Verbraucherpreise für Mobilität im Verhältnis zur allgemeinen Preisentwicklung Bild vergrößern: Verbraucherpreise für Mobilität im Verhältnis zur allgemeinen Preisentwicklung

Mobilität ist wichtig für die Produktivität der deutschen Wirtschaft und spielt gleichzeitig eine große Rolle für die Lebensqualität der Menschen. Veränderungen der Preise für Mobilität sind in doppelter Hinsicht von Interesse, da sie einerseits aufgrund ihrer Lenkungswirkung maßgeblich für Verbrauchsentscheidungen und damit den Fortschritt der Dekarbonisierung sind, andererseits aber starke Preissteigerungen insb. für Haushalte mit niedrigen Einkommen eine hohe Belastung darstellen.

Seit 2015 haben sich die realen Preise, d.h. die Preise in Relation zur Entwicklung des allgemeinen Preisniveaus, für Superbenzin und Inlandsflüge per Saldo kaum verändert. Der reale Preis für Diesel liegt um ca. 13 % höher als 2015, während die Preise für Bahntickets um rund 30 % gefallen sind. Die stärksten Preisschwankungen haben sich seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine ergeben, in dessen Folge vor allem die Tankpreise stark angestiegen waren. Der sog. „Tankrabatt“, den die Bundesregierung zwischen Juni und August 2022 eingeführt hatte, fiel beim Superbenzin mit 29,55 ct/Liter deutlich großzügiger aus als bei Diesel (14,04 ct/Liter).

Die reale Belastung der Autofahrenden durch Superbenzin ist insgesamt nicht wesentlich höher als im Jahr 2015. Die Preise für Bahntickets (in dieser Kategorie sind sowohl der Nah- als auch der Fernverkehr abgebildet, allerdings keine „Kombitickets“) sind seit der Einführung des 9-Euro- und Deutschlandtickets demgegenüber deutlich rückläufig. Die insgesamt sehr moderate Preisentwicklung – insbesondere bei Inlandsflügen – dürfte schließlich auch ein Anzeichen dafür sein, dass sich externe Kosten des Verbrauchs (etwa aufgrund von Treibhausgasemissionen oder gesundheitsschädlicher Ausstoße) weiterhin noch nicht umfassend in den Preisen widerspiegeln.