozent im Mai.
Unter den Gütergruppen konnten die Investitionsgüterproduzenten mit einem Plus von 6,4 Prozent nach schwachem Jahresauftakt den zweiten Monat in Folge wieder spürbare Zugewinne verzeichnen. Der seit längerem anhaltende Aufwärtstrend bei den Konsumgüterproduzenten bestätigte sich (+ 4,2 Prozent). Ein erneuter Rückgang von 2,5 Prozent war hingegen bei den Vorleistungsgütern zu verzeichnen.
Bei Betrachtung einzelner Wirtschaftszweige sticht der gewichtige Maschinenbau mit einem Auftragsplus von 12,7 Prozent hervor, gestützt vor allem durch Großaufträge aus dem Inland. Geräte zur Datenverarbeitung sowie elektronische und optische Erzeugnisse wurden ebenfalls deutlich stärker nachgefragt (+ 22,7 Prozent), gleiches gilt für Textilgüter (+ 67,9 Prozent). Zuwächse registrierten auch Kfz und Kfz-Teile (+ 3,8 Prozent) und Metallerzeugnisse (+ 2,4 Prozent). Rückläufige Aufträge mussten hingegen Produzenten chemischer und pharmazeutischer Güter hinnehmen (- 3,2 bzw. - 5,3 Prozent). Stark schwankend blieb weiterhin der von Großaufträgen dominierte sonstige Fahrzeugbau (- 41,7 Prozent, Mai: + 84,7 Prozent).
Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe sind dank kräftiger Nachfrage aus dem Inland aktuell aufwärtsgerichtet. Starke Zuwächse bei den Investitionsgüterproduzenten dürften vermutlich insbesondere in Verbindung mit öffentlichen Beschaffungen im Rahmen der Modernisierung der Bundeswehr wie auch mit Aufträgen im Rahmen des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität im Zusammenhang stehen. Die Nachfrage aus dem Ausland zeigt sich ungeachtet geopolitischer Konflikte bemerkenswert robust.
Erlöse im Einzelhandel leicht im Minus; Frühindikatoren stabilisieren sich weiter auf niedrigem Niveau
Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (saisonbereinigt, ohne Kfz) sind im Juni um 0,7 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken, wobei sowohl der Handel mit Lebensmitteln als auch mit Nicht-Lebensmitteln rückläufige Erlöse verzeichneten. Gegenüber dem Vorjahresmonat stagnierten die Einzelhandelsumsätze. Leicht positive Impulse gingen dabei vom Handel mit Nicht-Lebensmitteln (+ 0,5 Prozent) aus, während sich der Handel mit Lebensmitteln etwas abschwächte (- 0,3 Prozent). Der Handel mit Motorenkraftstoffen (Tankstellen) wirkte mit - 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr zwar erneut dämpfend, das Minus fiel aber deutlich geringer aus als noch in den Vormonaten. Zudem wurde der Mai-Wert erneut aufwärtsrevidiert (- 3,6 Prozent vs. - 6,1 Prozent). Der Internet- und Versandhandel setzte sein kräftiges Wachstum am aktuellen Rand fort und schloss das 1. Halbjahr 2026 mit einem Plus von 3,3 Prozent ab (gegenüber Vorperiode; Einzelhandel insgesamt: + 0,6 Prozent).
Der Umsatz im Gastgewerbe ging im Mai im Vormonatsvergleich sowohl preisbereinigt um 2,0 Prozent als auch nominal um 2,1 Prozent zurück. Gegenüber dem Vorjahresmonat ergab sich ein deutlicher realer Rückgang von 6,0 Prozent, wobei das Minus in der Gastronomie mit 7,1 Prozent das der Beherbergungsunternehmen mit - 2,8 Prozent deutlich übertraf. Nominal registrierte das Gastgewerbe insgesamt gegenüber Mai 2025 einen geringfügigen Umsatzverlust in Höhe von - 0,3 Prozent.
Die Neuzulassungen von Pkw insgesamt sind im Juli im Vormonatsvergleich um 0,6 Prozent gesunken, wobei sowohl der private als auch der gewerbliche Automarkt leichte Rückgänge verzeichnete. Im Dreimonats- und Vorjahresvergleich ergab sich hingegen jeweils ein leichtes Plus. Wachstumstreiber war abermals der private (E-)Automarkt, was auch auf die staatliche Förderung für Elektroautos zurückzuführen sein dürfte, die seit Mai rückwirkend bis Januar von Privatpersonen beantragt werden kann. So lagen die Neuzulassungen durch Privatpersonen gegenüber Juli 2025 um deutliche 8,0 Prozent höher (Juni: + 28,6 Prozent). Auch im Dreimonatsvergleich ergab sich, wenn auch mit abnehmender Tendenz, ein kräftiges Plus von 8,4 Prozent (Juni: + 11,1 Prozent). Pkw-Neuzulassungen von Unternehmen und Selbstständigen sanken sowohl im Vormonats- als auch im Dreimonats- und Jahresvergleich.
Die Frühindikatoren für die Entwicklung des privaten Konsums haben sich auf niedrigem Niveau weiter stabilisiert, dürften allerdings die Folgen der zwischenzeitlich erneuten Eskalation des Konflikts im Nahen Osten noch nicht vollständig abbilden. Laut Prognose der GfK wird das Konsumklima im August mit einer geringfügigen Abnahme um 0,3 Zähler auf -29,6 Punkte im negativen Bereich verharren. Dämpfend wirkte sich ein Rückgang der Einkommenserwartung und eine Zunahme der bereits relativ hohen Sparneigung aus. Die Anschaffungsneigung legte hingegen leicht zu und auch die Konjunkturerwartung, die nicht Bestandteil des Konsumklimas ist, zog etwas an. Das zu Monatsbeginn erschienene HDE-Konsumbarometer sank nach zwei Anstiegen wieder etwas und befindet sich weiterhin auf sehr niedrigem Niveau. Das ifo Geschäftsklima im Einzelhandel (inkl. Kfz) stieg im Juli um 3,7 Zähler auf - 28,7 Punkte. Wie schon im Vormonat wurden sowohl die Geschäftserwartungen als auch die Geschäftslage positiver beurteilt. Die Verkaufspreiserwartungen sanken deutlich und erreichten den niedrigsten Wert seit Ausbruch des Iran-Konflikts. Das Stimmungsbild hat sich am aktuellen Rand weiter stabilisiert, bleibt aber insgesamt gedämpft und fragil. Zudem liegen die Auswirkungen der jüngsten militärischen Eskalation im Nahen Osten, insbesondere der erneute Anstieg des Ölpreises, nur zum Teil innerhalb der Befragungszeiträume. Auch angesichts der anhaltenden Arbeitsmarktschwäche deutet sich daher bislang keine spürbare Belebung der Konsumentwicklung an.
Inflation zieht im Juli wieder an
Die Verbraucherpreise sind im Juli 2026 um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen, nach 2,3 Prozent im Juni. Im Vormonatsvergleich lagen sie um 0,8 Prozent höher. Die Kernrate ging leicht auf 2,4 Prozent zurück und liegt damit wieder unter der Gesamtinflation. Die wieder etwas höhere Inflation geht maßgeblich auf gestiegene Energiepreise zurück. Diese zogen nach + 3,4 Prozent im Juni auf + 8,3 Prozent an. Das ist vor allem auf das Auslaufen der Energiesteuersenkung auf Kraftstoffe Ende Juni zurückzuführen. Teilweise dürfte auch der zwischenzeitliche Ölpreisanstieg auf über $100/Barrel infolge der erneuten Eskalation des Konflikts an der Straße von Hormus die Energiepreise belastet haben. In Summe stieg der Wachstumsbeitrag der Energie zur Gesamtinflation auf rund 0,6 Prozentpunkte, während Nahrungsmittel mit 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr erneut keinen nennenswerten Wachstumsbeitrag zur Inflation ausmachten. Bei Dienstleistungen blieb der Preisdruck mit + 2,9 Prozent hartnäckig über der 2-Prozent-Marke, auch wenn er gegenüber Juni (+ 3,1 Prozent) leicht nachließ.
Laut ifo Institut planten im Juli über fast alle Wirtschaftszweige hinweg weniger Unternehmen die Preise zu erhöhen, allerdings waren die Preiserwartungen, die nach der erneuten Eskalation im Nahen Osten gemeldet wurden, laut ifo deutlich höher als davor. Gleichwohl gingen die Preiserwartungen im Einzelhandel, im Verarbeitenden Gewerbe als auch bei den Dienstleistungen im Durchschnitt über die letzten drei Monate etwas zurück. Insgesamt hängt die (Energie-)Preisentwicklung stark vom weiteren Verlauf des Nahost-Konflikts ab. Sollte sich dieser nicht absehbar entspannen, ist mit anhaltendem Energiepreisdruck zu rechnen.
Schwache Entwicklung am Arbeitsmarkt setzt sich fort
Die saisonbereinigte Erwerbstätigkeit ist im Juni um 23 Tausend Personen zurückgegangen, nachdem sie gemäß revidierter Daten bereits im Vormonat um 27 Tausend Personen abgenommen hatte. Gleichzeitig korrigierte das Statistische Bundesamt im Rahmen der üblichen Sommerrechnung auch länger zurückliegende Werte bis 2022 abwärts, was zu einer spürbaren Niveauverschiebung der Ursprungswerte und einem noch deutlicheren Rückgang der Erwerbstätigkeit gegenüber dem Vorjahr von 225 Tausend Personen im Juni führte. Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung verzeichnete im Mai einen weiteren Rückgang um zwölftausend Personen. Die Zahl der Arbeitslosen nahm in Juli um sechstausend Personen zu, während die Unterbeschäftigung stagnierte. Die Inanspruchnahme von Kurzarbeit setzte ihren Abwärtstrend im Mai mit einem Minus von 101 Tausend Personen gegenüber Vorjahr voraussichtlich fort.
Frühindikatoren deuten bisher keine Verbesserung der Arbeitsmarktperspektiven an. Auch wenn das ifo-Beschäftigungsbarometer im Juli leicht zulegte, weisen die Umfrageergebnisse in allen Sektoren auf einen Personalabbau hin. Während sich die Geschwindigkeit des Stellenabbaus im Handel und im Dienstleistungssektor etwas verringerte, trübten sich die Beschäftigungsaussichten im Verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe weiter ein. Gleichzeitig deutet das IAB-Arbeitsmarktbarometer auf einen weiteren leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit hin, die im Juli bereits über drei Millionen Personen lag. Der Ende 2025 begonnenen leichten konjunkturellen Belebung stehen Herausforderungen des demografischen und strukturellen Wandels entgegen, die die Entwicklung am Arbeitsmarkt dämpfen. Angesichts der Unsicherheit durch die anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten dürfte sich die Lage am Arbeitsmarkt auch in den kommenden Monaten daher kaum verbessern.
Unternehmensinsolvenzen weiterhin auf hohem Niveau
Dem aktuellen IWH-Insolvenztrend zufolge wurden von August 2025 bis Juli 2026 18.478 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften gemeldet (Anstieg um 8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum). Es lag ein Rückgang von einem Prozent auf 1.689 Fälle gegenüber dem Vormonat sowie ein Anstieg von 7 Prozent gegenüber Juli 2025 vor. Das IWH kommt für den Monat Juli zu dem Ergebnis, dass die Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften weiterhin auf einem außergewöhnlich hohen Niveau liegen und geht auf der Basis eigener Frühindikatoren davon aus, dass auch in den Folgemonaten mit sehr vielen Insolvenzen zu rechnen sei.
1In diesem Bericht werden Daten genutzt, die bis zum 12. August 2026 vorlagen. Soweit nicht anders vermerkt, handelt es sich um Veränderungsraten gegenüber der jeweiligen Vorperiode auf Basis preis-, kalender- und saisonbereinigter Daten.
Weiterführende Informationen
13.08.2026 - Download -
Wirtschaftliche Entwicklung
Publikation:Ausgewählte Daten zur wirtschaftlichen Lage