Cover: Die Ausbildungsmärkte in den Braunkohlerevieren: Ausgangslage

Mit der Beendigung des deutschen Braunkohlebergbaus erwarten die drei größten Braunkohlereviere- das Rheinische, Mitteldeutsche und Lausitzer Revier- einen wirtschaftlichen Strukturwandel, d. h. eine Neuorganisation regionaler Branchen- und Unternehmensstrukturen. Dieser Wandel betrifft nicht nur die Organisation von Liefer- und Wertschöpfungsketten, sondern wird auch Auswirkungen auf die Nachfrage nach Arbeitskräften und Kompetenzen haben. In der vorliegenden Studie werden daher die Ausbildungsökosysteme in allen drei Braunkohlerevieren einer Analyse unterzogen. Zusammengebunden werden die Ergebnisse in einer SWOT- und einer GAP-Analyse. Vor diesem Hintergrund werden abschließend Handlungsempfehlungen formuliert, die der Stärkung der beruflichen Ausbildung im jeweiligen Revier dienen.

Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass in allen in allen drei Revieren der Strukturwandel aktuell vor allem zu einem Wandel bzw. einer Erweiterung auf der Ebene individueller Kompetenzen führt. Zu den wesentlichen Herausforderungen für die berufliche Ausbildung zählen die hohe Konkurrenz zwischen beruflichen und akademischen Karrierewegen, das starke Stadt-Land-Gefälle und einhergehende Abwanderungstendenzen v.a. in den ostdeutschen Revieren. Anpassungsbedarfe bestehen zudem bezüglich der Rekrutierungsstrategien ausbildender Unternehmen und der Bereitstellung von Informationen über Ausbildungsinhalte und Karriereperspektiven. Um mehr junge Menschen für eine berufliche Ausbildung zu gewinnen, müssen darüber hinaus attraktive Rahmenbedingungen geschaffen und die Transparenz bezüglich individueller Unterstützungsmöglichkeiten während der Ausbildung erhöht werden.