Wir bitten Sie an dieser Stelle um Ihre Einwilligung für die Nutzung unseres Videodienstes. Nähere Informationen zu allen Diensten finden Sie, wenn Sie die Pluszeichen rechts aufklappen. Sie können Ihre Einwilligungen jederzeit erteilen oder für die Zukunft widerrufen. Rufen Sie dazu bitte diese Einwilligungsverwaltung über den Link am Ende der Seite erneut auf.
Diese Webseite setzt temporäre Session Cookies. Diese sind technisch notwendig und deshalb nicht abwählbar. Sie dienen ausschließlich dazu, Ihnen die Nutzung der Webseite zu ermöglichen.
Das Ministerium präsentiert seine Arbeit auf dieser Webseite auch in Form von Videos. Diese werden vom deutschen Anbieter TV1 mit Hilfe des JW-Players mit Sitz in den USA ausgeliefert. Bitte willigen Sie in die Übertragung Ihrer IP-Adresse und anderer technischer Daten an den JW-Player ein, und erlauben Sie JW-Player, Cookies auf Ihrem Endgerät zu setzen, wenn Sie unser Video-Angebot nutzen wollen. Verantwortlich für diese Verarbeitung Ihrer Daten ist das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Unsere Datenschutzbeauftragte erreichen Sie unter datenschutzbeauftragte@bmwk.bund.de. Als Rechtsgrundlage dient uns Ihre Einwilligung nach § 25 Abs. 1 TTDSG i. V. m. Artikel 6 Abs. 1 lit. a) DSGVO und § 3 Abs. 1 EGovG. Wir haben sichergestellt, dass Sie Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen können. Über die Einwilligungsverwaltung am Ende der Seite können Sie jederzeit steuern, ob Sie den Videodienst JW-Player zur Übertragung freigeben oder nicht.
Ausführliche Informationen über Ihre Betroffenenrechte und darüber, wie wir Ihre Privatsphäre schützen, entnehmen Sie bitte unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung zum Videodienst JW-Player
Das Ministerium präsentiert seine Arbeit auf dieser Webseite auch in Form von Videos. Diese werden vom deutschen Anbieter TV1 mit Hilfe des JW-Players mit Sitz in den USA ausgeliefert. Bitte willigen Sie in die Übertragung Ihrer IP-Adresse und anderer technischer Daten an den JW-Player ein, und erlauben Sie JW-Player, Cookies auf Ihrem Endgerät zu setzen, wenn Sie unser Video-Angebot nutzen wollen. Verantwortlich für diese Verarbeitung Ihrer Daten ist das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Unsere Datenschutzbeauftragte erreichen Sie unter datenschutzbeauftragte@bmwk.bund.de. Als Rechtsgrundlage dient uns Ihre Einwilligung nach § 25 Abs. 1 TTDSG i. V. m. Artikel 6 Abs. 1 lit. a) DSGVO und § 3 Abs. 1 EGovG. Wir haben sichergestellt, dass Sie Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen können. Über die Einwilligungsverwaltung am Ende der Seite können Sie jederzeit steuern, ob Sie den Videodienst JW-Player zur Übertragung freigeben oder nicht.
Auch wenn aktuelle Stimmungsindikatoren sich zuletzt deutlich aufgehellt haben, zeichnet sich zu Beginn des dritten Quartals eine Abschwächung der zuletzt recht robusten wirtschaftlichen Dynamik ab. Die Sonderkonjunktur bei den energieintensiven Industrien, die im Zuge des Konflikts im Nahen Osten von der gestiegenen Auslandsnachfrage getragen wurde, scheint sich zur Jahresmitte abzuschwächen. Auch in der Binnenwirtschaft deuten Indikatoren für die private Konsumentwicklung vor dem Hintergrund der anhaltend hohen Energiepreise auf eine nachlassende Dynamik hin. Neben dem weiterhin ungelösten Konflikt im Nahen Osten und den damit erneut gestiegenen Unsicherheiten und Energiepreisen gehen von dem anhaltenden Niedrigwasser dämpfende Effekte im laufenden Quartal aus.
Die Produktion im Produzierenden Gewerbe ging im Juli preis-, kalender- und saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 1,1 Prozent zurück. Ursächlich für die Drosselung war eine rückläufige Industrieproduktion. Demgegenüber legten die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe um 2,5 Prozent zu und bewegten sich auf dem höchsten Stand seit Dezember. Ausschlaggebend für den Anstieg waren allerdings Großaufträge in Verbindung mit öffentlichen Beschaffungen. Die Aussichten auf eine breitere und kräftigere Belebung der Industriekonjunktur im weiteren Jahresverlauf bleiben verhalten.
Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (saisonbereinigt, ohne Kfz) sind im Juli spürbar um 3,4 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken, wobei sich der Handel mit Nicht-Lebensmitteln deutlich ungünstiger entwickelte als der Handel mit Lebensmitteln. Auch gegenüber dem Vorjahr ergab sich bei den Gesamterlösen ein Minus. Die privaten Neuzulassungen von Pkw verzeichneten im August deutliche Zuwächse, während die Neuzulassungen durch Unternehmen und Selbstständige rückläufig waren. Das Stimmungsbild hat sich am aktuellen Rand weiter stabilisiert, bleibt aber insgesamt gedämpft und volatil.
Die Inflationsrate zog im August mit + 2,9 Prozent wieder an: Haupttreiber waren die Energiepreise, die vor dem Hintergrund des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten und gestiegener Preise an den Rohölmärkten erneut zugelegt haben. Der Preisdruck bei Dienstleistungen und Nahrungsmitteln nahm hingegen ab, so dass die Kernrate im August mit + 2,4 Prozent stabil blieb.
Die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit nahm im August mit einem Plus von viertausend Personen leicht zu. Die Erwerbstätigkeit ging im Juli um 14 Tausend Personen zurück. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stagnierte im Juni saisonbereinigt in etwa, entwickelte sich im Vorjahresvergleich jedoch rückläufig. Angesichts der weiterhin schwachen Arbeitskräftenachfrage dürften sich die zuletzt positiven konjunkturellen Impulse erst zeitverzögert auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar machen.
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen befindet sich weiter auf hohem Niveau. Laut amtlicher Statistik wurden von Juli 2025 bis Juni 2026 insgesamt 24.867 Unternehmensinsolvenzen gemeldet (Anstieg um 7,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum). Dem um zwei Monate aktuelleren IWH-Insolvenztrend zufolge wurden von September 2025 bis August 2026 18.600 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften gemeldet (Anstieg um 8,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum).
Konjunkturelle Abschwächung zur Jahresmitte
Nach der spürbaren Erholung im ersten Halbjahr 2026 zeichnet sich zur Jahresmitte eine wirtschaftliche Abschwächung ab. Zwar haben sich Stimmungsindikatoren wie der ifo Geschäftsklimaindex, die ZEW-Konjunkturerwartungen und der S&P-Einkaufsmanagerindex für Deutschland zuletzt weiter deutlich aufgehellt. Dabei wurde neben den Geschäftserwartungen auch die aktuelle Lageeinschätzung erneut deutlich günstiger beurteilt. Allerdings spiegelt sich diese positive Stimmung nicht in den jüngsten Konjunkturindikatoren. So war die Industrieproduktion im Juli entgegen der positiven Lageeinschätzung zuletzt rückläufig. Neben dem Automobilsektor, dessen Produktion auch infolge einer vorübergehenden, umstellungsbedingten Werksschließung eingeschränkt worden war, scheint auch die Sonderkonjunktur bei den energieintensiven Industrien an Dynamik zu verlieren. Diese konnten im zweiten Quartal vor dem Hintergrund eines globalen Lageraufbaus energieintensiver Produkte von günstigeren Absatzmöglichkeiten insbesondere im Vergleich zu asiatischen Anbietern profitieren, welche relativ stärker von Energiepreiserhöhungen und Lieferengpässen infolge der Unpassierbarkeit der Straße von Hormus betroffen waren. Die Auftragsentwicklung im Verarbeitenden Gewerbe hat sich zuletzt zwar deutlich belebt, allerdings ging der kräftige Zuwachs vor allem auf Großaufträge im Bereich der öffentlichen Beschaffung zurück. Ohne diese waren die Auftragseingänge zum vierten Mal in Folge rückläufig. Insbesondere bei den energieintensiven Industrien hat sich die Auslandsnachfrage in den vergangenen Monaten in der Tendenz verringert. Als weiterer Belastungsfaktor im laufenden Quartal kommen die anhaltenden niedrigen Wasserstände auf zentralen deutschen Binnenschifffahrtswegen hinzu, die zu regionalen Materialengpässen und Produktionsrückgängen führen könnten. Auch dies dürfte die Industrieproduktion kurzfristig dämpfen.
Aktuelle Indikatoren zur Entwicklung des privaten Konsums zeigen insgesamt ebenfalls ein verhaltenes Bild. Zwar hellten sich bei dem GfK-Konsumklima im August die Konjunktur- und im Zuge dessen auch die Einkommenserwartungen etwas auf, dennoch blieb die Anschaffungsneigung unverändert schwach. Der HDE-Konsumklimaindex konnte im September den Rückgang des Vormonats wieder nahezu aufholen, verbleibt aber weiterhin unter dem Niveau vom Jahresbeginn; auch bei dem ifo Geschäftsklima im Einzelhandel (ohne Kfz) vom August tendierten sowohl die Lageeinschätzung als auch die Erwartungen etwas günstiger. In dieser verhaltenen Indikatorenlage wiesen die preis- und saisonbereinigten Einzelhandelsumsätze im Juli den stärksten Rückgang seit über fünf Jahren auf, wobei Sondereffekte wie das Auslaufen des „Tankrabatts“ Ende Juni das Ergebnis belastet haben dürften.
Insgesamt dürfte die konjunkturelle Erholung im dritten Quartal einen spürbaren Dämpfer erfahren. Grund hierfür ist der weiterhin ungelöste Konflikt im Nahen Osten, der mit einer hohen Unsicherheit sowie einem erneut gestiegenen Preisniveau bei Energieträgern einhergeht und die Kaufkraft der privaten Haushalte schwächt. Zusätzlich belasten die Auswirkungen des anhaltenden Niedrigwassers die wirtschaftliche Lage.
Weltwirtschaft zeigt sich weiter resilient
Die weltweite Industrieproduktion expandierte im Juni mit einem saisonbereinigten Zuwachs von 1,3 Prozent gegenüber Mai wieder dynamischer, nachdem sie in den beiden Vormonaten stagniert hatte. Damit lag sie um 2,1 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats. Auch für den weiteren Verlauf senden die Frühindikatoren ungeachtet des andauernden Konflikts im Nahen Osten positive Signale für die Weltkonjunktur. Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global für die Weltwirtschaft ist im August um 0,8 Punkte auf 53,5 gestiegen und deutet damit auf eine etwas höhere Gangart als im Vormonat hin. Der Anstieg spiegelt Zuwächse sowohl in der Industrie (+ 0,2 Punkte auf 52,3) als auch im Dienstleistungssektor (+ 1,0 Punkte auf 53,7) wider. Der sentix-Konjunkturindex für die Weltwirtschaft befindet sich im September mit 14,6 Punkten nahezu unverändert auf einem Höchststand seit Februar 2022. Die Finanzinvestoren sind dabei v.a. mit Blick auf die konjunkturelle Entwicklung im Euroraum und in Asien – getragen von China – optimistisch.
Das weltweite Güterhandelsvolumen stieg im Juni im Vormonatsvergleich saisonbereinigt um 2,0 Prozent, nachdem es im Mai um 0,5 Prozent expandierte. Die größten Zuwächse waren dabei in Afrika und im Nahen Osten mit 13,6 Prozent bzw. 16,1 Prozent zu verzeichnen, was in Zusammenhang mit der vorübergehenden Erholung des Handels durch die Straße von Hormus im Juni zusammenhängen dürfte. Der RWI/ISL-Containerumschlagindex hat im Juli nur leicht um 0,2 auf 142,5 Punkte nachgegeben. Regional betrachtet stellte sich die Entwicklung jedoch unterschiedlich dar: Während der Nordrange-Index nur leicht zurückging (- 0,3 auf 119,4 Punkte), sank der Umschlag in den chinesischen Häfen mit einem Rückgang um 1,7 auf 157,3 Punkte spürbar und liegt weiterhin unter den Werten vor Beginn des Konflikts im Nahen Osten. Der Trade Nowcast des Internationalen Währungsfonds, der auf Schiffsbewegungsdaten beruht, bleibt für das weltweite Handelsvolumen im Juli ebenfalls abwärtsgerichtet.
Erholungskurs des Außenhandels zu Beginn des dritten Quartals wieder unterbrochen
Nach dem vorangegangenen, deutlichen Zuwachs kam es beim Exportgeschäft zu Beginn des dritten Quartals zu einem Rücksetzer. Die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen gaben im Juli saison- und kalenderbereinigt um 0,9 Prozent gegenüber dem Vormonat nach. Während bei den Warenexporten das seit Jahresbeginn kräftige EU-Geschäft zurückging, nahmen die im Zuge der US-Zollpolitik zuletzt stark schwankenden Ausfuhren in die USA wieder deutlich zu. Damit lagen die Lieferungen in die Nicht-EU-Länder insgesamt leicht im Plus. Seit Jahresbeginn liegen die Exporte von Waren und Dienstleistungen infolge der merklichen Zuwächse im ersten Halbjahr insgesamt um 5,0 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Die nominalen Einfuhren von Waren und Dienstleistungen fielen im Juli im Vormonatsvergleich um 5,6 Prozent. Seit Jahresbeginn liegen sie im Vorjahresvergleich aber immer noch um 4,5 Prozent im Plus. Der monatliche Überschuss im Handel mit Waren und Dienstleistungen expandierte im Juli um 7,3 auf 15,8 Milliarden Euro. Im Zeitraum Januar bis Juli lag er damit um 12,0 Milliarden Euro über dem Vorjahreswert.
Die Einfuhrpreise sind im Juli nach dem vorherigen leichten Rückgang mit saisonbereinigt + 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat wieder etwas gestiegen. Während sich importierte Vorleistungs- und Energiegüter, wie Erdöl und Erdgas, geringfügig vergünstigten, verteuerten sich v.a. die Einfuhren von Gütern des Verarbeitenden Gewerbes. Die Ausfuhrpreise nahmen ebenfalls um 0,3 Prozent zu, so dass die Terms of Trade nach einer leichten Verbesserung im Juli stagnierten. In realer Rechnung dürften die Rückgänge der Ex- und Importe damit etwas höher ausgefallen sein.
Aktuelle Frühindikatoren bleiben volatil, senden in Summe aber positive Signale: Die ifo Exporterwartungen haben sich im August mit einem Anstieg von - 2,8 auf + 9,6 Zähler auf einen Höchststand seit Februar 2022 verbessert. Besonders optimistisch sind die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen, Datenverarbeitungsgeräten sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen. Auch der Automobil- sowie der Maschinenbau erwartet steigende Exporte.
Die Neuaufträge aus dem Ausland sind im Juli um 2,1 Prozent gegenüber dem Vormonat gefallen und drehten im Dreimonatsvergleich mit - 1,5 Prozent erstmals seit Oktober 2025 ins Minus. Während die Bestellungen aus dem Euroraum um 12,1 Prozent zulegten, gab die Nachfrage aus den übrigen Ländern um 10,1 Prozent nach. In beiden Regionen spielten Großaufträge im Bereich des Sonstigen Fahrzeugbaus eine entscheidende Rolle. Ohne Großaufträge gingen die Order aus dem Euroraum im Vormonatsvergleich um 1,9 Prozent und aus den übrigen Ländern um 2,3 Prozent zurück. Die Zuwächse im deutschen Außenhandel lassen sich auf die anhaltende Dynamik des Welthandels zurückführen, die ungeachtet hoher Energiepreise bemerkenswert robust ist. Allerdings bestehen die handels- und geopolitischen Unsicherheiten und damit das Risiko längerfristig deutlich erhöhter Energiepreise fort. So bleiben die Absatzperspektiven der deutschen Exporteure weiterhin schwierig. Nachdem sich die Ausfuhren ungeachtet der gestiegenen Energiepreise und geopolitischen Unsicherheiten bis zur Jahresmitte weiter erholt hatten, deuten die Juli-Daten auf eine schwächere Dynamik zu Beginn des dritten Quartals hin.
Die Produktion im Produzierenden Gewerbe verzeichnete zu Beginn des dritten Quartals einen Rücksetzer. So ging dessen Ausbringung im Juli preis-, kalender- und saisonbereinigt um 1,1 Prozent zurück, nachdem sie laut revidierten Angaben bereits im Juni stagniert hatte. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich war die Produktion mit + 0,4 Prozent zwar weiterhin aufwärtsgerichtet, im Vorjahresvergleich ergab sich jedoch ebenfalls ein Rückgang von 1,7 Prozent.
Ursächlich für die rückläufige Gesamtentwicklung im Juli war die deutlich gesunkene Industrieproduktion (- 2,2 Prozent). Demgegenüber legte die Energieproduktion mit + 4,7 Prozent kräftig zu und auch die Bauproduktion konnte mit + 0,9 Prozent spürbar gesteigert werden. Damit fiel das Produktionsniveau in der Industrie deutlich um 3,3 Prozent hinter den Vorjahresmonatswert zurück. Die Ausbringung im Bausektor lag hingegen ein Prozent über dem Niveau des Juli 2025. Der Energieausstoß fiel im Vorjahresvergleich sogar um 10,9 Prozent höher aus. Im Dreimonatsvergleich stagnierte die Industrieproduktion (+ 0,1 Prozent), während die Bauproduktion spürbar (+ 0,6 Prozent) und die Energieproduktion deutlich (+ 4,0 Prozent) expandierten.
Innerhalb der Industrie entwickelten sich alle Gütergruppen rückläufig, wobei die Produktion von Vorleistungsgütern nur leicht nachgab (- 0,2 Prozent). Bei den Investitionsgüterproduzenten setzte sich der seit dem Jahreswechsel beobachtete Abwärtstrend mit einem Minus von 3,4 Prozent im Juli fort. Der im zweiten Quartal begonnene Erholungskurs der Konsumgüterproduktion wurde mit einem deutlichen Rückgang um 2,2 Prozent unterbrochen.
Die positive Entwicklung im Baugewerbe wurde im Juli von allen Sparten getragen. Den deutlichsten Anstieg verzeichnete dabei erneut der Tiefbau mit einem Plus von 1,4 Prozent. Das Produktionsvolumen entwickelte sich hier sowohl im Dreimonatsvergleich (+ 4,8 Prozent) als auch im Vorjahresvergleich (+ 5,9 Prozent) dynamisch. Im Hochbau lag der Produktionsindex im Juli zwar leicht unterhalb seines Vorjahreswertes (- 0,7 Prozent), konnte aber zuletzt gegenüber dem Vormonat wieder Boden gutmachen (+ 0,4 Prozent). Das Ausbaugewerbe hat sich nach zwei schwachen Monaten mit einem Zuwachs von 1,0 Prozent erholt und liegt damit leicht oberhalb des Vorjahresmonats (+ 0,2 Prozent).
Innerhalb der Industrie ergab sich im Juli ein gemischtes Bild. Spürbare Produktionszuwächse konnten die Bereiche DV-Geräte, elektrische und optische Erzeugnisse (+ 2,7 Prozent), elektrische Ausrüstungen (+ 1,6 Prozent) sowie der Maschinenbau (+ 1,1 Prozent) vermelden. Demgegenüber standen deutliche Rückgänge bei der Produktion von Kfz und Kfz-Teilen (- 9,2 Prozent), aber auch bei Herstellern von pharmazeutischen (- 5,7 Prozent) und chemischen (- 2,9 Prozent) Erzeugnissen sowie von Metallerzeugnissen (- 2,6 Prozent) und von Gummi und Kunststoffwaren (- 1,2 Prozent). Während die energieintensiven Wirtschaftszweige ihre Ausbringungsmenge im ersten Halbjahr deutlich gesteigert hatten, verzeichneten sie im Juli mit einem Minus von 1,7 Prozent den zweiten Rückgang in Folge.
Nachdem sich die Produktion im Produzierenden Gewerbe trotz gestiegener Energiepreise im zweiten Quartal noch vergleichsweise robust gezeigt hat, scheinen die Folgen des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten inzwischen zunehmend Spuren zu hinterlassen. Vor allem der deutliche Produktionsrückgang in energieintensiven Industrien, der sich auch in zuletzt rückläufigen Auslandsumsätzen zeigt, deutet auf ein Nachlassen der Sonderkonjunktur im Gefolge des Konflikts im Nahen Osten hin.
Derweil verbesserte sich die Auftragslage weiter. So stiegen die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Juli auf den höchsten Stand seit dem Jahreswechsel. Preis-, kalender- und saisonbereinigt legten sie gegenüber dem Vormonat um 2,5 Prozent zu. Mit diesem dritten Anstieg in Folge bewegten sie sich zuletzt auf dem höchsten Stand seit Dezember 2025. Im Dreimonatsvergleich ergab sich ein Plus von 2,9 Prozent gegenüber der Vorperiode. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg das Ordervolumen im Juli arbeitstäglich bereinigt um 13,1 Prozent. Geprägt wurde diese positive Entwicklung erneut von Großaufträgen. Bereinigt um deren Einfluss verringerten sich die Auftragsbücher um 1,4 Prozent.
Das Auftragsplus war vor allem auf einen markanten Anstieg der seit Mai aufwärtsgerichteten Inlandsnachfrage von 9,1 Prozent zurückzuführen. Die Bestellungen aus dem Ausland, die seit April einem Abwärtstrend folgen, nahmen um 2,1 Prozent ab. Ursächlich für den jüngsten Ausschlag in der seit Monaten sehr volatilen Entwicklung war ein Rücksetzer der Auftragseingänge aus dem Nicht-Euroraum um - 10,1 Prozent. Demgegenüber kletterte das Ordervolumen aus dem Euroraum – nach einem kräftigen Rückgang im Vormonat – um 12,1 Prozent.
Auf der Ebene der Gütergruppen verzeichneten die Vorleistungsgüter die deutlichste Steigerung mit 4,3 Prozent nach zuvor drei Rückgängen. Die Investitionsgüter setzten ihren Aufwärtstrend mit einem Plus von 2,4 Prozent fort. Demgegenüber büßten die Aufträge bei Konsumgütern 4,8 Prozent ein, nachdem sie in den zwei Monaten zuvor noch Zugewinne verbuchen konnten.
Unter den Wirtschaftszweigen dominierte der Sonstige Fahrzeugbau die Entwicklung der Auftragseingänge mit einem Zuwachs von 126,4 Prozent. Andere gewichtige Branchen registrierten ebenfalls eine gesteigerte Nachfrage, wie die Metallerzeugung (+ 9,2 Prozent), die elektrischen Ausrüstungen (+ 5,1 Prozent) und die pharmazeutischen Erzeugnisse (+ 1,5 Prozent). Deutlich negativ war die Entwicklung dagegen bei Textilgütern (- 42,1 Prozent), bei denen sich das Ordervolumen nach einem Großauftrag wieder normalisierte. Auch bei Kfz und Kfz-Teilen (- 12,5 Prozent), bei Geräten zur Datenverarbeitung sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen (- 11,3 Prozent) und im Maschinenbau (- 8,4 Prozent) wurden spürbar rückläufige Auftragseingänge vermeldet.
Das derzeitige Hoch der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe geht auf eine Belebung der Inlandsnachfrage, v. a. nach Investitionsgütern, zurück. Zum Teil steht diese vermutlich insbesondere in Verbindung mit öffentlichen Beschaffungen im Rahmen der Modernisierung der Bundeswehr sowie mit Aufträgen im Kontext des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität. Die Nachfrage aus dem Ausland verbleibt angesichts geopolitischer Konflikte und Unsicherheiten dagegen vergleichsweise schwach.
Kurzfristig könnte die Industriekonjunktur zudem die seit Mitte Juni eingeschränkte Rheinschifffahrt in den Sommermonaten gedämpft worden sein. Angesichts gut gefüllter Auftragsbücher dürften einige Wirtschaftszweige zwar auch weiterhin von staatlichen Investitionsmaßnahmen und dem KI-Boom profitieren. Gewichtige Branchen wie Kfz und Maschinenbau stehen wegen des verstärkten internationalen Wettbewerbs jedoch zunehmend unter Druck. Insgesamt bleiben die Aussichten auf eine breitere Belebung der Industriekonjunktur im weiteren Jahresverlauf daher verhalten.
Erlöse im Einzelhandel spürbar im Minus; Frühindikatoren stabilisieren sich weiter auf niedrigem Niveau
Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (saisonbereinigt, ohne Kfz) sind im Juli deutlich um 3,4 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken, wobei sich der Handel mit Nicht-Lebensmitteln wesentlich ungünstiger entwickelte als der Handel mit Lebensmitteln. Mögliche Gründe für den Rückgang der Erlöse könnten im Anstieg der Verbraucherpreise und hier vor allem in der spürbaren Energieteuerung (Entwicklung Rohölpreise, Auslaufen „Tankrabatt“ Ende Juni) sowie im Ferienbeginn in den meisten Bundesländern liegen. Gegenüber Juli 2025 gingen die Einzelhandelsumsätze ebenfalls zurück und auch hier zeigte sich beim Handel mit Nicht-Lebensmitteln ein größeres Minus. Der Handel mit Motorenkraftstoffen (Tankstellen) wirkte sowohl im Vormonats- als auch im Vorjahresvergleich dämpfend und der Internet- und Versandhandel verzeichnete ebenfalls Rückgänge.
Der Umsatz im Gastgewerbe ging im Juni im Vormonatsvergleich sowohl preisbereinigt um 1,2 Prozent als auch nominal um 0,9 Prozent zurück. Gegenüber dem Vorjahresmonat lagen die realen Umsätze ebenfalls niedriger (- 5,1 Prozent) und auch in der gesamten ersten Jahreshälfte sanken die Erlöse um 5,2 Prozent. In nominaler Rechnung zeigte sich jeweils ein Plus (+ 2,3 Prozent zum Vorjahresmonat bzw. 2,1 Prozent im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum).
Die Neuzulassungen von Pkw insgesamt stiegen im August gegenüber dem Vormonat um 2,1 Prozent und gegenüber dem Vorjahr um 2,6 Prozent. Auch im Dreimonatsvergleich ergab sich ein Plus. Der Privatkundenmarkt erlebte erneut deutliche Zuwächse, während die Neuzulassungen von Unternehmen und Selbstständigen rückläufig waren. Auch bei den Antriebsarten setzte sich der Trend der vergangenen Monate fort: Während die Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen rasant ansteigen, verzeichnen Verbrenner Rückgänge im Vormonats-, Vorjahres- und Dreimonatsvergleich. Grund für diese anhaltenden Verschiebungen dürfte auch weiterhin die staatliche Förderung für Elektroautos sein, die seit Mai rückwirkend bis Januar von Privatpersonen beantragt werden kann.
Nachdem sich der private Konsum im zweiten Quartal 2026 nur sehr verhalten entwickelt hat, deuten die Frühindikatoren teilweise auf eine leichte Aufhellung der Verbraucherstimmung hin – dies allerdings auf niedrigem Niveau. Laut Prognose der GfK wird das Konsumklima im September spürbar um 2,8 Zähler auf - 26,6 Punkte zulegen, getragen von einem sprunghaften Anstieg der Einkommenserwartung. Die Anschaffungsneigung profitiert von dieser deutlichen Aufhellung jedoch nicht. Sie stagniert im Vergleich zum Vormonat, während die weiterhin hohe Sparneigung um 1,5 Zähler sinkt. Die Konjunkturerwartung, die nicht Bestandteil des Konsumklimas ist, bleibt zwar aufwärtsgerichtet, gleichzeitig aber auch deutlich hinter ihrem Vorjahreswert zurück. Das HDE-Konsumbarometer erholte sich im September nach einer leichten Verschlechterung im August wieder, verbleibt aber weiterhin unter dem Niveau vom Jahresbeginn. Sowohl das ifo Geschäftsklima im Groß- als auch im Einzelhandel (ohne Kfz) hellten sich im August etwas auf. Dabei wurden sowohl die Geschäftslage als auch die -erwartungen günstiger beurteilt. Die Verkaufspreiserwartungen sanken erneut deutlich und unterschritten ihren Februarwert vor Ausbruch des Iran-Konflikts. Das Stimmungsbild hat sich am aktuellen Rand weiter stabilisiert, bleibt aber insgesamt gedämpft und volatil. Die negativen Folgen geopolitischer Krisen, energiepreisbedingte Kaufkraftverluste und die weiter schwache Arbeitsmarktentwicklung dürften auch im dritten Quartal dämpfend auf die Konsumentwicklung wirken.
Energiepreise lassen Inflation erneut ansteigen
Die Verbraucherpreise verzeichneten im August einen Anstieg um 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nachdem die Inflationsrate bereits im Juli mit + 2,8 Prozent zugelegt hatte. Im Vormonatsvergleich lag die Steigerung bei 0,2 Prozent. Ausschlaggebend für die erneute Erhöhung der Inflationsrate ist eine deutliche Teuerung der Energieträger, die im August mit + 10,5 Prozent den höchsten Stand seit Februar 2023 aufwies; im Juli lag die Rate noch bei + 8,3 Prozent. Gegenüber dem Vormonat legten die Energiepreise um 1,7 Prozent zu. In dieser Entwicklung dürfte sich die neuerliche Zunahme der Börsenpreise für Rohöl niederschlagen. Für die Sorte Brent wurde zwischenzeitlich wieder mehr als 90 US-Dollar pro Barrel verlangt. Demgegenüber ließ der Preisdruck bei Nahrungsmitteln nach. Sowohl im Vergleich zum August 2025 als auch zum Juli 2026 blieb das Preisniveau hier in etwa stabil (+ 0,1 Prozent bzw. - 0,1 Prozent). Die Kernrate, also die Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, entwickelte sich mit zuletzt + 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr konstant. Dazu beigetragen haben die Preise für Dienstleistungen, die sich mit + 2,8 Prozent nach + 2,9 Prozent im Juli fast seitwärts bewegten. Auch der Vormonatsvergleich ergibt eine schwache Dynamik (Verbraucherpreise ohne Nahrungsmittel und Energie: + 0,1 Prozent; Dienstleistungen: - 0,1 Prozent).
Für den weiteren Jahresverlauf bleiben die Energiepreise entscheidend für die Entwicklung der Verbraucherpreise. Die Kurse am Terminmarkt für Gas und Strom sind bis zum Jahresende aufwärtsgerichtet. Für Öl gehen sie ausgehend vom hohen Niveau von derzeit über 100 US-Dollar pro Barrel nur sehr langsam zurück. Laut ifo-Preiserwartungen geht die Mehrheit der befragten Unternehmen weiter von Preissteigerungen aus, auch wenn ihr Anteil im Dreimonatsdurchschnitt leicht rückläufig ist. In Summe dürfte die Inflationsrate in den nächsten Monaten nahe 3 Prozent verharren.
Sommerflaute am Arbeitsmarkt
Der Arbeitsmarkt entwickelte sich zu Beginn des dritten Quartals weiter schwach. So lag die Arbeitslosigkeit im August abermals über drei Millionen Personen und nahm auch in saisonbereinigter Betrachtung mit einem Plus von viertausend Personen leicht zu. Gleichzeitig ging die Unterbeschäftigung leicht zurück (- 3.000 Personen). Die Erwerbstätigkeit verzeichnete im Juli mit einem Minus von 14.000 Personen abermals einen Rückgang. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stagnierte im Juni saisonbereinigt in etwa, fällt mit – 73.000 Personen jedoch deutlich geringer aus als im Vorjahresmonat. Die Inanspruchnahme von Kurzarbeit ist gegenüber dem Vormonat zwar leicht gestiegen, nahm im Vorjahresvergleich jedoch um 55.000 Personen ab. Die Zahl der Anzeigen von Kurzarbeit ist im Trend weiterhin rückläufig.
Der Arbeitsmarktausblick für die zweite Jahreshälfte bleibt gedämpft. Mit der Stimmung in den Unternehmen hat sich zuletzt auch das ifo-Beschäftigungsbarometer etwas aufgehellt, verbleibt jedoch weiterhin unterhalb der Expansionsschwelle. Demnach zeichnet sich im Verarbeitenden Gewerbe in den kommenden Monaten ein weniger dynamischer Personalabbau ab. Im Baugewerbe und Dienstleistungssektor ist der Beschäftigungsausblick nur noch leicht negativ, im Handel deutet der Frühindikator jedoch auf einen weiteren spürbaren Stellenabbau hin. Gemäß IAB-Arbeitsmarktbarometer ist zudem bisher nicht mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit zu rechnen. Angesichts der weiterhin schwachen Arbeitskräftenachfrage dürften sich die zuletzt positiven gesamtwirtschaftlichen Impulse erst zeitverzögert auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar machen.
Unternehmensinsolvenzen weiterhin auf hohem Niveau
Laut amtlicher Statistik wurden von Juli 2025 bis Juni 2026 insgesamt 24.867 Unternehmensinsolvenzen gemeldet (Anstieg um 7,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum). Im Juni 2026 ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen gegenüber dem Vormonat um 13,6 Prozent auf 2.266 Fälle gestiegen; verglichen mit Juni 2025 liegt sie um 15,8 Prozent höher.
Dem um zwei Monate aktuelleren IWH-Insolvenztrend zufolge wurden von September 2025 bis August 2026 18.600 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften gemeldet (Anstieg um 8,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum). Es lag ein Rückgang von 9,7 Prozent auf 1.525 Fälle gegenüber dem Vormonat, sowie ein Anstieg von 8,7 Prozent gegenüber August 2025 vor. Das IWH geht auf der Basis eigener Frühindikatoren davon aus, dass auch in den kommenden beiden Monaten wieder mit hohen Insolvenzzahlen zu rechnen sei.
1In diesem Bericht werden Daten genutzt, die bis zum 11. September 2026 vorlagen. Soweit nicht anders vermerkt, handelt es sich um Veränderungsraten gegenüber der jeweiligen Vorperiode auf Basis preis-, kalender- und saisonbereinigter Daten.
Weiterführende Informationen
14.09.2026 - Download -
Wirtschaftliche Entwicklung
Publikation:Ausgewählte Daten zur wirtschaftlichen Lage