Grafik Konjunkturschlaglicht Gesamtwirtschaft Bild vergrößern: Grafik Konjunkturschlaglicht Gesamtwirtschaft

Gestiegene Unsicherheiten durch die sprunghafte US-Handelspolitik, den ungewissen weiteren Verlauf des Kriegs in der Ukraine und die hierzulande noch unklare Wirtschafts- und Finanzpolitik der neuen Bundesregierung prägen derzeit die wirtschaftliche Lage. Schaut man auf die Entwicklung der Umsätze im Einzelhandel und die Kfz-Zulassungen, dann scheint sich die erwartete Belebung des privaten Konsums noch nicht zu verwirklichen. In der Industrie und im Baugewerbe hat sich die Produktion zwar zuletzt erholt, in den unternehmens- und konsumnahen Dienstleistungsbereichen ist es aber zu kräftigen Rückgängen gekommen.

Grafik Konjunkturschlaglicht Außenwirtschaft Bild vergrößern: Grafik Konjunkturschlaglicht Außenwirtschaft

Der Überschuss im Außenhandel ist im Januar wieder deutlich zurückgegangen, im mittelfristigen Trendverlauf zeigt sich eine Seitwärtsbewegung. Auch wenn die Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen zuletzt im Januar spürbar um 4,5 % abgenommen haben (preis-, kalender- und saisonbereinigt), lagen sie im aussagekräftigeren Dreimonatsvergleich mit +0,3 % noch leicht im Plus. Bei den Einfuhren von Waren und Dienstleistungen war der Rückgang zuletzt mit -0,5 % weitaus schwächer, im Dreimonatsvergleich nahmen sie vergleichsweise kräftig um 1,6 % zu. Infolge der stärkeren Einbußen bei den Exporten schrumpfte der monatliche Außenhandelsüberschuss von 11,3 auf 5,2 Milliarden Euro, was der niedrigste Stand seit Ende 2022 war.

Grafik Konjunkturschlaglicht Produktion Bild vergrößern: Grafik Konjunkturschlaglicht Produktion

Die Industrieproduktion ist zwar zu Jahresbeginn spürbar gestiegen, aber der Ausblick bleibt verhalten. Im Produzierenden Gewerbe insgesamt hat die Erzeugung im Januar gegenüber dem Vormonat preis-, kalender- und saisonbereinigt um 2,0 % zugenommen. Dabei erhöhte sich die Industrieproduktion deutlich um 2,6 %. Im Baugewerbe hingegen stieg die Herstellung mit +0,4 % nur schwach und im Bereich Energie war sie mit -0,5 % leicht rückläufig. Die Stimmungsindikatoren von ifo und S&P haben sich in letzter Zeit zwar etwas erholt, allerdings von niedrigem Niveau aus.

Grafik Konjunkturschlaglicht Privater Konsum Bild vergrößern: Grafik Konjunkturschlaglicht Privater Konsum

Die Umsätze im Einzelhandel legten leicht zu, aber Frühindikatoren senden uneinheitliche Signale bzgl. der weiteren Entwicklung des privaten Konsums. Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (ohne Kfz) sind im Januar saisonbereinigt um 0,3 % gegenüber dem Vormonat gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ergab sich ein reales Umsatzplus von 3,0 %. Laut Prognose der GfK dürfte das Konsumklima im März aber weiter auf -24,7 Punkte sinken. Ausschlaggebend seien Rückgänge bei den Einkommenserwartungen und der Anschaffungsneigung. Das HDE-Konsumbarometer deutet hingegen auf eine verbesserte Verbraucherstimmung im März hin.

Grafik Konjunkturschlaglicht Arbeitsmarkt Bild vergrößern: Grafik Konjunkturschlaglicht Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt entwickelt sich zu Jahresanfang weiter schleppend. Die Erwerbstätigkeit ging im Januar saisonbereinigt um 11.000 Personen – mehr als üblicherweise zu Jahresbeginn – zurück. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hatte im Dezember noch um 12.000 Personen zugelegt. Die Arbeitslosigkeit blieb im Februar trotz eines Anstiegs um 5.000 Personen unter 3 Mio. Personen. Die realisierte Kurzarbeit lag im Dezember deutlich höher als im Vorjahresmonat, aber angesichts der Stabilisierung bei den Anzeigen ist nicht mit einem weiteren dynamischen Anstieg zu rechnen. Die Frühindikatoren sprechen für einen weiterhin gedämpften Verlauf am Arbeitsmarkt.