Grafik Konjunkturschlaglicht Gesamtwirtschaft Bild vergrößern: Grafik Konjunkturschlaglicht Gesamtwirtschaft

Laut Statistischem Bundesamt (Schnellmeldung) ist das preis-, kalender- und saisonbereinigte BIP im 4. Quartal 2024 um 0,2 % gegenüber dem Vorquartal gesunken. Aktuelle Frühindikatoren zeigen zwar eine leichte Aufhellung, wobei sich die Divergenz zwischen positiv tendierendem Dienstleistungssektor und rezessiver Entwicklung im Verarbeitenden Gewerbe fortzusetzen scheint. Vor dem Hintergrund der anhaltend schwachen binnen- und außenwirtschaftlichen Nachfrage, der gestiegenen innen- und geopolitischen Ungewissheiten, insbesondere mit Blick auf die US-Handelspolitik, und der daraus gedämpften Konsum- und Investitionsstimmung ist eine spürbare wirtschaftliche Belebung zu Jahresbeginn noch nicht erkennbar.

Grafik Konjunkturschlaglicht Außenwirtschaft Bild vergrößern: Grafik Konjunkturschlaglicht Außenwirtschaft

Exportzuwächse als mögliche Vorzieheffekte angekündigter US-Zölle: Die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen haben im November und Dezember saison- und kalenderbereinigt gegenüber dem Vormonat um 2,2 % bzw. 2,0 % zugelegt; der starke Zuwachs ist vor dem Hintergrund möglicher Vorzieheffekte aufgrund der angekündigten US- Zölle zu sehen. Die nominalen Einfuhren von Waren und Dienstleistungen sind im Dezember im Vormonatsvergleich saison- und kalenderbereinigt um 1,1 % gestiegen. Die Stimmung bei den Exporteuren bleibt aber gedämpft, sie blicken zurückhaltend auf die kommenden Monate.

Grafik Konjunkturschlaglicht Produktion Bild vergrößern: Grafik Konjunkturschlaglicht Produktion

Industrieproduktion tendiert weiter rückläufig: Die Produktion im Produzierenden Gewerbe ist im Dezember nach Angaben des Statistischen Bundesamtes preis-, kalender- und saisonbereinigt um 2,4 % gegenüber dem Vormonat gesunken. In der Industrie verringerte sich die Ausbringung spürbar um 3,3 %, im Baugewerbe ist sie konstant geblieben und im Bereich Energie hat sie um 1,1 % zugelegt. Die schwachen Stimmungsindikatoren von ifo und S&P Global deuten noch nicht auf eine spürbare Erholung in der Industrie hin.

Grafik Konjunkturschlaglicht Privater Konsum Bild vergrößern: Grafik Konjunkturschlaglicht Privater Konsum

Umsätze im Einzelhandel gehen zurück, Verbraucherstimmung bleibt gedrückt. Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (ohne Kfz) sind im Dezember um 1,1 % gegenüber dem Vormonat gesunken. Dabei ging der Handel mit Lebensmitteln um 1,5 % zurück; der Umsatz im Internet- und Versandhandel legte im Vormonatsvergleich dagegen um 5,3 % zu. Laut Prognose der GfK wird das Konsumklima im Februar um einen Zähler auf -22,4 Pt. sinken. Negative Effekte hatte laut Institut am aktuellen Rand der Rückgang von Konjunktur- und Einkommenserwartungen sowie der Anschaffungsneigung. Ferner legte die Sparneigung zu.

Grafik Konjunkturschlaglicht Arbeitsmarkt Bild vergrößern: Grafik Konjunkturschlaglicht Arbeitsmarkt

Auch zum Jahreswechsel entwickelt sich der Arbeitsmarkt weiter verhalten. Die Erwerbstätigkeit stieg im Dezember gegenüber dem Vormonat zwar noch leicht, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahm im November jedoch ab. Die Arbeitslosigkeit liegt im Januar zwar weiterhin knapp unter 3 Millionen, ihr Anstieg fiel jedoch etwas stärker als saisonüblich aus. Auch die realisierte Kurzarbeit lag im November abermals deutlich höher als im Vorjahresmonat. Gleichzeitig nahm die Zahl der Anzeigen von Kurzarbeit im Januar – ebenso wie im Dezember – weniger stark zu als in vorherigen Monaten.